toxic·N·blue – Into My Memory/Ship of Martyrs (Review und Kritik)

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Toxic'n'Blue

Toxic’n’blue? Ja, daran dachte ich auch, als ich das Cover dieser Doppelsingle zuerst in Augenschein nahm. Ein Klischee-EBM-Cover in einem blau, das wohl kalt wirken soll, aber irgendwie schon lächerlich klischeeig wirkt. Aber never judge a record by it’s cover – Toxic’n’blue ist schließlich ein Newcomer, da drückt man gerne nochmal ein Auge zu, und das ist durchaus wörtlich gemeint, bei diesem Photoshop-Desaster.

Die Einflüsse des Projekts von Dan d’Anjou geben die Richtung, die die Single nimmt, schon vor. Es wird fleißig Bezug genommen auf And One, Depeche Mode, ein wenig Front 242 und Camouflage. Was soll da bitte auch noch anderes herauskommen als 80s-Pop?

Genau. Was anderes schließt sich schon fast aus. Die Zutaten sind oft gehört und auch recht beliebt: Die tiefe Stimme, die irgendwo zwischen Steve Naghavi (And One) und Dave Gahan (Depeche Mode) pendelt, klingt angenehm antiquiert, die Keyboardsounds schreien das AND ONE! quasi schon heraus, die Beats pendeln irgendwo zwischen EBM und Synthiepop. Dafür hatten And One bereits ein tolles Wort, das ich hier einfach mal aufgreife: Bodypop.

Die Verbindug zu And One, die so gut sichtbar ist wie ein neongrün angestrichenes Rhinozeros in der Bochumer Innenstadt zur Hauptverkehrszeit wird, nein, nicht durch grüne Applikationen, sondern durch einen Gastauftritt von Ex-Keyboarder Joke Jay nochmal bekräftigt, der seine Finger offensichtlich bei beiden Songs mit im Spiel hatte.

Die Songs an sich sind nett, gute Durchschnittsware, die leider fast schon kalkuliert wirkt, angesichts dessen, dass 80s Pop und EBM wieder an Prestige gewinnen. Sowohl „Ship of Martyrs und „Into my Memory“ sind sowohl in einer Album- und in einer Extended-Version auf der Single vorhanden. Dazu gibt es 2 Remixes von „Ship…“ und einen von „Into my Memory“, die jedoch beide nicht der Rede wert sind.

Fenriz
Fenriz

Fazit: Beim Hören bekam ich unwillkürlich Lust, wieder einmal „Bodypop“ von And One aus dem Regal zu ziehen. Trotz gut gemachter Musik mangelt es Toxic’n’Blue doch noch ein wenig an Originalität, die gerade in diesem Genre eminent wichtig ist. Doch für einen Newcomer hat Dan d’Anjou durchaus gute Songs aus seinen Synthies gekitzelt, stimmlich darf er aber noch ein paar mehr eigene Akzente setzen. Aber angesichs dessen, dass es bis zum nächsten And One-Album noch ein wenig dauern wird, können Synthiepop-Fans hier guten Gewissens reinhören, denn als Ersatzdroge funktioniert Toxic’n’Blue wunderbar. Aber ob der gute Herr das bleiben will, wage ich zu bezweifeln.


Tracklist:

  1. Ship of Martyrs (Album Version)
  2. Ship of Martyrs (Extended Version)
  3. Into My Memory (Album Version)
  4. Into My Memory (Extended Version)
  5. Ship of Martyrs (Paralyzed RMX)
  6. Into My Memory (Wamb RMX)
  7. Ship of Martyrs (Collapsed System)

( 6 / 10 )
( 6 / 10 )





http://www.myspace.com/toxicnblue

VÖ: 31.07.09

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