Solanaceae – Solanaceae (Review und Kritik)

solanaceae-cover

Vier Jahre, nachdem er mit „Sonnenheim“ eines der besten Neo-Folk Alben der letzten Jahre ablieferte, kehrt Kim Larsen mit seinem neuen Projekt Solanaceae zurück. Wie sich das selbstbetitelte Album von Larsen’s Hauptprojekt :Of The Wand And The Moon: unterscheidet werde ich im nachfolgenden ausführen. Eines sei aber schon jetzt verraten: es handelt sich um keine OTWATM-Kopie und Freunde des Psychedelic-Folk der 60er und 70er kommen garantiert auf ihre Kosten.

 

 

Dabei kommt die musische Überleitung nicht mit der Brechstange. „I Saw Them Through The Pines“ ist ein klassischer Larsen-Song, wie er auf jedem Album von OTWATM zu finden wäre: Ruhiger Gesang, zurückhaltendes Gitarrenspiel und eine fesselnde, sowie magische, Atmosphäre umgibt das Lied. Beim genauen hinhören merkt man aber, es klingt keinesfalls melancholisch. Verbindet man Kim Larsen sonst mit der dunklen Winterjahreszeit, ist der Song wärmer und freundlicher. Verstärkt wird der Eindruck im nachfolgenden Song: in „Through The Threes Spears The Sun“ wird der musikalische Sommer endgültig eingeführt. Ein harmonisches Saiten- und Violinenspiel zeugen von einer leichten Harmonie und so zieht sich die Unbeschwertheit über eine knappe Stunde Spielzeit hindurch. Kim Larsen ist dabei nicht allein, er versammelt allerhand Gäste um sicht: Michael Laird (Unto Ashes), John van der Lieth (Sonne Hagal), Vincent Farrow (Solblot), Pythagumus Marshall (Novemthree) und Fanella Overgaard sowie Anne Elthard (beide aus den OTWATM-Alben bekannt). Ein Highlight des Albums liefert allerdings Arrowwood’s Sängerin Chelsea Robb im verträumten „O Deep Woods“. Ihre engelsgleiche Stimme lässt den Hörer regelrecht in eine andere Welt gleiten. Allgemein ist festzuhalten, dass alle Musiker ihre eigenen Stile einbringen und die Summe dieser Stile formt ein Gesamtbild den man sich nicht entziehen kann. Im Gegensatz zu OTWATM wirkt die Musik um ein vielfaches psychedelischer, hypnotischer – und steht dabei ganz in Tradition von Bands wie Bron Area oder Folkdove. Dennoch werden nicht ganz so viele Experimente gemacht wie in den 60ern und 70ern. Die Neo-Folk Wurzeln sind immer zu hören und genau diese Mischung aus Tradition und Moderne gibt „Solanaceae“ den letzten Schliff. Interessant ist auch die Instrumentalisierung. Die Gitarre steht immer im Mittelpunkt. Rundherum gesellen sich Violine, Bodhran, Akkordeon, Perkussion und verschiedene Flöten.

Kim Larsen
Kim Larsen

Stellt Euch einen tiefen Wald mitten in einer Sommernacht vor. Stellt Euch näher vor: ihr schreitet gemächlich durch diesen Wald, nehmt die Gerüche der Natur auf, bewundert die majestätischen Bäume. Durch die Musik wird das Bild vor dem geistigen Auge auf beeindruckende Weise manifestiert. So drehen sich die Texte vornehmlich auch um Wälder, Magie und Mysterien. Sie erzählen nicht nur interessante Geschichten, sie laden zum träumen ein. Zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass es sich hierbei um eines der besten Veröffentlichungen im Folk-Genre des bisherigen Jahres handelt. Selten hört man auf einen Folk-Album so viele Einflüsse. Und noch seltener sind diese verschiedenen Einflüsse so gekonnt verwoben wie hier. Trotzdem muss bemerkt werden, dass der Einstieg nicht ganz so leicht fällt. Viele Songs offenbaren ihre Magie erst nach mehrmaligem Hören und bei einer stimmigen Atmosphäre. Mal eben kurz reinhören ist bei diesem Album also nicht wirklich vorteilhaft um sich einen guten Eindruck zu machen. Als Hörer braucht man Zeit um sich zu öffnen und sich auf die Stücke einzulassen. Belohnt wird man mit einer Stunde vielschichtiger, reizvoller und mitreißender Musik.

Fazit:
Ich finde das Album wirklich hervorragend. Vor allem die einschlägigen Psych-Folk Elemente in Covergestaltung und Musik machen so einiges her und lassen das Album zuträglich von der Masse abheben. Für einen ruhigen Waldspaziergang oder einen romantischen Abend inklusive Kerzenschein und Räucherwerk ist das neue Werk von Kim Larsen bedenkenlos zu empfehlen. Infolgedessen eine klare Kaufempfehlung an alle Freunde des Genres.

Trackliste:

1. I saw them through the pines / They only walk on moss
2. Through the trees spears the sun
3. Fenella
4. Feel the blood of my lady
5. Oh deep woods
6. Nakkiel II 
7. Midnight garden
8. Samorost
9. The blood of my lady II
10. Hemlock and Mandrake fields
11. The swallows spirals through them
12. Nihil sum
13. I saw her through the pines

( 8,5 / 10 )
( 8,5 / 10 )

Anspieltipps:

– Feel the blood of my lady
– Oh deep woods
– The swallows spirals through them
 
Veröffentlichung:
12. Juni 2009
 
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