Vic Anselmo - In My Fragile

Vic Anselmo – In My Fragile (Review und Kritik)

Vic Anselmo - In My Fragile

Vic Anselmo, die junge Lettin mit Künstlernamensverwandtschaft zum Pantera-Sänger, hat ihr zweites Album fertig. Obwohl die talentierte Sängerin/Songschreiberin schon 2001 ihre erste Band gründete, kam ihr Demo „Beverly“ erst 2006 raus. Ein Album und Live-Auftritte mit Mick Moss von Antimatter und Deine Lakaien (2010) später ist nun der zweite Langspieler bereit für die Läden – und natürlich auch bereit für’s Review, das Ihr hier zu lesen bekommt.

Das Cover der CD ist wie schon bei Vic’s erstem Album sehr vielfältig interpretierbar, schön ist es in jedem Fall geworden. Die Dame hat Geschmack, und das nicht nur was die Zeichenkunst angeht.

Ihre Musik strotzt nur so vor Stileinflüssen aller Art und schöpft aus einem großen Pool von Ideen.

Rockige Anteile finden sich gepaart mit Synthesizern und Streichern bei „More than you can comprehend“ oder „Open Wide“ – zwei Songs, die sich trotz ihrer Stilverwandtschaft stark unterscheiden. So geht es bei ersterem bedächtig und stimmgewaltig zu, während der zweite Titel unbarmherzig nach vorn marschiert und uns befiehlt: „Open wide!“. Wer jedoch denkt, dass es mit dem Rockbereich vorbei ist mit der Kreativität von Frau Anselmo, der hat weit gefehlt. „Horizon“ hat einen äußerst ohrwurmverdächtigen Melodieverlauf, und mit „Wellspring“ gibt’s eine Kostprobe von Vic’s glasklarer Stimme und ihren Klavierkünsten. Dass sie ihre Stimme allerdings auch bestens an die Stimmung des Songs anpassen kann zeigt sie im „Bone’s Blues“, wo der Gesang vom überheblich kalten bis zum Kinderträllern reicht.

Vic ist nicht nur violett!

Ein äußerst interessanter Track offenbart sich an Stelle 9: „Das dunkle Land“ wird in Deutsch gesungen und bietet neben seiner morbiden Thematik viel Abwechslung und teilweise Anleihen an Samsas Traum. Sollte man auf jeden Fall gehört haben! Im letzten Drittel des Albums heißt es dann noch einmal Bühne frei für die Stimmgewalt: Ruhig und bedächtig singt sich Vic noch einmal mit Bandbegleitung durch alle Stimmlagen. An „Who?“ schließen sich ein Pianosolo von „Bone’s Blues“ und weitere Solostücke für Klavier an, die allesamt live aufgeführt wurden. Ein schöner Kontrast und ein weiterer Grund, sich für dieses Album wie schon für den Vorgänger die nötige Zeit zu nehmen. Wer die aufgeweckte Lettin allerdings live sehen will, der muss sich noch ein wenig gedulden oder einen Flug nach Asien buchen. Dort ist sie nämlich in den kommenden Monaten mit Xoundforce unterwegs.

Fazit:

Eine kreative Frau mit einer großartigen Stimme – da steckt Potential dahinter! Hier zeigt sich wieder eine neue Facette Vic Anselmos, die mit ihrem musikalischen Können und ihren klasse arrangierten Songs zu überzeugen weiß. In Zukunft wird da wohl noch mehr kommen, und auch die Albumkomposition noch ausgereifter. Bei diesem Kauf macht man als Fan von ideenreichem weiblichem Gesang und düsteren Melodien auf jeden Fall nichts verkehrt.

Tracklist:

01. Introduction
02. More Than You Can Comprehend
03. Open Wide
04. Horizon
05. Wellspring
06. Bone’s Blues
07. Ashes
08. Secrets Of The Universe
09. Das dunkle Land
10. In The Darkness
11. The Day
12. Who (Bonus)
13. Bone’s Blues (Bonus)
14. Leaving Eden (Bonus)
15. Tumsha Nakte (Bonus Latvian Traditional Song)

8/10

Erscheinungsdatum:

19.08.2011

Anspieltipps:

Horizon; Das dunkle Land; Bone’s Blues

Links:

vicanselmo.com

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