Valborg - Glorification of pain

Valborg – Glorification of pain (Review und Kritik)

Valborg - Glorification of pain
Valborg - Glorification of pain

Celtic Frost sind dieses Mal vielleicht endgültig im kalten Erdboden der Metal Geschichte verschwunden. Doch die Zeichen und Spuren, die die Schweizer hinterlassen haben, sind mehr als deutlich. Den Bonnern Valborg würde der reine Vergleich mit den Avantgarde Metal Helden zwar nicht gerecht werden, denn dafür klingt man zu eigen, doch die beklemmende und düstere Atmosphäre eines „Monotheist“ lässt sich in „Glorification of pain“ durchaus erahnen.

Mit Mitgliedern der progressiven Death Metal Band Island, deren Debut Album Mitte des Jahres noch erscheinen wird, haben Valborg mehr als fähige Musiker an Bord. Das neue Bandlogo wirkt in seiner kantigen Art als ob man sich direkt aus den 80ern bedient hätte und mit der Cover-Arbeit Peter Böhmes, der unter anderem für die Software-Schmiede ID Illustrationen für Spiele wie Doom oder Quake Wars gezaubert hat, verbreitet man ordentliche Düsterstimmung.

Valborg
Valborg

Musikalisch setzen Valborg gleich auf eine ganze Pferdeherde, verarbeiten Einflüsse aus Death Metal, Doom, schwarzmetallischen Einschüben und hin und wieder auch gotischen Anklänge, lassen das ganze zwar sperrig, aber nicht zu sehr konstruiert wirken. Der Gesang reicht von clean beschwörend bis hin zu Death Metal lastigen Grunts, eingebettet zwischen lavaartiger Langsamkeit, gelegentlichen Blasts und gelassener Midtempi. Den größten Fehler, den man dabei machen kann ist „Glorification of pain“ nur so nebenbei zu hören, denn alle Facetten der Atmosphäre und des grandiosen Zusammenspiels der schummrigen Gitarren und des treibenden Basses kann man beim ersten Mal hören nur schwer fassen. Es sitzt nicht jede Songidee  sofort, doch Stücke, wie das völlig geniale „Epic Journey“ oder das angenehm zugängliche „Chains of frost“ ziehen den Hörer in einen düsteren Sog, tief hinein in das groovige Songmaterial. Ein weiterer Höhepunkt stellt „Occult fog“ dar, welches zunächst eben höllisch groovt, leicht rockige Tendenzen besitzt, aber dennoch genug Ecken und Kanten besitzt, um nicht zur bloßen Rocknummer abzudriften.

In Sachen Sound kann man sich auch nicht beschweren, hier hat man hervorragende Arbeit geleistet. Das Drumming ist druckvoll, alle Instrumente verschmelzen zu einem wabernden und vulkanisierten Ganzen. Die Songs wirken trotz aller progressiven Elemente minimalistisch, aber alles andere als einfach. Mehrere Durchläufe sind Pflicht, doch die atmosphärische Dichte des Albums lassen dies zu einem wahren Vergnügen werden.


Iskharian
Iskharian

Fazit:

Valborg ist ein gut durchdachter Stilmix gelungen, den leider wohl die wenigsten so nachvollziehen können, wie es der Musik der Bonner gerecht werden würde. Man sollte schon sehr offen sein, was das musikalische Interesse betrifft, denn neben der Vielfalt Valborgs, gilt es reine Instrumentalpassagen und die ein oder andere Länge zu erfassen. Nichtsdestotrotz ist „Glorification of pain“ ein interessantes und sehr gelungenes Werk, welches man sich immer wieder in den Player wirft. Auf jeden Fall sollte man vorher einmal rein hören!


Trackliste:

  1. Whispers of the wizard
  2. Epic journey
  3. When dusk begins to fall
  4. Eerie and old
  5. Rain in the forest
  6. Chains of frost
  7. Occult fog
  8. Celestial opening
  9. Imperial pandemonium


(7,5 / 10)
(7,5 / 10)

Anspieltipps:

Epic journey, Chains of frost, Occult fog

Erscheinungstermin:

01.04.2009

Valborg Myspace

Valborg Homepage

Zeitgeister Music Distribution


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