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Theatres Des Vampires – Moonlight Waltz CD + DVD (Review und Kritik)

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Theatres Des Vampires, die italienischen Gothic-Metaller, waren  mit „Moonlight Waltz“ auf Tour, nun gibt es dazu auch noch eine Live-CD mit drei neuen Tracks aus dem Studio und einer Live-Aufnahme aus Moskau, wobei sowohl Titel vom neuen Album als auch alte Klassiker dabei sind. Ein Problem, das Metalfans meist mit der Band haben, liegt ja in ihrer schon fast klischeehaften Art, Keyboard-Klänge mit dominanten weiblichen Vocals in den Vordergrund zu stellen und den Rest der Band als Nuancen zu degradieren. So wird es ihnen zumindest teilweise vorgeworfen.

Natürlich könnte man diesen Vorwurf auch bei den neuen Songs wieder machen, man gebe allerdings zu bedenken, dass diese Stücke für den Film „The Cult Of Lamia“ gedacht sind, in dem Sonya Scarlet mitspielt. Na, wenn sie da auch so knapp aufträgt wie auf der Bühne, dann wird’s wohl ein Kassenschlager.

Trotzdem lassen es sich die Theatervampire nicht nehmen, mit „My Winter Storm“ für Gothic Metal und Filmmusik einen ziemlichen Brecher vom Stapel zu lassen. Klimpernde Melodien und Orchesterpauken werden schon bald von donnerndem Doppelbass und Streichern abgelöst, die das Hauptthema bilden. Sonya Scarlet „ächzt“ ihren Text in den Strophen solo ins Mikro, bekommt aber im Hauptteil chorale Unterstützung. Ein sehr gelungener Einstieg mit Ohrwurm-Potenzial, gegen den die anderen beiden Stücke der Cult Of Lamia-Trilogie etwas schwächeln.

Das eigentliche Konzert beginnt schon fast prozessionsartig mit „Keeper of Secrets“ und begeistertem Jubel der Fans, der sich in die eingespielten Choräle mischt. Nach knapp zwei Minuten wird es bedrohlicher und die Pauken hämmern wieder los, dann mischt sich Gabriel ein und das Theater kann losgehen.

Sonya im Rampenlicht

Sonyas Gesang hebt sich auf der gesamten Aufnahme nicht nur durch ihre stimmliche Varianz, sondern auch durch ihre stark in den Vordergrund geschobene Abmischung ab.

Teilweise ist ihr Organ schon arg zu stark zu hören, sodass die Gitarren – wieder einmal – nur einmal die Nebenrolle bekommen. Das wäre ja auch gar nicht so schlimm, wenn die Gitarren nicht auf dem neuesten Album auch tragende Funktionen übernommen hätten und es nun klingt wie Sonya Scarlet in einer Moskauer Karaoke-Bar mit ihren eigenen Songs.

Die Gitarrensoli gehen schon fast im Gesamtklang unter, lediglich der Bass hat es halbwegs gut erwischt. Die Stimmung scheint aber sehr gut, das Geschrei ist nach jedem Song groß – insbesondere wenn alte Stücke wie „Blood Addiction“ oder „La Danse Macabre de Vampire“ angesagt werden. Sonyas Aussprache hakt an manchen Stellen noch ein wenig, Ansprachen sind teilweise nur sehr schwer oder bruchstückhaft zu verstehen. Klar und deutlich sind dagegen die Elektro-Anteil, besonders gut zu hören bei „Blood Addiction“.

Fazit:

Insgesamt eine Aufnahme mit Schwächen, wie sie Bands von der Größe TDVs eigentlich nicht mehr passieren sollten. Aber auch Schwächen sind nur subjektiv, vielleicht möchte der Herr Gitarrist ja auch gar nicht, dass man hört was er da zusammenspielt. Das fast schon obligatorisch blutbespritzte Cover reißt den Betrachter nach dem Moonlight Waltz-Albumcover jetzt auch nicht mehr derart vom Hocker, aber nett anzusehen ist es schon. Die drei neuen Studioaufnahmen stellen eine schöne Überraschung dar, können aber nicht über den restlichen Sound hinwegtäuschen. Hier geht es ganz klar ums Live-Gefühl, und da kann auch diese Scheibe nicht viel verkehrt machen.

Dennoch aufgrund genannter Schwächen nur im Mittelfeld.

Tracklist:

01. My Winter Storm
02. The Lost Grace
03. Apart
04. Keeper Of Secrets
05. Bring Me Back
06. Lilith Mater Inferorum
07. Angel Of Lust
08. Sangue
09. Le Grand Guignol
10. Unspoken Words
11. Carmilla
12. Blood Addiction
13. La Danse Macabre Du Vampire
14. Kain

(6 von 10)

Erscheinungsdatum:

30. April 2012

Anspieltipps:

My Winter Storm

Links:

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