Scary Bitches – The Island of the Damned (Review und Kritik)

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Scary Bitches - The Island of the Damned

Die Scary Bitches (warum ist eigentlich niemand vor ihnen auf den Namen gekommen?) sind 3 nicht mehr ganz junge Damen, die allerdings erst 2004 die Goth- und Deathrock-Welt mit ihrem formidablen ersten Langdreher „Lesbian Vampyres from outer Space“ zu begeistern wussten. Ich kannte die Damen bis zu ihrem Auftritt auf dem WGT vor den Specimen jedenfalls nicht, aber sie haben mich damals mit ihrem elektronisch angereicherten Death- und Gothrock und ihrem sehr sehr britischen – nachtschwarzen – Humor. Umso erfreuter war ich, als ich ihr neuestes Album „The Island of the Damned“, besprechen durfte.

Zugegeben: Die Scary Bitches lassen kein Klischee aus der Batcave aus. In „Deathrock Baby“ besingen sie eine Batcaverin, in „The Island of the Damned“ über Zombies, in „Bats“ kommt sogar der so strapazierte Graf Dracula drin vor, „Fifteen for the Bogeyman“ spielt mit Horrorfilmklischees. Musikalische Zutaten sind eine dissonante Melodien zaubernde Gitarre, düsterer Gesang, ein Drumcomputer, dominanter Bass und gruslige Keyboardeffekte, kein Song über 5 Minuten, Tanzbeat. Hin und wieder Kabaretteinflüsse. Alles altbekannter Kram, der bei Christian Death, Siouxsie and The Banshees, Alien Sex Fiend usw. picbereits geil war. Die Damen Alma Geddon und DEADrii Ranciid schaffen es wunderbar, den altbekannten und geliebten Stoff aus der Batcave in so geile und teils auch lustige Songs zu verpacken, dass man darüber so gar nicht böse sein kann. Was sich schon bewährt hat, in besserer Form, kann schließlich auch heute noch verdammt geil sein.

Darum ist „The Island of the Damned“ auch, keine Überraschung für mich, ein geiles Album geworden. Zwar sind hier technische Finessen und große Überraschungen vergeblich zu suchen, aber die braucht man für 50 Minuten Spaß auch nicht zwingend, wenn die Songs stimmen. Hier regiert der Spaß an der Sache – Das hört man den Damen an, wenn man sich großartige, teils böse-sarkastische Songs wie „Island of the Damned“, das von einem sehr verkorksten Badeurlaub erzählt, anhört. Das Lied geht hübsch straight nach vorne, wie eigentlich fast alle Lieder, und wird von einem direkten, tanzbaren Drumcomputerbeat geprägt und geht richtig fein ins Ohr. Da die Bitches aber auch wissen, dass nur die Deathrockkeule langweilig ist, gibt es auch vereinzelte Cabaret- und Burlesque-Einflüsse zu hören, z.B. in der formidablen Coverversion von „Come Dance with Me“ oder „Doppelganger“.

Fenriz
Fenriz

Fazit: 50 Minuten mit einem Dauergrinsen im Sessel zu sitzen tu ich nicht gerade häufig. Die Scary Bitches schaffen das bei jedem Durchgang aufs Neue und überzeugen mit „The Island of the Damned“ mit jedem Durchgang aufs Neue. Zwar ist nicht alles bitterernst gemeint und kommt live um einiges geiler rüber, aber dennoch: Es ist einfach cool gemacht und ein geiler Einstimmer für die zu tausenden stattfindenden Konzerte der charmanten Damen – Es ist, geil, es blutig, es ist albern, es ist woooohooooo und go!


Tracklist:

  1. The Island of the Damned
  2. Deathrock Baby
  3. Lung Cancer
  4. Come Dance with Me
  5. We Must Conform
  6. Fifteen for the Bogeyman
  7. Bats
  8. My Little Itch
  9. Bungalowland
  10. We Were Sensible People
  11. House of The Misery House Of Pain
  12. Doppelganger
( 8,5 / 10 )
8,5 / 10


VÖ: Bereits draußen

Anspieltipps:

– Island of the Damned
– Deathrock Baby
– Come Dance with Me
– Fifteen for the Bogeyman
– Bats
– Doppelganger

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