Rome – L’Assassin CDM (Review und Kritik)

Rome - L'Assassin

Als ich dieses Jahr meine Passion für Neofolk entdeckte, waren es vor allem 3 Namen, die mich schwer beeindruckten. Da waren zum einen Death in June, die Pioniere und wohl kontroverseste Band des Genres, Spiritual Front, die ich nach einem großartigen Auftritt im Vorprogramm von Samsas Traum völlig vergessen hatte, und natürlich Rome, die mit ihrer sehr Singer/Songwriter-angelehnten Musik eines meiner ältesten Lieblingsgenres bedienten. Erwähnte ich schon, dass ich riesiger Johnny-Cash-Fan bin? Auch wenn ich anfangs von „Flowers from Exile“ etwas enttäuscht war, wuchs das Album mit jedem Durchlauf und entwickelte sich dann so doch zu einem Dauerbrenner in meinem CD-Regal.

Dass „L’Assassin“ es jetzt natürlich etwas einfacher hat, sollte klar sein, denn ich muss mich nicht mehr an den alten, etwas mehr Post-Industrial-beeinflussten Rome-Stil klammern, der mir auf „Flowers from Exile“ etwas zu sehr in den Hintergrund geraten ist. Dass Rome sich stetig weiterentwickelten, steht ausser Frage. Dass mit „L’Assassin“ jetzt eine Single mit noch Singer/Songwriteresken und auch etwas klassischeren Sounds herauskommt, ist die logische Konsequenz daraus. Der kreative Input von Neuzugang Nikos Mavradis, der alle Streichinstrumente bedient, ist deutlich spürbar.

Mir bleibt nun nicht mehr viel, nachdem zum Stil alles gesagt wurde, als die Songs auseinanderzunehmen. Das titelgebende „L’Assassin“ ist ein Song, bei dem die Post-Industrial-Einflüsse wieder durchschimmern und das das verbreitet, was ich bei den alten Rome so sehr schätzte, angereichert mit mehr Streichern. „Der Brandtaucher“ und „Der Erscheinungen Flucht“, beide in Stringed-Versions, d.h. neu eingespielt mit Neu-Mitglied Nikos und zuerst erschienen auf dem großartigen Album „Mensch Masse Material“ gewinnen an Tiefe und können damit als „gelungen“ abgestempelt werden. „One Flesh“ ist einfach nur atemberaubend. Wahnsinn, was die Luxemburger können.



Fenriz

Wer also Neofolk at its finest will, der kommt an Rome nicht vorbei. Nie. Nein. Mit „L’Assassin“ beweisen Rome noch einmal, warum sie eine Ausnahmestellung innehaben im Kreise großartiger Neofolkbands: Diese großartigen Arrangements bekäme z.B. ein Douglas Pearce (Death in June) nie hin, auch wenn ich bei DI6 andere Dinge schätze als bei Rome. An dieser Kunst können sich viele Bands des nicht gerade von Newcomern überschwemmten Neofolkmarktes ein paar Scheibchen abschneiden.




Tracklist

  1. L’Assassin
  2. Der Brandtaucher (Stringed)
  3. One Flesh
  4. Der Erscheinungen Flucht (Stringed)



(9 von 10)




VÖ: Bereits erschienen

www.myspace.com/romecmi

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