Sacred Steel - Carnage Victory

Sacred Steel – Carnage Victory (Review und Kritik)

Sacred Steel - Carnage Victory
Sacred Steel - Carnage Victory

Und ein weiteres Kapitel aus dem Buche „Hass oder Liebe“. Sacred Steel sind meiner Ansicht nach die einzige richtig geile traditionelle Metal Band Deutschlands, die es schafft Klischee beladene Musik zu schaffen, ohne dass man ihr dies vorwerfen kann. Und das mit einer Kraft, wie sie alle hochglanzpolierten Power Metal Bands der Neuzeit kaum auch nur ansatzweise erreichen. Dreh- und Angelpunkt ist dabei neben den epischen und schnellen Speed Metal Stücken natürlich das eigenwillige Organ Gerrit P. Mutz‘, der auch auf dem neuesten Streich „Carnage Victory“ in Höhenlagen singt, die sicherlich nicht jedem schmecken werden. Aber gerade der charismatische Frontmann ist es, der den Heavy Metal mit einer Glaubwürdigkeit lebt, wie sie kaum ein anderer erreicht. Hier wird Metal gelebt und geliebt und das merkt man Sacred Steel jeder einzelnen Note von „Carnage Victory“ an.

Drei Jahre lang sind nun seit „Hammer of Detsruction“ verstrichen und man hört es „Carnage Victory“ an, dass Sacred Steel in dieser Zeit livehaftig so lange unterwegs waren wie noch nie zuvor. Insgesamt durchdachter und etwas schwerer zugänglich als der Vorgänger ist das Album geworden, also wahrlich keine leichte Kost. Doch Sacred Steel waren noch nie nur eine einfache True Metal Band, denn Vielschichtigkeit war schon immer ein Markenzeichen. War das beeindruckende „Wargods of Metal“ eine herrliche Reminiszenz an die Helden der 80er Jahre, überraschte „Slaughter Prophecy“ mit Death Metal Growls und „Hammer of Destruction“ mit kompromissloser Speed Metal Kost. Wer der Band also vorwirft immer das gleiche Album rauszubringen, sollte sich lieber einmal mit der Musik der Ludwigsburger beschäftigen, als ständig nur zu meckern.

Sacred Steel
Sacred Steel

Auffällig sind wie immer die perfekt eingekloppten Drums Matthias Straubs, auf denen diesmal differenzierter Druck lastet als noch auf „Hammer of Destruction„, insgesamt sind die Gitarren etwas in den Hintergrund gerückt, was dem Material aber kaum etwas ausmacht. Von Hymnisch („Crosses stained with blood„) über Doomlastig („Ceremonial magician of the lefthand path„) bishin zur obligatorischen Metal Beweihräucherung („Metal Underground„) ist alles vorhanden, was das Metal Herz begehrt, benötigt aber etwas mehr Zeit als noch die Vorgänger Platten. „Carnage Victory“ hat weniger den Partycharakter von „Hammer of destruction„, sondern besitzt eine ganz eigene Atmosphäre, die ich mal grob als pessimistisch bezeichnen möchte. Die Fröhlichkeit ist einem eher nachdenklichen Charakter gewichen, klar gibt es die hämmernden Headbanging Titel wie den Opener „Charge into overkill“ oder dem darauf folgenden „Don’t break the oath„, aber auch groovige Stücke wie der Titelsong oder das mit Soundsamples und Iron Maiden Riff angereicherte „Broken rites„, welches für mich zum Hit der Platte avanciert, haben es auf das Fünfzig Minütige Album geschafft.

Zu erwähnen sei noch die Special Edition des Albums, welche in limitierter Munitionskiste mit Bonus 7″ mit unveröffentlichten Songs, exklusiven T-Shirt, Dog Tag und noch jede Menge mehr Kram daher kommt. Zum regulären Album gibt es noch eine DVD mit dem kompletten Live-Auftritt vom Queens of Metal Open Air und ein 10 minütiges Making Of des Albums. Wenn das kein Value for Money ist, da sollten sich etablierte Plattenfirmen von Massacre Records mal eine Scheibe abschneiden.

iskharian3Fazit: „Carnage Victory“ wirkt reduzierter und durchdachter als noch sein Vorgänger. Scheinbar haben sich die neuen Mitglieder nun ordentlich eingefügt, was der Platte einen reiferen Charakter gibt. Einerseits freut mich die Entwicklung, andererseits fehlt mir aber auch ein bisschen der chaotische Charme der Vorgänger Scheiben, doch was meckere ich, Sacred Steel haben sich weiterentwickelt und hauen einem auf ein Neues ein richtig gutes True Metal Album um die Ohren. Für mich sind und bleiben Sacred Steel die einzige Band in dem Bereich, welche mich seit jeher begeistern können und solange selbsternannte Kings of Metal ein Kaspertheater nach dem anderen abziehen höre ich lieber wahren Metal und der kommt aus Ludwigsburg und nicht (mehr) aus dem Staate New York.


Trackliste:

  1. Charge into overkill
  2. Don’t break the oath
  3. Carnage Victory
  4. Broken Rites
  5. Crosses stained with blood
  6. Ceremonial magician of the left hand path
  7. The skeleton key
  8. Shadows of reprisal
  9. Denial of Judas (Heaven betrayed)
  10. Metal Underground
  11. By vengeance and hatred we ride


( 8 / 10 )
( 8 / 10 )

Anspieltipps:

Charge into overkill, Broken Rites, Denial of Judas, Metal Underground

Erscheinungstermin:

23. Oktober 2009

Sacred Steel Myspace

Sacred Steel Homepage



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