The Agonist – Lullabies For The Dormant Mind (Review und Kritik)

Lullabies For The Dormant Mind
Lullabies For The Dormant Mind

Selten bringt eine Band einen noch zum Staunen. Noch seltener sind diese Bands dann auch noch erfolgreich und sinken nicht auf ein bedeutungsloses Niveau ab. Solch einen Fall bilden The Agonist, die mit ihrem letzten Album „Once Only Imagined“ so einige verblüfft haben. Zum einen mit massen kompatibler und innovativer Musik im Metal-Bereich. Dafür wurden sie von den alten Hasen direkt mit dem negativ behafteten „Metalcore“ abgestempelt. Dabei konnten sie allein in unserer Redaktion 2 Black Metal Fans von sich überzeugen und das will was heißen. Zum anderen haben sie die wohl best außenstehendste Frontfrau seit Tarja Turunen, die auch noch die meisten Männer weggrowlt. Was haben sie mit dem neuen Stück für uns parat?

Hält man die Platte in der Hand, fällt einem das schöne Cover auf, das sehr stimmungsvoll gehalten ist. Ist die CD im Spieler bemerkt man, dass es 11 Vollzeitsongs sind. Das sind fast genau so viele, wie auf der letzten Platte. Begrüßt wird man von der bekannten Härte und den gnadenlosen Growls der Fronttfrau Alissa White-Gluz, die abwechselnd auch wieder süß und romantisch klingen kann. Alle Songs sind eingängig, abwechslungsreich und melodisch ohne Blastbeats außen vor zu lassen. „Waiting for the Winter“ ist das schönste Stück unter den eh schon sehr guten Stücken. Bis Song 7 keine großen Überraschungen.

Doch Song 8. Hoppla? Tchaikovsky? „Swan Lake“. Eindeutig. Passt wundervoll in das Konzept des Albums. Hat „Schlaflied“-Charakter. Die Idee ist ohne Frage super. Überrascht wieder. Leider muss man sagen, dass beim 2. Hören sich der Song weniger gut anhört, da das A Capella nur einstimmig gesungen und von Keyboard „Ah“s unterlegt wurde. Das hört sich schon grenz wertig künstlich an.

Die nächsten Songs wieder mit dem altbewährten Konzept, das einem aber erstaunlicherweise nicht langweilig wird. Irgendwie schaffen „The Agonist“ es doch immer wieder neue Melodien einzubauen. Toll. Der letzte Song „Chlorpromazine“ ist sowohl abschließend als auch repräsentativ für das ganze Album. Das Tempo wurde etwas raus genommen, der Song wirkt noch etwas eingängiger. So schließt man ein Album ab!


Messi
Messi

Fazit:

Ich bin wieder mal begeistert. Es ist schön, von einer Band umgehaun zu werden, die gar nicht in das eigene „Beute-Schema“ passt. Das ganze Album wirkt noch runder, eingespielter, aber keineswegs langweiliger als der Vorgänger. Im Gegenteil, die Platte hat in den Songs mit dem altbewährten Rezept die Rhytmen und Melodien noch eingängiger. Mein einziger Kritikpunkt, als geouteter Tchaikovsky und Opernfan ist die Vergewaltigung dieses klasse Stücks. Ich werde aber darüber hinwegsehn, da man als Band auch nicht mal schnell das London Symphony Orchestra engagiert, nur um 2:58 einzuspielen. Anhören solltet ihr euch „Chlorpromazine“. Nicht der Knaller des Albums, aber sehr repräsentativ.



(10/10)
(10/10)


Bandhomepage

MySpace Seite der Band

Releasetermin: 10.März. 2009



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