Stielas Storhett - Expulse

Stielas Storhett – Expulse (Review und Kritik)

Stielas Storhett - Expulse

Fünf Jahre sind seit dem in meinen Ohren recht gelungenen, letzten Album Vandrer vergangen, in der Zwischenzeit gab es neben einer Split noch eine EP, die eindeutig eine Entwicklung weg vom Darkthrone/Burzum-BM in Richtung katatonesker Tonlandschaften aufzeigte, welche sich nun mit Expulse bestätigen sollte. Alleiniges Bandmitglied Damien T.G. aus dem russischen Murmansk, welches näher an Helsinki als an Moskau am nördlichen Polarkreis liegt, stellte mit Expulse ein wirklich hervorragendes Album zwischen Black Metal, Post Rock und leichter Progressivität auf die Beine.

So befremdlich wie das ungewöhnliche Cover beginnt Dying delirium dank Baby-Geschrei, dennoch mausert sich das Stück zu einem melodischen Katatonia-Tribut, die singende Leadgitarre hat der Russe also auch weiterhin beibehalten, für mich ein großer Pluspunkt, hat diese doch Vandrer zu etwas besonderem machen können. Richtig stark wird der Song nach knapp fünf Minuten, wenn Blasts einsetzen und sich die wundervollen Melodien, einschließlich Solo, ihren Weg in die Gehörgänge bahnen. So weit, so gewöhnlich möchte man sagen, doch sei jedem gesagt, dass das wirklich spannende erst gegen Mitte der Scheibe passiert. Der Hörer wird quasi behutsam darauf vorbereitet, was noch so kommen mag. Schade ist, dass der Gesang etwas gleichförmig daher kommt, aber zum Glück nie nervig wird. Gott sei dank keift Damien in einer angemessenen Tonlage und versucht nicht als weitere Varg-Kopie aufzufallen. So würde ich sagen, Gesang ist zweckdienlich, aber nicht weltbewegend.

Damien T.G.

Richtig los geht es dann mit fast neun minütigen All paths lead to oblivion, schon beinahe an alte Opeth erinnernde ruhige Akustikpassagen und harte progressive Abschnitte liefern sich ein Duell und doch vergisst Damien nicht woher er kommt und schmückt das Stück mit gut getimten Blasts aus. Überraschend wird es dann, wenn Damien tatsächlich clean singt, was nicht nur ansatzweise etwas an Niklas Kvarforth erinnert. Generell kann man Expulse wohl etwas vorwerfen sich nahe an den schwedischen Shining zu bewegen, doch ist mir Stielas Storhett wesentlich sympathischer als der schwedische Selbstmordzirkus. Songs wie dem kurzen, instrumentalen Hush-a-bye kann man diese so bekannte russische Seele gepaart mit Pink Floydscher Gitarrenarbeit absolut anmerken, Two lifeless months treibt herrlich nach vorne, das Titelstück Expulse zeigt, dass man ein ansonsten so grausames Instrument (meine Meinung) wie das Saxophon richtig stimmungsvoll einsetzen kann und vor allem das letzte Stück Angel of death lässt einem so richtig das Herz aufgehen. Ein Anfangsriff, so herzzerreissend, ein perfekter Songverlauf dank tollem Spannungsbogen, hier stimmt die Atmosphäre einfach!

Fazit:

Damien T.G. hat seiner Musik eine deutlich Entwicklung anheim werden lassen, die mich völlig begeistern kann. Ganz ohne lästigem Firlefanz, sondern mit spielerischer und songwriterischer Finesse, ist ihm mit Expulse ein hervorragendes Album gelungen, welches dank der sauberen und druckvollen Produktion ganz vorne mitspielen kann. Fürs nächste Mal noch etwas mehr Experimentierfreude, aber bis dahin ist Expulse ein absoluter Kauftipp!

Trackliste:

  1. Dying delirium
  2. Buried by storm and eternal darkness
  3. All paths lead to oblivion
  4. Hush-a-bye
  5. Two lifeless months
  6. Expulse
  7. Angel of death
(9/10)

Erscheinungstermin:

19. September 2011

Stielas Storhett Myspace

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