Unheilig & Friends am 20.12.08 in Köln

Unheilig & Friends in Concert – Vorhang auf! (Konzertbericht)

Unheilig & Friends am 20.12.08 in Köln
Unheilig & Friends am 20.12.08 in Köln

… hieß es am 20.12.08 in der Halle der EXPO XXI in Köln, einem noch relativ neuen Veranstaltungsraum in recht zentraler Lage. Ursprünglich sollte das große Abschlusskonzert im Theater am Tanzbrunnen auf der anderen Rheinseite stattfinden, in das jedoch nur tausend Leute passen. Die Karten waren schnell weg, und da es noch massig Nachfrage gab, hatte man sich kurzerhand entschlossen umzuziehen.

Da nun viertausend Leute zu erwarten waren, wurde auch der Einlass von 18.30 Uhr auf 17.30 Uhr vorverlegt. Da der Warm-Up aber erst für 19 Uhr angekündigt ist, beschließe ich, doch erst um halb sieben aufzukreuzen, denn was soll man zweieinhalb Stunden in so einer Halle rumstehen? Diese Entscheidung erweist sich als richtig, denn der Einlass geht zügig vonstatten. Nur an der Garderobe gibt es eine beachtliche Schlange, was sicher auch daran liegt, dass bei dem draußen herrschenden Siffwetter so ziemlich alle erstmal ihre feuchten Klamotten loswerden wollen.

Es bleibt jedenfalls noch genug Zeit, ganz entspannt den einen oder anderen Bekannten zu begrüßen und so lebenswichtige Dinge zu erledigen, wie die Verpflegungssituation zu erkunden. Die Getränketheken an beiden Seiten sind groß und nicht zu übersehen. Aber wo gibt es jetzt die Bons? Überall hängen Zettel, auf denen steht, diese seien rechts und links von den Theken zu bekommen. Da ist aber nichts … Fragen hilft. Nach einigem Suchen finde auch ich schließlich den kleinen Stand in der Mitte, nicht weit vom Eingang. Als Bons dienen nette blaue Plastikchips mit dem Unheilig & Friends Logo, von denen sicher am Ende des Abends eine ganze Reihe als Souvenirs mit nach Hause genommen werden. Genau wie die ebenfalls mit Logo versehenen Plastikbecher, in denen es gegen 2 Euro Pfand die Getränke gibt.

In der Nähe des Eingangs befindet sich  rechts noch ein kleiner Gothic-Stand mit preiswerten Angeboten, von Räucherstäbchen über Plastikketten bis hin zu einigen Kleidungsstücken. Nicht besonders aufregend, aber ganz nett. Sehr viel größer ist das Gedrängel dafür am Merchandise-Stand auf der linken Seite, so dass ich meinen obligatorischen Besuch dort auf später verschiebe. Allerdings ändert sich da auch im Laufe der nächsten Stunden nicht viel. Die drei Leute hinter dem Stand sind offensichtlich vom Ansturm überfordert, so dass eine halbe Stunde Wartezeit durchaus normal ist. Das hätte man besser lösen können, indem man den Stand etwas größer gemacht hätte (Platz genug war ja da), statt drei vielleicht fünf Leute hingestellt und vielleicht auch deutlicher gekennzeichnet hätte, wo sich nun der Kleinkram wie CDs, Buttons etc. und wo die T-Shirts befindet. Es ist schon etwas frustrierend, eine halbe Ewigkeit zu brauchen, um überhaupt nach vorne zu gelangen, nur um dann festzustellen, dass man das, wofür man sich interessiert, gar nicht sehen kann.

Bauchredner Micha mit seinem Horst
Bauchredner Micha mit seinem Horst

Genug genörgelt. Es ist endlich sieben Uhr und damit Zeit für das geheimnisvolle Warm-Up, über das es im Vorfeld keinerlei Informationen gegeben hatte. So etwas soll ja zur Einstimmung auf den Abend dienen und das Publikum schon mal ein bisschen anheizen. Insofern hatte ich eigentlich etwas Musikalisches erwartet. Doch was ist das? Der Moderator stellt uns einen netten älteren Herrn im Anzug vor, der auf dem Arm einen großen Stoffhasen mit Unheilig-T-Shirt trägt. Das ist der Bauchredner Micha mit seinem „Partner“ Horst. Aha … Nun ja, ich lasse mich ja gerne überraschen und bin auch die ersten zehn Minuten noch relativ aufgeschlossen. Aber humorige Dialoge wie diese geben mir schnell den Rest:

Micha: „Ich war am Wochenende auf einer Schönheitsfarm.“
Horst: „Ach, und wieso bist du nicht drangekommen?“

Oder: Horst:„Der Frisör hat mir was gegen Schuppen in die Haare getan.“
Micha: „Und, waren sie weg?“
Horst: „Ja. Die Haare auch.“

Auweia! Und das auf nem Grufti-Konzert!!! Das ist ja eher wie ein schlechter Kindergeburtstag. Nun ja, einigen scheint es trotzdem zu gefallen, wie man an den Lachern erkennen kann. Über Geschmack soll man bekanntlich nicht streiten …

Endlich verschwindet Horst. Micha aber nicht. Der ist nämlich nicht nur Bauchredner, sondern darüber hinaus noch Stimmenimitator! Um auch auf diesem Gebiet sein Können zu zeigen, holt er sich eine nette Dame namens Carmen auf die Bühne. Und einen netten Herrn namens … öhm, ja, weiß ich nicht. Aber die meisten kennen ihn als „der Graf“. Die beiden müssen sich nun sozusagen als Puppen hergeben und zu den Texten von Micha nur den Mund auf und zu machen. Carmen bekommt eine eindeutig männliche Fistelstimme, der Graf einen verquetschten Bass und eine groteske Sprechweise verpasst, fast wie auf dem Kasernenhof. So viel zu den Imitationskünsten unseres Micha. Und die Dialoge werden kein Deut besser. Hier noch zwei Kostproben:

Micha: „Bist du eigentlich in festen Händen?“
Der Graf: „Nein. Heute abend nicht.“ (Zu seiner Ehrenrettung sei gesagt, dass er sich dabei an die Stirn fasst und leicht den Kopf schüttelt, als könne er es selbst nicht begreifen, dass er diesen Blödsinn mitmacht.)

Micha: „Singst du in Dur oder Moll?“
Der Graf: „Ich singe HIER!“
Micha: „Singst du Tenor oder Bass?“
Der Graf: „Ich singe DEUTSCH!“

Zeitweise wirkte Sänger Louis etwas verklemmt.
Zeitweise wirkte Sänger Louis etwas verklemmt.

Zum Glück gibt es nach dieser eindrucksvollen Präsentation tiefgründigen deutschen Humors noch eine kurze Erholungspause, bis als erster Act des Abends um 20 Uhr Staubkind auf die Bühne kommen.

Staubkind, das sind die Musiker Louis Manke (Gesang), Rico Meerheim (Gitarre), Friedel Mäthger (Schlagzeug) und Bassty Scheibe (E-Bass). Zu Unheilig haben sie eine ganz besondere Beziehung, wie Louis eingangs erklärt, denn 2004 hatten sie bei einem Konzert des Grafen und seiner Band in der Schweiz ihren eigenen ersten Live-Auftritt, und auch danach begegneten sie sich immer mal wieder auf den unterschiedlichsten Bühnen. Musikalisch lässt sich ebenfalls eine gewisse Nähe heraushören. Allerdings fehlt Louis die Bühnenpräsenz des Grafen. Er wirkt nervös und angespannt, seine Ansagen sind oft atemlos, die Gestik hölzern.

In den ihnen zur Verfügung stehenden fünfzig Minuten bieten Staubkind trotzdemh einen guten Querschnitt durch ihr düster-romantisches Repertoire gitarrenlastiger Rocksongs, die meist von Abschieden, Sinnsuche oder enttäuschter Liebe handeln. Typische Weltschmerz-Musik eben, ohne großen Tiefgang, aber angenehm zu hören und ein geruhsamer Einstieg in den langen Abend.

Hier noch einmal etwas entspannter.
Hier noch einmal etwas entspannter.

Das erste Stück ist Erinnerung von der im Oktober 2007 erschienenen CD Zu Weit. Bei dem zweiten, schon etwas älteren, Song, Dein Engel schweigt, versucht Louis das Publikum zum Klatschen und Mitsingen zu bewegen, doch nach der dünnen Resonanz zu urteilen, sind nicht allzu viele textsichere Staubkind-Fans im Publikum. Das soll jedoch nicht so bleiben, denn wenig später gibt es für den wunderschönen Schlaflied-Remix regelrecht frenetischen Applaus. Volle Power gibt die Band auch bei Ein Traum der nie vergeht. Zum Abschluss wird nicht etwa Abschied gespielt, wie man hätte erwarten können. Den Song gab es schon eher. Das letzte Stück ist Knie nieder:

Komm zu mir und knie nieder,
offenbar mir deine Nacht,
senke deine Augenlieder,
bis in mir dein Schmerz erwacht.

Typisch Staubkind und mit wohlwollendem Applaus bedacht. Wirklich überzeugende Zugabe-Rufe allerdings bleiben aus und so wird auch keine gespielt.

Die Hölle tut sich auf ...
Die Hölle tut sich auf ...

Ganz anders präsentiert sich gut zwanzig Minuten später die 2002 gegründete Rock-Band Eisbrecher. Rot beleuchteter Nebel wabert über die Bühne, ein Glockenspiel erklingt … und dann bricht die Hölle los! Lead-Sänger Alexx stürmt nach vorne, schlägt seine beiden Eispickel gegeneinander und startet mit Kann denn Liebe Sünde sein? (nein, nicht das Stück von Zarah Leander!) als Opener gleich voll durch. Und bereits in der ersten Ansage lässt er durchblicken, dass sie zwar die zweite Band des Abends sind, aber keinesfalls „die zweite Geige spielen“ wollen: „Es ist uns eine Ehre, vor den unheiligen Fans heute mal zu zeigen, was wir Bayern so drauf haben!“ Fetzig geht es weiter mit einer rasanten Tour de force durch das Eisbrecher-Repertoire. Auch wenn die Texte oft gesellschaftskritisch und düster sind – musikalisch wird Melancholie und Weltschmerz hier kein Raum gegeben. Schon bald haben einige den noch verbliebenen Freiraum im hinteren Bereich der Halle als Tanzfläche entdeckt, doch auch mitten im dicksten Gewühl bewegen sich Gestalten im Rhythmus – diesen Klängen kann man einfach nicht widerstehen!

... und Eisbrecher erscheint!
... und Eisbrecher erscheint!

Neben Altvertrautem wie Vergissmeinnicht oder Antikörper gibt es auch eine Reihe Songs vom neuen Album Sünde zu hören, und jeder einzelne wird mit begeisterten Schreien und Pfiffen sowie reichlich Applaus belohnt. Alexx dankt es dem Publikum mit launigen Anmoderationen wie etwa dem Hinweis: „Ladies and Gentlemen, bitte beachten Sie den edlen Zwirn! Er war nicht ganz billig, aber man kann natürlich, wenn man mit einem Adligen auftritt, nicht in den üblichen Schweinsklamotten kommen. Trotzdem ist mir zu heiß …“ Vielleicht hätte ihm jemand sagen sollen, dass auch der Graf sich meist spätestens nach dem dritten Song seines Jacketts entledigt? Doch das Problem der mangelnden Ventilation erledigt sich bald von selbst: „So, der erste Knopf ist weg … Tja, es weihnachtet sehr – und die Plätzchen machen mich fett.“ Aber auch für ein bisschen Romantik ist hin und wieder Platz. So gibt es für Herzdieb nicht nur die von Alexx geforderten Feuerzeuge, sondern sogar Wunderkerzen!

Alexx im feinen Zwirn
Alexx im feinen Zwirn

Wie inzwischen nicht mehr anders zu erwarten, tobt nach dem letzten Stück der Saal und lauthals wird eine Zugabe eingefordert, die auch gerne gewährt wird. Für This is Deutsch hat sich Alexx sogar extra noch eine neue Kopfbedeckung zugelegt, einen Jägerhut, den er anschließend dem Grafen vermachen möchte. Ob dieser das großzügige Geschenk angenommen hat, ist später leider nicht in Erfahrung zu bringen.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Bayern ihr anfangs gegebenes Versprechen großartig eingelöst und den Saal zum Sieden gebracht haben! Ich gehe jedenfalls mit dem Gefühl in die wohlverdiente Pause, dass dieser Auftritt gar nicht mehr zu toppen ist und der Graf einen schweren Stand haben wird. So kann man sich irren …

Vorhang auf für Unheilig!
Vorhang auf für Unheilig!

Meine Trommelfelle haben sich noch nicht ganz von Eisbrecher erholt, da werden schon die Kerzen vor dem Puppenspieler-Logo von Unheilig entzündet. Doch bis sich im Dunkel erst einmal Licky und Henning auf die Bühne und zu ihren Instrumenten schleichen, dauert es noch etwas. Dann erklingt aus dem Off: „Ich schenk euch meinen Traum!“, und der Graf springt unter brandendem Applaus in einem gleißenden Lichtkegel auf die Bühne, um gleich mit Puppenspieler loszulegen. Er  hetzt mit ausladender Gestik von einer Ecke der Bühne zur andern und über den Catwalk wie ein Getriebener. Schlag auf Schlag geht es weiter mit Hexenjagd, Kleine Puppe und Feuerengel, alle mit beachtlichem Applaus belohnt, ehe er sich zum ersten Mal etwas mehr Zeit nimmt für eine Anmoderation.

Die Songs des heutigen Abends waren per Voting von den Fans festgelegt worden, und da gab es sogar für ihn noch eine Überraschung – als Zweitbester hatte das nun folgende Schlaflos von der CD Spiegelbild abgeschnitten, das eigentlich so gar nicht zu den typischen Unheilig-Hymnen zählt!

Es weihnnachtet sehr!
Es weihnnachtet sehr!

Mit diesem melancholischen Stück kehrt etwas mehr Ruhe ein. Und was wäre ein Unheilig-Konzert kurz vor Weihnachten ohne Weihnachtslied? Allerdings entgleitet dem Grafen die Überleitung zu Kling, Glöckchen auf Grund des eigenwilligen Publikums etwas. Auf seine Frage: „Welches Fest ist bald?“ kommt natürlich die Antwort: „Weihnachten!“ Doch als er nun die Standardfrage stellt: „Seid ihr denn auch alle brav gewesen?“, schallt es ihm lauthals entgegen: „NEIN!“ Damit hatte er wohl nicht gerechnet. Einen kurzen Augenblick wirkt er leicht desorientiert, ehe er, die Antwort einfach ignorierend, weitermacht mit: „Ja? Welches Weihnachtslied würdet ihr denn gerne hören?“ Der kleine Patzer tut der Begeisterung der Fans keinen Abbruch und an Kling, Glöckchen schließt sich schon bald Süßer die Glocken nie klingen an, das in der Interpretation des Grafen echtes Gänsehautpotential entwickelt, während er selbst fast wie ein etwas merkwürdiger Weihnachtsengel über dem Publikum zu schweben scheint.

Den Hinweis: „Wisst ihr, was für uns ein wunderbarer Moment ist? Wenn wir eure Hände sehen können!“ danken ihm die Fans mit einem wogenden Händemeer bei Auf zum Mond.

Und dann wird dieses rasende Energiebündel auf der Bühne plötzlich ganz leise. Es ist ein fast intimer Moment, als der Graf erzählt, wie er das erste Mal heute in diese Halle kam, als alles noch leer war, innerlich eher auf eine Art Clubkonzert eingestellt und dann völlig überwältigt von den Ausmaßen, von der Vorstellung, diesen Raum mit Menschen füllen zu können. Das habe in ihm die Erinnerung an den weiten und schwierigen Weg hierher geweckt, bei dem ihn seine Familie unterstützt habe. Als er nun ankündigt, der nächste Song, Sei mein Licht, sei für seine Eltern, die irgendwo im Saal mit dabei sind, scheint ihm fast die Stimme zu versagen. Wer Unheilig nicht mag, wird solche Zurschaustellung von Gefühlen vielleicht als kitschig oder sogar peinlich empfinden. Für die Fans allerdings macht gerade das einen großen Teil des Charismas dieses Mannes aus, dass er eben nicht nur der über der Menge stehende Sänger ist, sondern auch einen Teil seiner Persönlichkeit preisgibt.

Jetzt braucht er nur noch Flüüüüüügel!
Jetzt braucht er nur noch Flüüüüüügel!

Im nächsten Augenblick ist er jedoch schon wieder ganz der Alte. Auf Glaub an mich folgt An deiner Seite, ein Song, bei dem sich plötzlich Paare in den Armen liegen und Wunderkerzen aufflammen – Romantik pur und definitiv eines der absoluten Highlights dieses Abends!

Sechs weitere Stücke folgen, darunter Schutzengel, Der Schneemann und Sage Ja, ehe Die Maschine als letzte Nummer angekündigt wird. Das Konzertende hätte laut Plan um 0.30 Uhr sein sollen. Ein Blick auf die Uhr zeigt, dass es längst eins ist. Aber die Besucher haben noch lange nicht genug und fordern lautstark eine Zugabe. Tatsächlich kommt die Band zurück auf die Bühne und bei Freiheit wird aus vollen Kehlen mitgesungen.

Der Graf in Aktion
Der Graf in Aktion

Im Anschluss wird es spannend: Der Graf lässt viertausend blaue Knicklichter im Saal verteilen! Nachdem sich die ersten schon beide Hände voll gerafft haben (wahrscheinlich alles im Kammelle-Fang erprobte Kölner), ertönt von der Bühne der mahnende Hinweis, jeder möge sich bitte nur EIN Stäbchen nehmen und die anderen durchreichen. Auch wenn der ein oder andere im ersten Moment etwas enttäuscht wirkt, leistet man der Aufforderung schließlich doch Folge, so dass am Ende niemand leer ausgeht. Jetzt endlich spielt die Band ein Lied, das schon schmerzlich vermisst wurde: Mein Stern. Und viertausend Knicklichter bewegen sich über der Menge im Rhythmus – ganz großes Kino!

Nach einem Wahnsinnsapplaus will mal wieder niemand einsehen, dass es das jetzt gewesen sein könnte, und es gelingt tatsächlich, die Musiker noch für zwei weitere Songs, Spiegelbild und Leise rieselt der Schnee, auf die Bühne zurückzuholen. Inzwischen ist es schon fast halb zwei und der Graf verspricht, nach einer kurzen Dusche gleich noch zur Aftershow-Party vorbeizukommen. Jetzt darf er endlich gehen, und ich tue das auch, noch ganz hin und weg von diesem tollen Konzert mit vielen, vielen Highlights. Doch für die Party ist es mir jetzt einfach ein bisschen zu spät geworden.

Die Halle tobt!
Die Halle tobt!

Für mich ist es eines der besten, wenn nicht sogar DAS beste Konzert dieses Jahres gewesen, vor allem, wenn man bedenkt, dass diese Mammutveranstaltung gerade einmal 22 Euro Eintritt gekostet hat, im Vergleich zu manch anderen Konzerten ein wahrer Spottpreis. Von daher: Ein ganz großes DANKESCHÖN an Unheilig & Friends für einen wunderbaren Abend mit einigen unvergesslichen Momenten!

Das Konzert besuchten für Schwarze News und Dunkel-Volk midnight-ivy (Bericht) und Tom Plum (Fotos).

Links:

EXPO XXI

Micha und Horst

Staubkind

Eisbrecher

Unheilig

About midnight-ivy

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Vielen Dank an Helge Roewer für das zur Verfügung stellen der bilder. http://www.hr-pictures.de/    

  • Iskharian

    Das nenn ich mal einen Hammer Konzertbericht!

  • Fenriz

    Tatsächlich, ein guter Konzertbericht. Eisbrecher sind musikalisches Fast Food galore und Unheilig zwar eine gute Live-Band, aber sie haben viel zu lange gespielt. Negativ könnte man auch die lange Zeit, die man zu warten hatte, sehen, denn die hat mir teilweise echt den letzten Nerv geraubt.

    Insgesamt ist mein Eindruck eher zwiepsältig, aber der Bauchredner war definitiv die coolste Sau des Abends. xD

  • Herr von Chamisso

    Das Konzert war alles in allem großartig, mal abgesehen von dem Bauchredner, der besser in die Kindervorstellung eines Zirkus gepasst hätte.
    Bei Eisbrecher und Unheilig haben die Fans gefeiert.
    @Fenriz
    Was ist Fast Food galore?
    Was soll diese arrogante Einstufung?
    Bloß weil eine Band Erfolg hat, ist sie nicht schlecht.

  • midnight-ivy

    @ Fenriz: Wieso fandst du, dass Unheilig zu lange gespielt hat? Wenn ich auf ein Konzert einer Band gehe, dann bin ich doch positiv überrascht, wenn die länger spielt, als zu erwarten war. Und wenn ich aus irgendeinem Grund nicht so lange bleiben kann, kann ich ja jederzeit gehen.

    Ich vermute also mal, dass du nicht gerade Unheilig-Fan bist. Eisbrecher fandst du auch nicht gut. Warum warst du dann überhaupt da???

  • Fenriz

    Doch, schon, ich mag Unheilig wirklich gerne. Allerdings bin ich der Meinung, dass die Band bei aller Klasse etwas zu… Nicht monoton… Gleichförmig ist, um die 3 Stunden zu füllen. Dazu die sehr gleichförmige Vorband, für einen Electrohead nicht gerade ne Offenbarung.^^

    Ich finde einfach, dass Eisbrecher Fast Food sind. Zu sehr auf kurzzeitige Hits, zuwenig auf Langzeitwirkung. Wie ein Hamburger.

  • Marco

    Jo, ich war nicht da aber danke für den Konzertbericht, sehr informativ 🙂

  • midnight-ivy

    Soso … Eisbrecher sind Fast Food, aber Micha und Horst fandst du gut? 😛 Na ja, lassen wir das.

    Ich empfand den Abend absolut nicht als gleichförmig, denn es gab drei sehr unterschiedliche, aber doch auch wieder irgendwie zueinander passende Bands. Mit Staubkind wurde die „Weltschmerz“-Fraktion bedient. Mit Eisbrecher gab es lauten, fetzigen, tanzbaren Rock. Und mit Unheilig qualitativ hochwertigen Gothic-Pop. Das war in sich schon sehr abwechslungsreich.

    „Offenbarungen“ hatte ich dabei auch nicht erwartet, denn dafür sind diese Bands schon zu sehr in ihrem Stil gefestigt. Und den haben, wie ich finde, zumindest Eisbrecher und Unheilig an diesem Abend absolut optimal präsentiert.

    Eisbrecher haben die Stimmung im Saal bis zum Siedepunkt aufgeheizt. Insofern fand ich die ca. 60 Minuten auch nicht zu lang. Und ja, natürlich sind sie stark auf kurzfristige Hits ausgerichtet. Das liegt aber an der Art der Musik. Auf der Tanzfläche WOLLEN die Leute ja auch immer mal was Neues haben.

    Und Unheilig haben, meines Erachtens, einen durchaus abwechslungsreichen Querschnitt durch ihr Repertoire gegeben mit schnelleren Stücken, Weihnachtsliedern, aber auch Gothic-„Schnulzen“ (was ich jetzt nicht abwertend meine) wie „Mein Stern“ oder „An deiner Seite“. Also mehr „jet för et Hätz“, wie der Kölner sagt. 😉 Und dem Publikum hat es gefallen, denn sonst wären keine zwei Zugaben gefordert worden.

    Ich glaube, das, was du als „Gleichförmigkeit“ bezeichnest, würde ich eher den „Stil“ nennen. Wo „Eisbrecher“ oder „Unheilig“ draufsteht, ist halt auch „Eisbrecher“ oder „Unheilig“ drin. Da gibt es keine großen Überraschungen.

    Wären die drei Bands jetzt jedoch auch noch mit einem in sich sehr unterschiedlichen Repertoire aufgetreten, hätte ich den Abend wohl kaum als harmonisches Ganzes empfunden, sondern eher als anstrengend.

  • Fenriz

    Als 80er-Fan bin ich generell der Meinung, dass früher alles besser war. „You run for another in the Temple of Love…“

    Aber nun Scherz beiseite.

    Ich empfinde, dass Unheilig nur 3 Songs haben, mit X verschiedenen Texten. Die Balladen ähneln sich, die Stampf-Songs usw. Zwar auf fast durchgehend hohem Niveau, aber sie sind sich auf Dauer eben doch ZU ähnlich. Ich bin ein Riesen-Fan von Unheiligs Festivalauftritten, WGT, Mera, Castle Rock etc., das war wirklich gut.

    Aber auf die Dauer – und erst Recht über die Dauer von 3 Stunden – sind 3 unterschiedliche Songs doch zu wenig. Und der Graf ist auch nicht so das Moderationstalent, bei allem Charisma, das er gesanglich hat und bei allem Respekt, den ich vor ihm habe- Hätte er zwischen den Songs mehr geredet, wäre der Eindruck ebenfalls schon ganz anders ausgefallen.

    Und gegen den Auftritt von Eisbrecher sage ich nix. Die machten mir in dem Kontext sogar teilweise wirklich Spaß. In Clubs sind Eisbrecher auch bei mir immer ganz gerne gehört. Aaaaber: Auf Dauer ist die Band einfach nicht interessant. Zuviel Provokation, zuviel „macho“, zuviel Fassade, zuwenig Langzeitwirkung. Damit haben aber viele NDH-Bands zu kämpfen, und nicht nur Eisbrecher.

    Eine Band wie Das Ich z.B. hätte mmn super in den Kontext gepasst und für ne Menge Abwechslung gesorgt. Tanzbar, hart, tiefsinnig. Anstelle von Eisbrecher oder Staubkind hätte mir das super gefallen.

    Allerdings muss ich zu deiner Verteidigung, Ivy, noch sagen, dass ich an dem Tag echt am A**** war, nachdem ich in 2 Stunden von Nettetal nach Köln hetzen musste.

    An Micha und Horst lasse ich nach wie vor keine Kritik zu. Ich fand sie waren einfach ein sehr geiler Kontrast zum Programm, wer sich nicht ernst nahm, hat mitgelacht. Ich fand se also meeehr als klasse 😛

  • midnight-ivy

    Zugegeben, die Unheilig-Songs sind oft nicht sonderlich unterschiedlich. Da hast du schon Recht. Trotzdem fand ich sie live sehr gut präsentiert und auch nicht zu lang.

    Und statt Eisbrecher Das Ich? Ich glaub, ich wär schreiend weggelaufen … 😛 Die passen für mein Empfinden überhaupt gar nicht.

    Aber da landet man letztendlich wieder bei der Tatsache, dass es alles eine Frage des persönlichen Geschmacks ist. Und natürlich auch der persönlichen Befindlichkeit des jeweiligen Kritikers.