Srodek - Förfall
Srodek - Förfall

Srodek – Förfall (Review und Kritik)

Srodek - Förfall
Srodek - Förfall

Bands mit Pseudonymen wie „Nekrofucker“ sind mir ja die Liebsten. Keine Kompromisse, keine Überschneidungen mit artfremden Genres, einfach nur pvrer Black Metal in seiner reinen Perversion. Der Schwede mit dem verheißungsvollen Namen hat vor kurzem das zweite Album seines Projektes Srodek unter die Leute gebracht – und widererwarted ist „Förfall“ alles andere als der dreckige Hassbolzen für den man die Scheibe bei dem wenigen Hintergrundwissen halten sollte.

Eigentlich ist sogar das Gegenteil der Fall. Nach dem Intro folgt zwar mit „Bleak“ ein spektakulär unspektakulärer Einstieg der auf jeder x-beliebigen skandinavischen Black Metal Scheibe zu finden sein könnte, aber schon mit dem Titeltrack „Förfall“ zeigt sich dass der Schwede auch anders kann. War im Song zuvor höchstens das Riffing positiv zu bemerken, hat sich hier einiges am Gesang getan. Nekrofucker klingt „klarer,“ sprich: er setzt nicht auf typisches Gekreische oder Krächzen sondern brüllt eher. Etwas hallend in den Hintergrund gemischt, macht diese Form der

Nekrofucker
Nekrofucker

Vocals wirklich einiges her und verhelfen auch dem etwas unkonventionellen „Rotboskogens Djup“ zu gesteigerter Aufmerksamkeit.

„Unkonventionell“ deshalb, weil es wie ein Schlagerlied auf irgendeinem Schützenfest beginnt und dann von einer Rede eingeleitet wird. Deren Inhalt kann ich hier jetzt leider beim besten Willen nicht wiedergeben – wer ist hier zulande schon des Schwedisch mächtig? Und als wollte man nach diesem Volksmusik-Intro dem Ganzen noch die Krone aufsetzen verfügt „Vågtjärns Svarta Vatten“ dann noch über eine ungewöhnlich fröhlich klingende Gitarrenarbeit. So heitere Riffs sind im Black Metal selten und prägen sich daher um so mehr ein. Ich muss zugeben, dass ich weder beim Artwork, noch beim ganzen Auftreten der „Band“ mit so einem eigenständigen Werk gerechnet hätte. Das ganze hat eine nicht gerade kleine Portion Charakter und einen völlig eigenen Charme der mit einer ordentlichen Produktion daher kommt und wesentlich mehr als nur „solide“ ist. Um so trauriger, dass man nach nur 37:15 Minuten am Ende der Scheibe angekommen ist. Ein von Streichern getragenes „Outro“ gibt dem Ganzen zwar noch mal einen würdigen Abschluss, aber schade ist es schon dass man hier nicht mehr geboten bekommt.

Fazit: Sehr ordentliches Album – besonders positiv bemerkt man schnell, dass dem Mann die Arbeit mit Saiteninstrumenten sehr liegt. Die Drums stechen zwar das komplette Album über nicht sonderlich heraus, aber bei der starken Atmosphäre die alleine durch die Gitarre erzeugt wird lohnt sich ein rein hören schon. Das Album macht richtig Spaß, und sollte von Anhängern skandinavischen Black Metals definitiv angespielt werden. Großes Manko ist natürlich die kurze Spielzeit, allerdings sollte man wohl auch die größte Eigenständigkeit genau wie die deutlich hörbaren 90er Querverweise, nicht bis auf´s äußerste ausreizen. Abschließend kann ich sagen, dass dieses Album Anhänger von Bands wie Burzum oder auch alten Darkthrone kaum enttäuschen dürfte.

Titelliste von „Förfall“

  1. Echoes from the Past
  2. Bleak
  3. Förfall
  4. Rotboskogens Djup
  5. Vågtjärns Svarta Vatten
  6. Ödestad
  7. Outro

7,5 / 10

Anspieltips:
> Förfall
> Rotboskogens Djup
> Vågtjärns Svarta Vatten

Erscheinungstermin:
01.03.2011

http://www.myspace.com/srodek

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