The Late Hours

Vladimirs – The Late Hours (Review und Kritik)

The Late Hours

“Horrorpunk ist doch gar kein eigenes Genre wert. Die klauen eh nur alle bei den Misfits.“ (Zitat aus dem MetalHammer Forum) Ähm, nein?!  Da wäre zum Beispiel das neue Album „The Late Hours“ von den Vladimirs, das so ganz und gar nicht nach dem „kommerziellen“ Horrorpunk oder den Misfits klingt.

The Vladimirs

„Last Song For The Lost“ beginnt sofort, mit Geschwindigkeit, Vocals und allem was dazu gehört. Aber dann kommt noch mehr Geschwindigkeit dazu, eine ganze Menge Abwechslung für so ein kurzes Stück und sofort wird man mitgerissen und man hört sich die ganze CD an. Ohne Unterbrechung.
Der Track „Zombie Eyed Youth“ regt vor allem beim Autofahren das übermäßige Belasten des Gaspedals an und gleichzeitig klingt der Track auch irgendwie ein wenig retro. Aber trotzdem passt der Gesang gut zu den Instrumentals und vor allem der komplexe Aufbau eben genannter beeindruckt sehr. Auch der Refrain geht gut ins Ohr und garantiert damit sicherlich Erfolg auf Konzerten & Festivals.
Auch „Quiet Room“ behält den lärmigen Sound bei, weshalb der Song jedoch dennoch heraussticht ist dem Fakt anzurechnen, dass selbst die melodischste Stimme dennoch irgendwie dazu passt. Ebenfalls sehr zu loben ist das Tempo, das stetig gehalten wird und nicht zu vergessen die einfach geilen Gitarrenriffs.
Mit einem creepy Intro und einen Anfang, der sehr nach Death Metal klingt punktet „City Of The Living Dead“ und sammelt mit dem Refrain, der einfach ins Ohr geht, dem starken Kontrast zwischen Geschwindigkeit und melodischem Gesang und der, trotz der düsteren Thematik, präsenten Jubelstimmung zusätzliche Punkte.
„Blind Love“ klingt anfangs ein wenig nach einem 0815 Liebeslied von irgendeiner  Viva-Rockband mit variablen Namen, allerdings wird dieser erste Eindruck sofort von dem unverkennbaren Sound des Schlagzeugs vertrieben. Der Track ist nicht ganz so schnell und in manchen Teilen sogar balladenhaft, wäre der Track nicht einfach zu lärmig und zu laut. Auch hier erstaunt es wieder, wie sehr die verschiedenen Stimmfarben mit der Musik harmonieren und wie gut verschiedene Emotionen suggeriert werden.
Sehr rockig klingt nun „Synthetic Happiness“. Auch dieser Track ist schnell und verfügt über die charakteristische Präsenz des Titels in den Lyrics, dennoch ist der Track keiner von denen, die im Ohr bleiben.
Hinter „You’re Not Who You Think You Are“ steht sehr viel Druck, auch wenn das Schlagzeug nicht ganz so lärmig ist und der Sound im Gesamtbild  klarer klingt, verfügt der Track über die nötige Aggressivität um Live zum mitsingen zu animieren. Zusätzlich überzeugen die Riffs und das gute Ende den Zuhörer von diesem Track.
Vor allem wegen der Riffs erinnert „New Flesh“ eher an ein Metalstück, aber die Vladimirs machen ja auch Horrorpunk- Metal. Die Riffs treiben dabei den Track maßgeblich voran. In anderen Teilen erinnert der Track vor allem aufgrund der Stimmlage stark an The 69 Eyes. Abschließend kann über den Track gesagt werden, dass er einer der besten und härtesten auf der Platte ist.
Mit einem düsterten Klang und einer verzweifelten, pessimistischen, ziellosen Grundstimmung beeindruckt nun „Where To Run“. Hinzu kommen erneut richtig phäte Riffs  und ebenso phäte Drums.
Track Nummer 10 ist ein düstertes Instrumentalstück bei dem man sehr deutlich die Elektrizität der Gitarre hört. Der Track selbst suggeriert mit dem Auf- und Abwogen der Melodie eine Wellenbewegung, bis der Track plötzlich endet.
„Missing Time“
klingt zu Anfang wieder eher nach Metal, wird dann jedoch etwas ruhiger was sehr mit dem melodiösen Gesang harmoniert. In der Mitte kommt es jedoch zum Bruch und man denkt der Song ist zu Ende, doch dann geht es schneller und dynamischer weiter, ehe der Track mit einen Horrorfilmoutro abschließt.
Der Titelgebende Track „The Late Hours“ ist eine über fünfzehn minütige Ballade, sehr ruhig, sehr harmonisch, sehr lang, aber auch sehr gut. Ein Track den man auch zu später Stunden hören kann.

Nachtfalter

Fazit:

Die Vladimirs liefern mit „The Late Hours“ nicht nur ein abwechslungsreiches, komplexes Album ab, sie thematisieren damit auch Ängste und Phänomene der modernen Welt. Musikalisch ist die CD ebenfalls gut gelungen vor allem „The Late Hours“ hat mich persönlich sehr beeindruckt. Für Fans der Band ist das Album auf jeden Fall ein muss und für Personen, die glauben Horrorpunk sei nur die nette Umschreibung für „Tuntenbands“, die die Misfits kopieren, finden hier ein gutes Beispiel, das ihre These widerlegt.

Tracklist:

  1. Last Song For The Lost
  2. Zombie Eyed Youth
  3. Quiet Room
  4. City Of The Living Dead
  5. Blind Love
  6. Synthetic Happiness
  7. You’re Not Who You Think You Are
  8. New Flesh
  9. Where To Run
  10. Instrumental
  11. Missing Time
  12. The Late Hours

9/10

Veröffentlichung: 22.11.2011

Anspieltipps: City Of The Living Dead, You’re Not Who You Think You Are, The Late Hours

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