Various artists - Vol.2: Between horizon and hell

Various artists – Vol.2: Between horizon and hell (Review und Kritik)

Various artists - Vol.2: Between horizon and hell
Various artists - Vol.2: Between horizon and hell

Various artists – Vol.2: Between horizon and hell (Review und Kritik)

Vor nicht allzu langer Zeit durfte ich die erste Compilation von Skeksis86 Netlabel-Projekt besprechen und ich muss sagen, ich bin immer noch nachhaltig begeistert. Habe ich dort die atmosphärische Dichte hervorgehoben bei dem Einsatz unterschiedlicher Bands und Musikstile, werde ich wohl dieses mal den selben Ansatz wählen, da Skeksis86 sich in seiner Auswahl sogar noch übertroffen hat.

Wie bei „Vol.1: In autumnal fog“ hat der Österreicher wieder 10 Songs zu einer etwas mehr als ein stündigen Compilation zusammengetragen, das stimmungsvolle Artwork selbst erstellt und auch wieder ein sehr gelungenes Trailer-Video bei Youtube hoch geladen. Das erstaunliche dabei ist, dass wohl kaum einer die Bands des Samplers kennen dürfte, aller höchstens noch Smohalla und Karna, die bereits mit ihren Beiträgen auf dem Ulver-Tribut „My own wolf – A new approach“ (hier legal downloadbar) hervorragende Arbeit leisteten, oder Sigitari aus Deutschland. Die restlichen Bands werden für viele Neuland darstellen, bei dem es sich wirklich lohnt eine Entdeckungsreise anzustreben.

Smohalla
Smohalla

Den Anfang machen besagte Smohalla mit ihrem Stück „Extinction„, welches gekonnt zwischen Post-Rock und dunkler Atmosphäre-Musik pendelt und den Hörer wieder wunderbar auf die Compilation einstimmt. Bedächtig, mit sphärischen Keyboards unterlegt, unglaublich mächtig und erhaben, läßt Smohalla den Hörer sich fragen, warum er von dieser Band noch nichts weiter gehört hat. Hier wird tolle, stimmungsvolle und vor allem kitschlose Musik geboten.

Der Niederländer Ivo legt mit seiner Band Waldgerumque einen eher depressiven, von maschinellen Drums getragenen Song vor, der sich über acht Minuten in das Gehirn einfräst, zwar etwas langatmig wirkt, aber gerade dadurch den Hörer in einen Trance-artigen Zustand versetzt. So enstand mit „Van dwaling en licht“ ein interessantes, völlig auf Vocals verzichtendes, Stück Musik, welches man am besten bei Kerzenlicht und über Kopfhörer geniessen sollte.

Forgotten ruins aus dem Vereinigten Königreich beehren uns mit ambienten Tönen, schicken den Hörer noch tiefer in die Trance (nein, nicht Schlaf!) und bereichern ihr reines Keyboardwerk „Well of souls“ mit dezenten Industrial Elementen.

Aus Dänemark kommen Grivf, die sogenannten Funeral Folk Metal spielen. Dies lässt sich durchaus nachvollziehen, befinden wir uns Stimmungsmäßig tief im Funeral Doom, der von akustischen Gitarrentönen umgarnt wird. Dazu passende Growls und etwas Ambient und man kann wieder tief in eine dunkle und bedrückende Welt eintauchen.

Ancient Tundra
Ancient Tundra

Ancient Tundra schließen mit sphärisch winterlichem Ambient an. „The feeble sickness and depressive rot“ wirkt auf mehreren Ebenen, zum einen völlig intim über Kopfhörer, oder an einer großen Anlage, bei der das percussive Donnern noch viel besser zur Geltung kommt. Ein mitreißendes Stück minimalistischer Ambient Musik, was in dieser Jahreszeit noch wesentlich stärker wirkt.

Ein „Wintersturm“ zieht auf und Sigitari verstärken das Gefühl eines einsamen und frostigen Winters mit ihrer Neoklassisch anmutenden Musik. Wieder beherrscht das glitzernde Schneetreiben die Szenerie, Musik zum abschalten und Träumen.

So geht es mit Symbiosis weiter, die auf den Spuren Vinterrikets und alten Mortiis mit ihrem Stück „Eterno inverno“ den Hörer zu bannen versuchen. Wie die Songs davor schaffen es Symbiosis sich in diesem Verbund gut einzufügen und wissen mit ihrem Apocalyptic Folk zu überzeugen.

Aus den Vereinigten Staaten kommen „Bones of the elephant„. Der Hörer wird mit experimentellen Gitarrentönen an die Geschichte „Kumirs“ erinnert, ein weißer Araber, der am Ende des 2. Weltkrieges Josef Stalin bei einer Miltärparade abwarf und wohl einer der wenigen Überlebenden ist, die Stalin nicht stürzen wollten, sonder dies auch tatsächlich getan haben. Ein nettes kleines Lied mit einem russischen Sample zum Schluß.

Photosynthetics“ heißt der Beitrag der Rumänen Nightpray, die uns eine interessante Melange aus Noise, Ambient, gothrockigen Gitarren und verzerrtem Gesang bieten. Sehr spannend gemacht und durchaus eigenständig.

Karna
Karna

Zum Schluß brechen wir mit Karna in die Dunkelheit auf. „In the darkness“ ist auf dieser Compilation mein persönlicher Favorit, ist das Stück doch zum Zerreißen spannend, herrlich Doom versprühend und vor allem dank seiner sphärischen Keyboards ein wahrer Atmosphärehammer. Der Russe hat hier ein Meisterwerk geschaffen, was über 15 Minuten hinweg keinesfalls langweilig wird. Die treibenden E-Drums fügen sich harmonisch in das Stück ein, die Keyboards erschaffen einen düsteren Klangteppich, die Wiederholungen lassen die Trance wieder aufleben. Ein betörend starkes Stück Musik!

Nach einer guten Stunde ist die Compilation wieder zu Ende, doch bei einmaligem Hören bleibt es (zumindest bei mir) nicht. Auch Teil zwei der Compilation ist in seiner Atmosphäre absolut dicht, intensiv, zerbrechlich und unheimlich schön. Skeksis86 hat da weiter gemacht, wo Teil eins aufhörte, nämlich absolute Perlen der atmosphärischen Untergrund Musik zu finden und auf einer exzellent durchdachten Compilation zu bündeln. Und das ganze wieder vollkommen legal zum kostenlosen Download!


Iskharian
Iskharian

Fazit:

Ich bin an sich kein Freund von Compilations. Die Wenigsten wissen zu überzeugen, und dass es Skeksis86 mit dem 2.Teil wieder geschafft hat, mich tief zu beeindrucken, spricht für ihn und sein Netlabel Projekt. Jedenfalls werde ich mich nun tiefgehender mit den versammelten Bands beschäftigen und gerade Karna und Smohalla werden mich zu neuen Einkäufen zwingen.



Trackliste:

  1. Smohalla – Extinction
  2. Waldgerumque – Van dwaling en licht
  3. Forgotten ruins – Well of souls (short version)
  4. Grivf – Grivf
  5. Ancient tundra – The feeble sickness and depressive rot
  6. Sigitari – Wintersturm
  7. Symbiosis – Eterno inverno
  8. Bones of the elephant – Kumir
  9. Nightpray – Photosyntthetics
  10. Karna – In the darkness

www.myspace.com/skesis_86

Youtube – Trailer



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