Dominator

U.D.O. – Dominator (Review und Kritik)

Dominator
Dominator

U.D.O. Der Name ist Programm. Immer, wenn Accept nicht mehr war, standen sie schon in den Startlöchern und machten da weiter, wo die anderen aufgehört hatten. In Würde gealtert sind sie jetzt wieder da, nachdem sie uns letztes Jahr mit einem Live-Album beehrten. Und Dominator haut rein. Ziemlich.

Wenn man U.D.O. hört, denkt man unweigerlich an Heavy Metal ohne Schnörkel, an gute Old-School-Mucke. So etabliert wie sie sind, will man sicherlich auch nicht viel mehr, denn Bands von dem Kaliber haben sich gefunden. Was nicht heißt, dass sie langweilig immer nur ihre alten Sachen reproduzieren sollen, aber großartig viele Experimente müssen nicht sein. Genauso ist das neue Album. Wo U.D.O. draufsteht, ist auch U.D.O. drin. Solides Material, auf das man sich verlassen kann.

The Bogeyman klärt von Anfang an alle Fronten, treibende Gitarren, kraftvolles Schlagzeug und Vocals, wie man sie sich wünscht. Mal kreischend, man düster, immer voll dabei, so liebt man diese Musik. Black and White glänzt mit einem Background Gesang, der den Anfang cool aufmacht, das Lied hätte sich als Intro mindestens genauso gut geeignet, ist aber auch an dritter Stelle auf dem Album gut platziert. Typischer mehrstimmiger Refrain, harte, aber klare Melodien. Sauber.

U.D.O.
U.D.O.

Soweit so gut, klingt ja mittlerweile, als wäre das ganze eine Klischee Scheibe ohne große Überraschungen. Das kann ich so aber nicht stehenlassen. Variationen sind drin, und zwar nicht wenig. Vorallem die Bilder, die durch Stimme und Musik entstehen, sind klasse. Bei Infected zum Beispiel kommt das kranke, das der Titel vermuten lässt, wunderbar rüber, gleichzeitig muss ich an die Addams Family denken. Schräg. Trotzdem darf die Anspielung auf das eigene Genre nicht fehlen, die man bei den Oldschool Bands so oft findet. Heavy Metal Heaven beginnt mit einem Drumsolo, das sehr überzeugt und macht weiter mit kreischender Selbstsicherheit. Der obligatorische Chor fehlt natürlich nicht, trotzdem ist der Song cool. Gerade weil er so typisch ist. Und die Chorparts mit kaum Instrumenten liebe ich ohnehin.

Insgesamt sind die Instrumentalparts wunderbar. Vorwärts, kraftvoll, ohne große Schnörkel. Klar, sowas erwatet man bereits, aber trotzdem wunderbar, es auch in dieser Qualität zu bekommen. Eine Ballade darf nicht fehlen, wenn wir schon bei den Klischees sind. Stillness of Time fängt melodisch ruhig an, die Stimme ist herrlich sphärisch rauh und der Refrain einprägsam. Ein schönes Lied mit toller Stimmung. Devil’s Rendezvous hingegen ist wieder herrlich verrückt und erinnert an Sympathy for the Devil von unter anderem den Stones. Tempo aufdrehen geht auch, bei Speed Demon ist mal wieder der Name Programm. Schnell, kreischig, klasse. Das letzte Whispers In The Dark ist wieder ein ruhiges Stück mit ungemein intensiver Stimmung, die die Vocals und sparsame Instrumentalisierung hervorrufen. Tolles Outro und auch für sich ein sehr schöner Track.

Live erleben könnt ihr U.D.O. dieses Jahr übrigends auch noch, unter anderem auf dem Wacken Rocks South und Wacken Rocks Seaside, sie touren aber auch ganz regulär und sind ab Ende August in vielen Städten Deutschlands zu Gast.


Anna
Anna

Fazit:

Ein typisches Heavy Metal Album im alten Stile, und das ist in diesem Fall hundertprozentig positiv gemeint. Sehr überzeugend auf allen Ebenen und ein Hörgenuss auf voller Linie. Man mag beim ersten Eindruck ein bisschen Abwechslung vermissen, aber wenn man genauer hinhört ist sie definitiv da. Ich mag das Album. Sehr sogar.

Trackliste:

  1. The Bogeyman
  2. Dominator
  3. Black And White
  4. Infected
  5. Heavy Metal Heaven
  6. Doom Ride
  7. Stillness of Time
  8. Devil’s Rendezvous
  9. Speed Demon
  10. Whispers In The Dark
7,5/10
7,5/10

Anspieltips:

Black And White, Infected, Stillness of Time, Devil’s Rendezvous, Whispers In The Dark

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