Rob Zombie - Hellbilly Deluxe 2

Rob Zombie – Hellbilly Deluxe 2 (Review und Kritik)

Rob Zombie - Hellbilly Deluxe 2

Zwölf lange Jahre ist es nun her, dass Robert Bartleh Cummings, alias Rob Zombie, die Musikwelt mit seinem Erstlingswerk Hellbilly Deluxe aufmischte. Nachdem sein letztes Album nun auch schon wieder vier Jahre alt ist, erschien nun sein angeblich letztes Werk. Ob es auch das hält, was die Fortsetzung verspricht?

Los geht es mit „Jesus Frankenstein“. Nach dem recht ruhigen Intro wird der geneigte Hörer direkt mit thrashigen Riffs und Drums wachgerüttelt. So weit, so gut. Weiter geht es mit der ersten Singleauskopplung „Sick Bubble-Gum“. Leider bietet sie nicht viel Neues. Rob wirkt doch etwas gelangweilt von seinem eigenen Gesang. Auch das musikalische Arrangement kommt leider nicht über den Level normalen Hardrocks hinaus. Da geht einem das schnellere „What?“ doch schon eher ins Ohr. Ein Song zum mitwippen oder Haare schütteln.

Beim nächsten Song „Mars Needs Women“ denkt man beim Klampfenintro zunächst an Lagerfeuerromantik, doch weit gefehlt. Der Song ist zwar recht rockig, leider helfen unendlich wiederholte Hooklines auch nicht wirklich gegen das leicht aufkommende Gähnen. Irgendwo hat man das alles irgendwie schonmal gehört. Bei „Werewolf, Baby!“ möchte man dann jedoch vor lauter Southern Rock Flair am liebsten mit der Sonnenbrille auf der Nase ins nächste Cabrio hüpfen und die Autoba…. äh, den Highway unsicher machen. Durchaus eine nette Abwechslung.

Im Gegensatz dazu verbreitet „Virgin Witch“ mit seinem atmosphärischen Intro, dem fetten Drumsound und den schweren Gitarren richtig düsteres Feeling. Ein Brett von einem Song. Freunde der Stimmverzerrung und des abgefuckten Sounds kommen bei „Dream Factory“ auf ihre Kosten. Zwar kann man Hollywood gar nicht genug kritisieren, allerdings wirkt es in diesem Song eher wie bei einem trotzigen Kind, dem sein Spielzeug weggenommen wurde, und das nun heulend auf den Boden eintrommelt. Netter Sound, aber leider irgendwie ein wenig zu abgedroschen. „Burn“ ist da schon eher was. Der Song verbeitet gute Laune. „Cease to Exist“ ist da leider wieder etwas flacher, auch wenn die Gitarren hier besser zur Geltung kommen.

Im Vorletzten Song „Werewolf Women of the SS“ gibt Rob dann wieder Stoff. Vielleicht erinnert sich der Leser ja noch an den Pseudotrailer zum gleichnamigen „Film“, der im Zuge der Produktion „Grindhouse“ (Rodriguez/Tarantino) entstand. Naja, wenn man schon keinen Film daraus machen kann, warum den Song dann nicht auf das Album packen? Lustig ist er auch ohne visuelle Untermalung. Mit dem tempolastigen „The Man Who Laughs“ endet das Album dann auch schon nach 45 Minuten.

Fazit: Leider verhält es sich bei Hellbilly Deluye 2 – Noble Jackals, Penny Dreadfuls and the Systematic Dehumanization of Cool wie bei den meisten Fortsetzungen; man geht mit sehr hohen Erwartungen an sie heran, die sich leider in den allermeisten Fällen nicht erfüllen. Bei diesem Album ist es ebenfalls so. Es ist nicht schlecht, aber eben auch kein Knaller. Man mag sich fragen, ob der Zombie wohl müde geworden ist, denn manche Songs klingen schon ein wenig lustlos dahingeklatscht. Für Fans ist dieses Album sicherlich ein Muss, aber soll das wirklich das Letzte Album gewesen sein?

Tracklist:

  1. Jesus Frankenstein
  2. Sick Bubble-Gum
  3. What?
  4. Mars Needs Women
  5. Werewolf, Baby!
  6. Virgin Witch
  7. Dream Factory
  8. Burn
  9. Cease to Exist
  10. Werewolf Women of the SS
  11. The Man Who Laughs

( 7 / 10 )

Veröffentlicht: 29.01.2010

Anspieltipps: Jesus Frankenstein, What

Internet: http://www.robzombie.com

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