The Other - New Blood

The Other – New Blood (Review und Kritik)

The Other - New Blood

Seien wir mal ehrlich – Wer will die niedlichen Ghouls von The Other nicht knuddeln? Wenn man es sich recht überlegt, gibt es nichts lustigeres, lebensbejahenderes als Horrorpunk – Die B-Movie-Aliens, -Zombies und Mörder sind klischeeig komisch (und das ist absolut positiv gemeint!) und zaubern mit eingängigen, punkigen Hooklines ein dickes, fettes Grinsen ins Gesicht. Es ist blutig, es ist albern, es ist woohoo und go. Und The Other, die niedlichen Misfits-Freaks mit dem Gespür für den humorigen Arschtritt, ganz besonders – Immerhin gelten die Mannen um Rod Usher als eine der besten Horrorpunkbands Europas, wenn nicht sogar weltweit.

Und ganz ehrlich: Wer weiß nicht schon, was ihn erwartet, wenn er Songtitel wie „Ghost Ride To Hell“ oder „Transylvania“ oder, meinen – rein vom Songtitel her – Favoriten, „We All Bleed Red“ liest? Genau das, was man von The Other hören will und auch punktgenau (und mit überraschend fetter Produktion – ein gewisser Waldemar Sortycha saß an den Reglern) serviert bekommt: Punkige Ohrwürmer mit Kick-Ass-Faktor und Gruselattitüde, die derzeit so in dieser Form von keinem anderem der hunderttausenden Genrevertreter so überaus geil gebracht werden können.

Klar, Überraschungen gibt es auf „New Blood“ ebensowenig wie auf den vorherigen Releases der sympathischen, knuddligen Ghouls. Aber das macht nichts, die Qualität stimmt sowas von, und niemand hätte von The Other jetzt erwartet, dass sie tiefgründig werden. The Other sind das, was sie immer waren und immer bleiben werden: Perfektes Horror-Entertainment, Gestalten aus B-Movies, die B-Movie-Soundtracks schreiben. Und dennoch, 2 Songs stechen heraus aus dem von den Ramones, The Damned und den omnipräsenten Misfits geprägten Sound: „Hier kommt die Dunkelheit“, ein deutschsprachiger Song, der leider nicht so gut gelungen ist wie „Der Tod Steht dir gut“ vom Vorgänger, die Danzig-Reminiszenz „In League With the Devil“ und „The Lovesick Mind“, ein Song, der sich sehr weit in Frühachtziger-Goth-Gefilde vorwagt und Reminiszenzen an Bands wie The Damned zu ihren Goth-Zeiten und uralten Sisters gibt.

Fenriz

Insgesamt als0 wieder Maßarbeit, mit der The Other sicherlich einige neue Fans gewinnen werden – Die Songs stimmen allesamt, die Produktion ist – für Punk- und insbesondere Horrorpunk-Verhältnisse – enorm amtlich und tritt Ärsche, die Refrains sind eingängig und jeder Song könnte als „Hit“ super durchgehen. Eine so durchgängig hochqualitative Scheibe habe ich in letzter Zeit sehr selten nur gehört, auch wenn man an dieser Stelle ankreiden könnte, dass man etwas mehr hätte wagen können – Aber das wäre an dieser Stelle Haarspalterei, ich hol mir erstmal ein Bier und dann noch ein Durchlauf.

Tracklist:

  1. New Blood
  2. Back to the Cemetary
  3. Transylvania
  4. Ghost Ride to Hell
  5. Hier Kommt Die Dunkelheit
  6. The Burial
  7. Castle Rock
  8. The Lovesick Mind
  9. Talk To The Dead
  10. Blood Runs Cold
  11. In League With The Devil
  12. Demons Walk The Earth
  13. Howling At The Moon
  14. We All Bleed Red
8/10

VÖ: Bereits erschienen

Anspieltipps:

– The Burial
– The Lovesick Mind
– Back To The Cemetary

www.myspace.com/theother

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