Thränenkind – Eine Momentaufnahme – Der Rest ist nur Einsamkeit (Review und Kritik)

Thränenkind - Eine Momentaufnahme - Der Rest ist Einsamkeit
Thränenkind - Eine Momentaufnahme - Der Rest ist Einsamkeit

Thränenkind – Eine Momentaufnahme – Der Rest ist nur Einsamkeit (Review und Kritik)

„Manchmal muss man einfach nach der Tür greifen, um zu sehen, dass sie schon lange offen steht.“

Ich bin allein. Ich sitze im Dunkeln, denke an nichts, fühle nichts, die absolute Leere. Mein Blick schweift nicht umher, leblos starre ich in die Dunkelheit. Ein Windhauch. Habe ich etwa vergessen das Fenster zu schließen? Ich sehe auf und entdecke im Lichterschein eines vorüber fahrenden Autos das weiße Stück Papier am Boden. Dein Brief. Gedanken kriechen in meinen Kopf, all das Verdrängen, wofür eigentlich? Ich denke ja doch immer wieder daran, wie es früher war. Ob du auch an mich noch denkst? Oder versuchst du wie ich alles zu verdrängen, was zwischen uns passiert ist?

Szenenwechsel

Thränenkind
Thränenkind

Hoffnungslos. Was habe ich bisher erreicht? Menschen kommen, Menschen gehen. Nur ich kann mich nicht lösen. Ich weine jeder Seele nach, die versucht hat mein Herz zu berühren. Wozu? Was bekomme ich zurück? Hat man mich nicht erst verlacht? Der Schmerz ist so groß, warum tut ihr mir das an? War ich nicht immer hier, habe ich nicht stets versucht euch zu helfen? Nun liege ich da, wie eine ungewollte Puppe, die ein Kind achtlos weggeworfen hat. Thränen ergießen sich in Strömen, schmecken salzig, bitter. Bitter, wie mein Leben.

Szenenwechsel

Es ist ein Gefühl. Ich stehe hier, warte. Warte auf meinen Zug. Ich bin nicht allein. Sie sieht mich nicht an, lächelt nicht. Ich starre. Mein Zug fährt ein, ich sollte einsteigen. Bilder fließen in meine Gedanken. Bilder, wie es sein könnte. Der Einsamkeit entrinnen, mit dir zusammen. Ich höre nicht, wie mein Zug abfährt. Ich stehe und starre. Mir wird bewusst, dass es nie mehr so sein kann, wie es einmal war. Mein Zug ist weg und mit ihm ihr wunderschönes Antlitz. Ich blicke auf und der Schleier zerreisst. Ich bin nicht allein. Sie steht neben mir. Sie sieht mich an und lächelt.

„Manchmal muss man einfach nach der Tür greifen, um zu sehen, dass sie schon lange offen steht.“

Iskharian
Iskharian

Fazit:

Thränenkind weben Traumbilder. Musikalisch an Bands wie Amesouers und Alcest angelehnt. Zwischen Trauer und Hoffnung pendelnd, tiefgreifend und wunderschön. Keine halbe Stunde ist das Demo lang, doch schaffen es Nathanael und Pesten in dieser Zeit tiefe Emotionen auszulösen, wenn man sich darauf einlässt. Manch einer mag bemängeln, dass man sich zu sehr an genannte Franzosen anlehnt, doch wenn ich das auf 150 Einheiten limitierte Werk der Bayern für sich betrachte, ist es einfach atmosphärisch dicht, handwerklich hervorragend und wirklich liebevoll aufgemacht.

Trackliste:

  1. Der Liebesbrief
  2. Im schwarzen Kämmerlein
  3. Eine Momentaufnahme
  4. Ein Hauch von Zweisamkeit
  5. Die Euphorie des Augenblicks


8/10
8/10

Anspieltipps:

Das Demo hängt konzeptuell zusammen, sollte also auch komplett gehört werden.

Erscheinungsdatum:

Dezember 2008

Thränenkind Myspace

Kontakt: Thraenenkind@web.de

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