Saltatio Mortis - Sturm aufs Paradies

Saltatio Mortis – Sturm aufs Paradies (Review und Kritik)

Saltatio Mortis - Sturm aufs Paradies

CD-Cover geben dem Betrachter oftmals Rätsel über den Zusammenhang von Albumtitel, Lyrics und Dargestelltem auf, man denke da zum Beispiel an das Waka Jawake – Cover von Frank Zappa. Bei Saltatio Mortis scheint dieses Rätsel jedoch leicht zu lösen zu sein. Die dargestellte Szene stellt eindeutig das Ereignis, das auf dem Gemälde „Die Freiheit führt das Volk“ von Eugène Delacroix festgehalten wird, eine Szene aus der Julirevolution 1830, nach. Denn nicht nur Saltatio Mortis wollen das Paradies stürmen, auch die Bürger der Julirevolution stürmten das Paradies auf der Suche nach Freiheit und Glück. Da gibt es nur eins zu sagen: „Hamma wieder was gelernt.“

Saltatio Mortis

„Habgier und Tod“ ist der erste Track und erzählt, typisch für mittelalterliche Rockmusik, eine Geschichte, dabei wechseln sich ruhige und schnelle insturmentelle Begleitung ständig ab. Aufgrund des eingängigen Chorus wird sich der Track sicherlich gut für Konzerte eignen.
Im Gegensatz zu „Habgier und Tod“ ist „Hochzeitstanz“ eher rockig und der Refrain reißt zum Mitsingen mit, dennoch verfügt der Track, nicht zuletzt aufgrund der Lyrics, über einen melancholischen Beiklang. Dabei wird der Track vor allem von den Drums und den Gitarren vorangetrieben. Auch verfügt der Track über einen starken Instrumentalpart, der das Lied in einer walzenden Geschwindigkeit vorantreiben lässt.
Eher langsam beginnt „Ode an die Feindschaft“, jedoch gewinnt der Track zunehmend an Geschwindigkeit, auch gegen Mitte wird das Tempo noch einmal gezügelt.  Auch die Lyrics („…wind gesäht…“) findet auch ein Rückgriff auf das letzte Album statt, zusätzlich sind sie sehr ohrgängig, lassen sich einfach merken.
Passend zur Thematik klingt „Eulenspiegel“ sehr fröhlich. Dennoch begeistert der Song nicht so wie die Tracks zuvor, denn es fehlt das gewisse Etwas. Anrechnen muss man Saltatio Mortis jedoch, dass der Track dennoch irgendwie zum mitsingen anregt.
„Sündenfall“
ist wieder weitaus rockiger. Besonders auffällig ist dabei das Zusammenspiel von Instrumentalbegleitung und der Art des Vortrags der Lyrics, was sich vor allem in einer Temposteigerung im Chorus niederschlägt. Auch die Thematik ist wieder eher klischeehaft.

Sturm Aufs Paradies - Tourposter

„Nachtigall und Rose“ zählt zu den Tracks die wegen des hohen Wiedererkennungswerts einfach im Kopf bleiben. Zusätzlich ist der Track sehr abwechslungsreich und nicht nur das, auch sind die Lyrics sehr ironisch und irgendwie überrascht das Ende auch ein wenig.
Eher wieder ernster ist die Thematik von „Gott würfelt nicht“, denn es lassen sich Themen wie lebensverlängernde Maßnahmen und Sterbehilfe erahnen. Aus diesem Grund ist der Track wohl auch als Ballade gestaltet.
Die instrumentale Begleitung von „Nach Jahr und Tag“ hebt sich nun deutlich von den anderen Tracks ab. Zusätzlich verfügt der Track, obwohl es sich um ein Liebeslied handelt, auch über rockige Parts.
Mit „Orpheus“ greift die Band wieder auf eine mythische Thematik, wie auch schon bei „Prometheus“ auf „Aus der Asche“, zurück. Sicherlich wird der Track live sehr erfolgreich sein, da man automatisch mitsingt und der weibliche Gesangspart sehr mit dem Track harmoniert.
„Spiel mit dem Feuer“ wäre einer von den Tracks die Live zu diversen Tanzaktivitäten auffordern. („Lass uns tanzen“). Dabei stimmt auch das Tempo, ist schnell genug und mit genügend Druck dahinter.
„Fiat Lux“ fügt sich gut in die Liste der anderen Tracks ein, wobei sich balladenhafte Teile mit schnelleren, rockigeren Parts abwechseln.
Bei dem vorletzten Track „Der letzte Spielmann“ geht nun der Refrain irgendwie unter, auch wenn der Track sehr schnell ist. Gerade deswegen ist der Track nicht sonderlich gelungen.
„Wieder Unterwegs“ ist deutlich dynamischer und suggeriert allein dadurch Bewegung und nimmt Bezug auf die Thematik. In dem Track wird von Wandern erzählt, thematisiert Bewegung und Fernweh. Auch der Chorus regt zum mitsingen an. Zusätzlich schließt der Track die CD gut ab und zeigt, dass Saltatio Mortis noch lange nicht genug haben und sicherlich noch einige Zeit länger mit ihrer Musik durch die Welt reisen.

Nachtfalter

Fazit:
Das Album „Sturm aufs Paradies“ verfügt kaum über Tracks, die den Zuhörer nicht auf irgendeine Art begeistern. Fast alle Tracks eignen sich für Konzerte oder Festivals, weswegen ich mich schon sehr freue die Performances dieser Tracks zu sehen. Zwar ist die instrumentale Auswahl der Tracks nicht sonderlich abwechslungsreich, aber dennoch langweilt man sich bei Hören nicht, da die Lyrics dennoch verschiedene Themen aufgreifen.
Auch die Gestaltung des Covers halte ich für sehr gelungen. Zusätzlich ist das Album im Allgemeinen besser als zum Beispiel „Aus der Asche“, das mich persönlich nur wenig begeisterte.

Tracklist:

  1. Habgier und Tod
  2. Hochzeitstanz
  3. Ode an die Feindschaft
  4. Eulenspiegel
  5. Sündenfall
  6. Nachtigall und Rose
  7. Gott würfelt nicht
  8. Nach Jahr und Tag
  9. Orpheus
  10. Spiel mit dem Feuer
  11. Fiat Lux
  12. Der letzte Spielmann
  13. Wieder Unterwegs

9/10

Veröffentlichung: 2.September 2011

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    Also ich finde, gerade die beiden Tracks „Eulenspielgel“ und „Der letzte Spielmann“ als die besten auf dem Album, auch wenn sie hier in der Kritik am schlechtesten wegkommen. Eulenspielgel ist ein total fröhliches Lied, bei dem meines Erachtens nichts fehlt. Enttäsucht bin ich, dass „Der letzte Spielmann“ anscheinend keinen Platz in der Setliste für die laufende Tour gefunden hat, die mir überhaupt etwas kurz vor kommt.
    Aber generell ist Saltatio Mortis eine klasse Bank und Geschmäcker sind und bleiben nun mal verschieden.