Secrets Of The Moon - Privilegivm

Secrets Of The Moon – Privilegivm (Review und Kritik)

Secrets Of The Moon - Privilegivm
Secrets Of The Moon - Privilegivm

Manche Dinge dauern eben etwas länger. Diese Weißheit kennt jeder, der sich nicht nur mit überzuckerten Kaubonbons vergnügt, sondern auch derjenige, der sich langfristig mit Musik auseinandersetzt. Und „Privilegivm“ braucht seine Zeit, für manchen eben zu viel, beim anderen zeigt die Platte kaum Wirkung, doch ein Kreis von Hörern, der mit der neuen Ausrichtung seit „Antithesis“ in höchsten Ebenen schwebte, wird mit Album Nummer Vier seine absolut schwarze Freude haben. Denn Secrets Of The Moon haben mit „Privilegivm“ wohl ihr bisheriges Opus Magnum veröffentlicht und zeigen erneut, dass man okkulte Musik wenig plakativ, dafür umso atmosphärischer gestalten kann. 

Und diese Atmosphäre ist bedrohlich, roh und stellenweise wirklich bedrückend, was sich vor allem anhand der manchmal bis zur Schmerzgrenze ausgereizten Wiederholungen vor allem zu Beginn der Stücke bemerkbar macht. Secrets Of The Moon arbeiten mit langen Instrumental-Passagen auf einen absoluten Höhepunkt hin, der sich manchmal aber doch als weniger orgiastisch darstellt, wie man es sich wünschen würde. Vergleicht das Album mit gutem Sex, ihr seit auf dem Weg zur absoluten Ekstase, ihr spürt immer wie ihr immer tiefer in einen Strudel fallt, alles um euch herum vergesst und auf dem letzten Meter wieder abgewürgt werdet und das so oft, dass ihr langsam aber sicher schon nicht mehr sicher seid, ob wirklich der Höhepunkt selbst die wichtige Erfahrung ist, oder vielleicht doch nur der Weg dorthin. Schon allein das eindringliche und bis in die letzten Patterns ausgeschmückte Drumming Thelemnars ist es wert genossen zu werden. Meist geht es eher schleppend und Doom-lastig voran, schnell knüppelnde Parts sind eine Seltenheit, doch auch diesen verfällt man hemmungslos. Rockende Doublebass-Parts beleben das Geschehen, welches sich gar nicht so spektakulär verändern möchte. Interessant sind diverse Experimente, was sich zum Beispiel in Sprechgesang-Passagen der neuen Bassistin LSK wiederspiegelt, oder durch das letzte, an 80er Gothic Rock erinnernde Stück „Shepherd„, welches in dieser Form wohl zu den Höhepunkten des Albums gehört.

Secrets Of The Moon
Secrets Of The Moon

Was auffällt ist, dass man als Hörer von der Grund-Spannung von Anfang bis zum Ende mitgenommen wird, teilweise möchte man der Band zuschreien, „gottverdammt, kommt doch endlich zum Punkt“, doch genau diese Qual ist es, die mitreißt und dank der technischen Perfektion des Trios eine Art Ursprünglichkeit sucht und im längsten Stück „Harvest“ seine höchste Vollendung findet. Schwierig ist es, dem Strudel über die gesamte Albumlänge zu folgen, denn zwischendurch ist es schwer sich in der Vielfalt der Riffs zurechtzufinden. Die Band hat sich zwar selbst auf das Wesentliche besonnen, was sich im Abwechslungsreichtum aber kaum wiederspiegelt. Dieser ist durchweg voranden, doch weniger exzessiv als noch bei Antithesis oder gar bei Carved In Stigmata Wounds. Überhaupt werden viele Hörer sagen, dass die Platte doch einfach nur langweilig sei. Dieses subjektive Empfinden ist durchaus angebracht, denn die Genialität von Privilegivm wird sich kaum jedem offenbaren können, denn es benötigt nicht nur mehrere Durchläufe, sondern auch die Bereitschaft des Hörers, seine üblichen Gewohnheiten und Erwartungen beiseite zu legen, sich in der Musik treiben zu lassen.


iskharian3Fazit: Privilegivm ist für mich ein weiterer Schritt nach vorne, eine Platte, die entdeckt werden will. Eine Platte, die es schwer haben wird, da sie zum einen sehr sperrig ist, zum anderen vielleicht nicht jedem die Befriedigung geben wird, die er von einem Secrets Of The Moon Album erwartet. Nichtsdestotrotz halte ich Privilegivm für das bisher durchdachteste und ausgereifteste Werk der Band, welches eindrucksvoll zeigt, dass die Band trotz aller Veränderungen im Line-Up jetzt mehr denn je zustande bringen wird!


Trackliste:

  1. Privilegivm
  2. Sulphur
  3. Black Halo
  4. I, Maldoror
  5. Harvest
  6. For they know not
  7. A million suns (Bonus Track)
  8. Queen among rats
  9. Descent
  10. Shepherd


( 9,5 / 10 )
( 9,5 / 10 )

Anspieltipps:

Black Halo, Shepherd, Queen among rats

Erscheinungstermin:

18.09.2009

Secrets Of The Moon Myspace

Lupus Lounge

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