Skold vs. KMFDM – Skold vs. KMFDM (Review und Kritik)

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Skold vs. KMFDM

KMFDM-Fans sind derzeit wohl sehr verzweifelt. Weniger wegen der Musik, sondern wegen dem geradezu endlosen Output aus dem Umfeld der Band. Da sei es zunächst KMFDM selber, die mit „Blitz“ ihren 25. Geburtstag feiern, Ex-Sänger En Esch wirkte an der verdammt starken Mona Mur-Produktion „120 Tage – The Fine Art of Beauty and Destruction“ mit und ein zweites, halbechtes KMFDM-Album, das zusammen mit dem ehemaligen Marylin Manson- und vormaligen KMFDM-Gitarristen Tim Skold eingespielt wurde. Der arme Geldbeutel wird ordentlich zu leiden haben. Aber ganz ehrlich – Ich bin mir sicher, das macht den meisten Fans nichts aus, gerade die, die KMFDM mit Tim Skold am besten fanden, sollten Luftsprünge machen, denn Sascha Konietzko und Tim Skold sind große Namen in der Industrial-Szene und haben eine ganz beeindruckende Vita vorzuweisen.

Da ist auf der einen Seite das Engagement Skolds bei Marylin Manson und eben KMFDM, andererseits Konietzkos Pionierarbeit im Bereich des amerikanischen Industrial. Da darf der Speichel schon mal fließen, auch wenn stilistisch da nicht viel neues bei herauskommt. Wer also die KMFDM-Alben „Symbols“, „ATTAK“ und „ADIOS“ zu schätzen weiß, wird es sicher mögen und die für KMFDM typische Mischung aus  böllernden, EBM-lastigen und tanzbaren Beats, ein wenig hackender Gitarre und Vocoder-Gesang zu schätzen wissen. Doch wenn man es ganz objektiv betrachtet, ungeachtet der großen Namen hinter dem Projekt – Es haut mich einfach nicht um – Was allerdings auch daran liegen könnte, dass mir die europäische Industrial-Spielart weit mehr liegt als die amerikanische.

Doch ungeachtet dessen kann sogar ich erkennen, welche Songs mir gefallen und welche nicht. So kenne ich „Why Me“ anscheinend schon seit meiner Anfangszeit als Clubgänger – Der Song, obwohl erst letztens veröffentlicht, klingt nach beliebigem Ami-Industrial und mag deswegen nicht so recht hängen bleiben. Anders sieht es jedoch bei z.B. „Alkohol“ aus. Gemeinsam mit „Bloodsport“ ist dieser Song wohl der Beste der Scheibe und ist ein brachialer Angriff auf die Tanzflächen, der Genrefans nicht kalt lassen sollte. Das s0gar etwas an VNV Nation erinnernde „Love is Like“ ist zwar nicht so gut wie die beiden genannten, doch weiß den Clubgänger in rhytmische Zuckungen zu versetzen. Doch der Rest – insbesondere die überflüssigen und teilweise nervigen Interludes – ist grauer Durchschnitt, über den es mir schwerfällt, viele Worte zu verlieren.

Fenriz
Fenriz

Fazit: Für den KMFDM-Fan mit zuviel Geld in der Tasche sicher eine sehr lohnende Anschaffung. Für den durchschnittlichen Electrohead jedoch nicht viel mehr als ein Schnellschuss mit ein paar zufällig gelungenen Hits. Dass Konietzko und Skold es besser können, kann man auf jeder beliebigen anderen Scheibe nachhören. Insgesamt ein zwiespältiges Ding, das eher von den großen Namen und seiner etwas außergewöhnlichen Geschichte (Die beiden Musiker hatten sich aufgrund des Abstands zwischen Hamburg und Amerika während des Aufnahmeprozesses nie gesehen und nur MP3s geschickt) dahinter lebt. Muss man nicht haben, kann man aber. Wenn ich mich zwischen „Blitz“ und diesem Album entscheiden müsste, hat „Blitz“ jedoch klar die Nase vorn.


Tracklist:

  1. Why Me
  2. Bloodsport Interlude
  3. Antigeist
  4. Alkohol Interlude
  5. Bloodsport
  6. Error 404 Interlude
  7. Love is Like
  8. Antigeist Interlude
  9. It’s not what
  10. Love is Like Interlude
  11. A Common Enemy
  12. Porn, Kitsch and Firearms Interlude
  13. Error 404
  14. All Or Nothing Interlude
  15. Porn, Kitsch and Firearms
  16. It’s not what Interlude
  17. Gromky
  18. A Common Enemy Interlude
  19. Alkohol
  20. All Or Nothing
  21. Why Me Interlude
( 6 / 10 )
6 / 10

Veröffentlichungsdatum: Bereits erschienen

http://www.skoldvskmfdm.com/

Anspieltipps:

– Alkohol
– Love is Like
– Bloodsport

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