Stream of Passion - Darker Days

Stream of Passion – Darker Days (Review und Kritik)

Stream of Passion - Darker Days

Darker Days ist das vierte Album der niederländischen Gothic/Dark-Metal-Band Stream of Passion um die mexikanische Sängerin Marcela Bovio.

Die Band wurde 2005 von Arjen Lucassen gegründet, der jedoch seit 2007 nicht mehr dabei ist.

Sowohl der Bandname als auch der Albumtitel sind Programm: Marcela Bovios Stimme ist wahrhaftig ein Ausdruck der puren Leidenschaft, die vielleicht nicht zuletzt mit ihrer mexikanischen Herkunft zusammenhängt, denn auf dem Album versteht es die Band immer wieder, epische Streicher- und Klavierparts, eingespielt durch Keyboarder Jeffrey Revet mit harten Gitarren, gespielt von Eric Hazebroek und Stephan Schultz, dem mexikanischen Handzuginstrument Bandoneon“ und exotischen Melodieläufen zu verbinden.

Marcelas Gesang ist sehr vielseitig und geht an vielen Stellen richtig unter die Haut. Auch die Streicher- und Klavier-Arrangements sparen nicht mit herzzerreißend schönen Läufen, die den leidenschaftlichen, eindringlichen Gesang perfekt untermalen.

Das Album beginnt mit dem fulminanten Opener „Lost“. Der scheppert gut los mit kräftigen Gitarren und Streichern (die Marcela, die nicht nur Sängerin, sondern auch Geigerin ist, auch selbst komponiert) und geht dann in das Songschema über, das sich durch das ganze Album zieht: Episches, impulsives Intro, dann Wegfall der Gitarren und instrumentale Begleitung zum Gesang, Refrain wieder mit Gitarren. Hier finden sich schon die ersten Bandoneon Tango-Elemente, die schon zu Beginn die lateinamerikanischen Einflüsse erkennen lassen. In der Strophe zeigt sie schon gleich zu Beginn des Albums, welchen Spielraum ihre Stimme bietet, sowohl was die Tonhöhen als auch die stimmliche Dynamik angeht.

Marcelas Stimme ist wirklich voller Emotion und Leidenschaft. Die Keyboard- und Streicher-Arrangements fügen sich mit düsteren, schweren, melancholischen Klängen perfekt ein.

Langsamer und ruhiger und mit weichem Gesang geht es dann mit „Reborn“ weiter. Im Refrain geht Marcela schön in die Höhen und der düstere-romantische Melodienlauf, der mit einem wunderschönen Klavier-Teppich unterlegt wird, sorgt bei der Textpassage „right through the darkness“ schon für Gänsehaut!

Collide“ beginnt wesentlich härter mit einer Gitarre, die fast schon an Thrash erinnert. Dann wird es, wie gewohnt, wieder ruhiger und Marcela setzt mit einer schon fast leicht orientalisch anmutenden Gesangsmelodie in tiefen Tönen zur Strophe an. Der Refrain ist langsam, mit abwechslungsreichem Gesang und geschickt gesetzten Streicher-Akzenten. In der zweiten Strophe darf dann auch die Gitarre mitmachen. In der Mitte gibt es sogar ein kleines Gitarrensolo – diese kommen insgesamt auf der Scheibe jedoch leider viel zu kurz.

In „The Scarlet Mark“ bekommen wir ein von Streichern dominiertes Intro. Auch hier spielt Marcela gesanglich wieder mit exotischen Harmonien, bei denen sie sich von einem dunklen Klavier und harten Gitarrenriffs begleiten lässt. Der Refrain erinnert durch die immer noch epischen Streicher schon fast an Filmmusik. Zwischendrin gibt es ein kurzes Gitarrensolo mit Klavierakzenten.

Spark“ beginnt mit Klavier und Bandoneon und weist wieder diesen melancholischen mexikanischen Gesang auf. Der Gesang wird in diesem Stück sogar zweistimmig. Dieser zweistimmigen Gesang ist übrigens ein Extra, das man nur auf dem Album genießen darf, denn live wird Marcela von ihrer Schwester Diana als Backgroundsängerin tatkräftig unterstützt. Das Stück ist ein rein akustisches Stück, in dem gekonnt mit den Harmonien gespielt und eine wunderschöne düster-romantische Atmosphäre geschaffen wird.

Das Intro von „Our Cause“ erinnert am Anfang wieder an Filmmusik und bringt dann die mexikanische, tangoartige Melodik ein, die dieses Mal auch durch die Gitarrenriffs widergespiegelt wird. Das Bandoneon fehlt auch hier nicht und Marcela singt die Strophen in ihrer Muttersprache Spanisch. Der Refrain ist wieder auf Englisch mit reiner Klavierbegleitung, die später noch von den Streichern untermalt wird.

Das gleichnamige Stück zu Albumtitel „Darker Days“ ist wieder ein etwas energischeres Stück mit wesentlich mehr Härte in den Gitarren und auch einem etwas kräftigeren Gesang in den Tiefen.

Die nächsten drei Tracks, „Broken“, „This Moment“ und „Closer“ bieten leider nicht allzu viel Neues, da die Band hier ein wenig stark an ihrem Schema, was den Songaufbau und die gesangliche Gestaltung angeht, kleben bleibt.

Stream of Passion

Das Stück „The Mirror“ ist wieder etwas härter, sehr episch, zeigt gekonnte Höhensprüngen im Gesang und hat auch wieder ein Gitarrensolo.

Nadie Lo Ve“ ist ein reines Akustikstück mit romantischer Klaviermelodie und schwerem Gesang auf Spanisch.

Das Album wird mit dem letzten Song , „The World Is Ours“ passend zum Opener perfekt abgerundet, das hiermit ebenso episch und fulminant endet, wie es anfängt.

Fazit:

Zwar erinnern Stream of Passion stilistisch (epische Streicher und cleaner, klassischer Frauengesang) schon ein wenig an ihre Landsleute von Epica, Within Temptation und The Gathering, was sie jedoch deutlich wieder von diesen abhebt sind zum Einen die lateinamerikanischen Elemente (Bandoneon, Tango-Melodien, spanische Sprache) und zum Anderen, dass sie gelegentlich für das Genre untypische Beatdowns, die die Gitarren und das Schlagzeug, gespielt von Martijn Peters einbauen, die man normalerweise eher aus dem Hardcore kennt. Dies verleiht der Musik von Stream of Passion noch mal ein individuelle Note. Was leider noch fehlt, ist die Abwechslung. Wenn man das halbe Album durch gehört hat, klingt irgendwie alles sehr ähnlich und die Songs sind fast alle nach demselben Schema aufgebaut. Auch die Melodien und der Einsatz der Instrumente bzw. deren Gewichtung ähneln sich in den meisten Stücken. I.a. Kommen meiner Meinung nach die Gitarren etwas zu kurz. Abgesehen davon ist das Album jedoch durchaus gelungen und von dieser Band werden wir in den Bereichen des Dark-/Gothic-/Symphonic-Metal sicherlich noch Einiges Hören. Für die anspruchsvollen Streicher- und Klavierarrangements, die kreativ und geschickt eingesetzten lateinamerikanischen Elemente und Marcelas eindringlichen Gesang gibt es von mir 8 von 10 Punkten.

Tracklist:

01. Lost
02. Reborn
03. Collide
04. The Scarlet Mark
05. Spark
06. Our Cause
07. Darker Days
08. Broken
09. This Moment
10. Closer
11. The Mirror
12. Nadie Lo Ve
13. The World Is Ours

8/10

Anspieltipps:

Lost, Reborn, Darker Days

Erscheinungsdatum:

bereits erschienen

Links:

Stream of Passion – Official Homepage

About Mustaveri

Alter: 28 Beruf: Übersetzerin (freiberuflich) Lieblingmusik: Metal (Death, Dark, Black, Thrash, Symphonic, Gothic) Hobbys: Musik, Sport, Schreiben, Kunst, Kochen

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