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VNV Nation – Interview mit Ronan Harris

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Vor dem Abschlusskonzert der Deutschlandtour von Solar Fake, Rotersand und VNV Nation waren Elbin und Ralle von Radio Dark Dimensions im Backstage-Bereich und hatten die Gelegenheit die Bands zu interviewen. Zuerst hieß es, dass Ronan Harris wohl kein Interview geben wird, weil die Vorbereitungen zum DVD-Dreh ihn voll in Anspruch nahmen. Glücklicherweise überlegte er es sich noch einmal und gab dann doch ein Interview. Natürlich liefen nebenbei auch die letzten Vorbereitungen zur Show.

exklusives RDD Interview

Ralle: Hallo Ronan – Wir wissen ja, dass du normalerweise sehr bescheiden bist. Trotzdem möchte ich dich mit Pionier und Meister des Future Pop begrüßen.

Ronan: (lacht) Das ist ein schöner Anfang. Ich weis nicht was Future Pop bedeutet, obwohl ich den Begriff bereits gehört habe, aber „Meister“ wow. Meine Eltern werden sehr stolz auf mich sein, wenn sie das hören.

Ralle: Als Quiddje (Zugezogener in Hamburg) muss man sich zwangsläufig mit so essentiellen Dingen beschäftigen, wie HSV-Fan oder St. Pauli-Fan?

Ronan: Tut mir leid sagen zu müssen, dass ich seit meinem fünften Lebensjahr Manchester United unterstütze und wenn ich mich für einen Verein hier in Hamburg entscheiden müsste, dann für den HSV. Ich bin kein wirklicher Fan, aber es ist besser, wenn ich dazu nichts sage.

Ralle: Kommen wir auf eure mehr als erfolgreiche „Of Faith, Power and Glory“ -Tour zu sprechen. Könnte man diese Tour wegen der sehr großen Resonanz auch in Nordamerika, als ein Highlight in eurer Bandgeschichte bezeichnen?

Ronan Harris, Hamburg, 1.10.2009
Ronan Harris, Hamburg, 1.10.2009

Ronan: Die ganze Tour? Ich denke die Europatour war ein Highlight. Ich nehme das Mikrofon. Der Grund ist, dass wir bei allen Auftritten das meiste Publikum hatten und ich meine nicht ein paar hundert. Wir haben zum Beispiel vorher in Hannover vor 1300 Menschen gespielt und in München waren es nahezu 1400 Menschen. Wir haben in großen Hallen gespielt vor 1500, 1600 Menschen und waren ausverkauft. Überall waren es so viele Menschen. Ich weis nicht was wir getan haben. Wir hatten angenommen es würden, so wie früher, mal ein paar mehr oder ein paar weniger Menschen kommen. Zu sehen, dass die Menschen kommen um sich unterhalten zu lassen, in der Erwartung gut unterhalten zu werden, ist zwar ein Kompliment für uns, aber das vermittelt auch das Gefühl, dass sie uns für einen sehr starken Liveact halten müssen. Sie wollen die Erfahrung machen und wollen es erleben. Das war für unsere jahrelange harte Arbeit, die die größte Belohnung. Wir hatten eine sehr erfolgreiche M’era Luna Show, wir spielten beim Neuwerkfestival in Düsseldorf, M’era Luna, WGT 2009 und auch Blackfield. Diese Festival-Shows wurden legendär. Darunter auch Leute aus der gesamten Szene und nicht nur unsere Fans mit unseren Shows zu begeistern war großartig. Zu sehen wie diejenigen, die uns bisher nicht kannten, bei den Shows mitgegangen sind, mitgesungen und gelächelt haben, hat uns ein unheimlich gutes Gefühl gegeben. Das war wohl mit ein Grund dafür, dass so viele jetzt zu unserer Tour gekommen sind, um uns zu sehen. Diese Resonanz nach den Shows war einfach unfassbar und hat all unsere Erwartungen übertroffen. Wir waren sehr dankbar dafür, denn wir haben sehr hart dafür gearbeitet, um dem Publikum zu geben, wofür sie zu unseren Shows gekommen sind. Wir wollten unser Publikum in keinem Fall enttäuschen. Wenn wir gemerkt hätten, dass die Reaktionen nicht so sind, wie es sein sollte und wir die Erwartungen des Publikums nicht erfüllt hätten, wären wir enttäuscht gewesen. Es ist sehr wichtig das Publikum zu unterhalten, das war immer unser höchstes Ziel und ist es auch noch.

Ralle: The world is just an Illusion – trying to change you. Wie schwierig ist es, sich nicht verändern zu lassen und sich trotzdem weiter zu entwickeln?

Ronan: Jeder hat seine Natur. Die Erfahrungen verändern dich. Das laufende Leben verändert dich. Natürlich veränderst du dich auch mit dem Älterwerden. Deine Freunde und mit ihnen die Dinge, die du über dich selbst erfährst verändern dich. Aber jeder Mensch hat seine eigene Natur.
Es gilt festzustellen wie die eigene Natur ist, sie zu akzeptieren und auch zu akzeptieren, dass kein anderer Mensch auf diesem Planeten genauso ist wie du.
Es ist deine Persönlichkeit, der Typ Mensch, der du bist und es sind deine naturgegebenen Anlagen.
Wenn du diese Anlagen verlierst oder verleugnest, dann sind sie für immer verloren. Es gibt Menschen, denen es gelingt sich davon zu lösen und im späteren Leben zu ihrer eigenen Persönlichkeit zurück finden. Der einzige Weg seine Natur und seine natürlichen Anlagen nicht zu verlieren, ist in Harmonie mit sich selbst und seiner Natur zu leben und zu handeln. Es ist der eigene innere Wert jeder Person.
Ich denke es gibt, gerade in unserer Szene, so viele Menschen, die sich missverstanden fühlen oder Schwierigkeiten mit der Schule und den Eltern oder auch der ganzen Welt haben. Es ist sehr schwer nicht durch diese tiefen Verletzungen so verbittert und verärgert zu werden, dass man so unsicher in seiner eigenen Verletzlichkeit ist und andere für die eigenen Qualen verantwortlich macht und darunter leiden lässt.
Daher denke ich, dass sehr viele aufgrund dieser Erfahrungen ein so geringes Selbstwertgefühl haben, dass sie sich selbst verletzen bzw. sich selbst zerstören. Ich meine damit die Leute, die keinen Weg zurück finden in ihrem Leben durch die Erlebnisse mit Sex und Drogen, durch was auch immer, also all die Extreme des Lebens.
Und es ist so wichtig die inneren Anlagen nicht zu verlieren. Denn du bist die einzige Person, die dich von Beginn an durchs Leben begleitet und bis zum Ende deines Lebens bei dir ist.
Das empfinde ich so stark.

Es gibt unglaublich viele Teenager, die auf mich zu kommen, mir schreiben und nach den Shows und DJ-Nächten zu mir kommen und mir sagen, dass dieser Song alles beschreibt was sie fühlen. Und genau wegen der Teenager habe ich ihn geschrieben, denn die Tochter eines Freundes hatte sehr große Probleme. Und ich wollte ihr auf diesem Weg erklären, als jemand, der verstehen kann, wie sie sich fühlt, dass sie sich auf dem Weg der Selbstzerstörung begibt. Nicht, dass sie sich etwas angetan hätte, sondern, dass sie dabei war sich selbst aufzugeben. Ich wollte ihr damit zeigen, dass ich sie verstehe und für sie da bin und zwar nicht als Erwachsener. Ich wollte ihr auf diesem Weg erklären: „Ich weis wie du sich fühlst, ich war selbst an dem Punkt und ich weis, dass es nicht leicht ist, aber du musst jetzt sehen, dass es zwei Wege gibt, die du gehen kannst. Und als erstes musst du erkennen, dass all die Idioten um dich herum wertlos sind. Das sind sinnlose Leute, die dich innerhalb kurzer Zeit nicht mehr aufregen werden. Du wirst nie mehr auf sie achten müssen und wenn du sie mit vierzig Jahren wieder siehst, kannst du wirklich nur noch über sie lachen, wenn du es musst. Denn ihr langweiliges Leben wird sie zu nichts geführt haben. In jeder unterschiedlichen Person in der Szene steckt ein großes kreatives Potenzial sich auszudrücken. Das sind die Menschen, die den Geist der jeweiligen Zeit ausdrücken, durch Rockmusik oder Kleidungsstil oder was immer sie mögen. Es sind die kreativen Menschen, die unseren Zeitgeist ausdrücken. Sie sind so abwechslungsreich. Das ist ein riesiges Potenzial und unfassbar, wenn jemand so zu sich selbst findet. Das will ich den Leuten damit sagen, dass es das ist was du sein kannst und glaube mir, in 500 Jahren wird es niemanden mehr kümmern.


VNV Nation, live, Hamburg, 01.10.2009
VNV Nation, live, Hamburg, 01.10.2009

Ralle: Du giltst als Perfektionist, der nichts dem Zufall überlässt. Wie schaffst du es, diesem von außen auferlegten Erwartungsdruck gerecht zu werden und mit „Of Faith, Power and Glory“ erneut solch ein Gänsehautfeeling-Album abzuliefern?

Ronan: O.K. ich fange damit an zu sagen, dass ich kein Perfektionist bin! Ich lernte vor einer langen Weile, dass ich ein frustrierter Künstler bin, der eine Vision im Kopf hat, was ich erreichen möchte und wie es aussehen soll, wie es sich anfühlt. Und wenn ich 25 Prozent davon erreiche, schwebe ich auf Wolken. Ich lege meine Messlatte sehr hoch und bin sehr zufrieden wenn ich 25 Prozent erreiche. Das ist die beste Art es zu beschreiben. Ich habe eine Idee nach der anderen, ich arbeite und arbeite immer weiter daran Songs zu schreiben. Ich möchte mit einem Song kein Klischee erzeugen, ich möchte etwas schreiben, das gefühlsmäßig perfekt ist und etwas Intelligentes ausdrückt, etwas, wozu du tanzen kannst oder es einfach in deinem Auto anhören. Ich denke mit „Judgement“ habe ich mich zurück gehalten. Ich war vielleicht etwas ängstlich, eben zurückhaltend, vielleicht um nicht zu weit zugehen. Und mit diesem Album habe ich einfach ein Album der Lieder geschrieben. Da mir bewusst wurde, dass die Songs, die ich mir seit all den Jahren anhöre, höre ich aus einem einzigen Grund, sie sprechen zu mir. Ich habe immer Musik gehört um etwas zu denken oder zu fühlen, sogar wenn es nur instrumentales Stück oder auch Noise ist. Der Grund ist, dass darin immer etwas Sanftmütiges ist. Es gibt kein System, das ich anwende um die Gefühle in die Songs zu bekommen. Ich öffne mich und lass es einfach raus. Ich fange nicht an ein Album vielleicht 6 Monaten oder ein Jahr nachdem ich angefangen habe Songs zu schreiben, zu produzieren. Ich fange an zu fühlen, dass der Schwerpunkt sich zusammenfügt und es ist fast als würde ich etwas durch mich fließen lassen. Ich bin nicht religiös im Sinne von organisierter Religion und ich hoffe niemand denkt jetzt, dass Gott durch mich spricht, oder so. Ich lasse nur das Gefühl heraus kommen und ich denke mit diesem Album habe ich erkannt, dass ich nichts darauf geben soll, was die Kritiker sagen. Weil die Kritiker immer aus einer dummen Minderheit Elitärer kommen. Und ich habe nie nur einer einzigen Person geglaubt, was sie über ein Album denkt. Es ist wie mit den Filmen. Ich mag welche, die die Kritiker hassen. Es interessiert mich nicht, denn ich mag sie, weil ich dafür meine Gründe habe und das ist wichtig. Ich habe in der Vergangenheit immer gefühlt, als ich „Beloved“ oder „Illusion“ auf ein Album gepackt habe, dass sie es hassen. Sie sagen, sie wären zu soft und zu süß, aber es wurden die beiden bekanntesten Songs, die wir je gemacht haben. Das gab mir vermutlich das Zeichen, was in euren Herzen ist.

Ralle: Du warst aber auch ein wenig verärgert über die Oberflächlichkeit bei einigen selbsternannten Kritikern, die VNV Nation alleine wegen Cover und Titel „Of Faith, Power and Glory“ in ein völlig falsches Licht rücken wollten.

Ronan: Ich denke sie wollten es wie jedes andere Album-Cover sehen. Die meisten Menschen sind darauf programmiert zu sehen, dass die meisten Fans ein Album wählen, weil das Cover cool aussieht, oder wählen einen Titel, weil er cool ist. Ich sehe ein Album von mir wie ein Buch. Das Cover muss das reflektieren, was in dem Album steckt. Es muss die Songs hervorbringen. Es ist wie in ein Haus zu gehen, den ganzen Weg, die Eingangstür, die Erfahrung wenn du rein gehst ist was du erwarten wirst. Menschen, die nicht tiefer als auf die Oberfläche schauen, sind nicht die, zu denen ich spreche. Kritiker, die es kritisieren kann ich sagen, dass keines der Alben-Cover, die ich je gemacht habe, so viele geheime Bedeutung hatte, die in so vielen Briefen bestehen. Zu diesen Kritikern, hm Kritiker ist das falsche Wort, denn es gibt Menschen, die ein wenig empfindlich sind, dass ich eine Statue benutzt habe, oder besser die polnischen Künstler, die das Cover gemacht haben, haben eine Statue benutzt, die sich „Grabmal des Unbekannten Soldaten“ nennt. Es gibt eine in Berlin, die uns daran erinnern soll nie mehr unsere dunkelste Seite um sich greifen zu lassen. Es ist unsere größte Hoffnung ein besserer Mensch, eine bessere Spezies zu sein. Es handelt sich nicht um ein Weltniveau sondern um ein persönliches. Es ist lediglich eine Metapher, dass wir immer etwas besser sein wollen, aber gleichzeitig sind wir etwas schizophren. Wir leben mit der dunklen Seite. Ich würde scherzhaft über diese Menschen, die empfindlich sind an den Krieg oder solche Dinge erinnert werden,  sagen, dass sie diese Energie besser dafür nutzen sollten über sich nachzudenken, über ihre eigene persönliche Schuld, damit sie vielleicht sogar Aktivisten werden. Um zu zeigen, dass Deutschland, so wie ich es erfahren habe, und ich erzähle es den Amerikanern non Stopp, das militanteste Volk auf der Welt ist, das gegen Kriege ist. Es ist militant für Frieden und es möchte nicht, dass Soldaten irgendwo hingehen. Die Menschen wollen Frieden. Nutzt diese Energie außerhalb der Grenzen dieses Landes, weil die Hälfte der Welt im Moment im Krieg ist. Und ich möchte nicht, dass sie die gleichen Tatsachen ertragen müssen, deshalb hast du deine Einflüsse best möglichst zu nutzen. Das ist wie ich finde eine verloren gegangene Möglichkeit für Deutschland, ein Botschafter für Frieden auf der ganzen Welt zu sein, weil es seine Erfahrungen nutzen könnte.

Ronan Harris, Hamburg, 01.10.2009
Ronan Harris, Hamburg, 01.10.2009

Ralle: „Of Faith, Power and Glory“ ist eines eurer „ruhigeren“ Alben von VNV Nation. Liegt es vielleicht auch daran, dass es eins deiner persönlichsten ist?

Ronan: Jedes Album hat eine Zeit in meinem Leben reflektiert. Dieses Album geht darüber Türen zu schließen und in einen neuen Raum zu gehen, in einen größeren Abschnitt. Das Album startet typisch elektronisch in einem strikten Tempo, emotionslos. Und es endet mit einem höchst biologischen, emotionalen Rock, ich vermute auf irgendeine Art und Weise wie ein Rock-Song und völlig emotional. Ich weiß nicht ob es das ruhigste ist, oder das friedlichste, aber es ist an einem Punkt meines Lebens entstanden, den ich erreicht habe und wo es mir gut ging. „Praise the Fallen“ war eine sehr aggressive Zeit in meinem Leben, nicht aggressiv, sondern frustriert und ich versuchte diese Energie in etwas Positives und Direktes umzuwandeln, wie einen Schlachtruf für mich selbst, um mich selbst zu retten. „Empires“ war ein ruhiges, melodisches Album, aber es war in einem sehr zeitgenössischen Stil geschrieben und ich denke dieses Album ist zeitgenössisch wie immer und es beinhaltet Musik, die uns jeden Tag umgibt. Ich muss keine „BoomBoom“-Songs schreiben, auf die jeder herumhüpft um zu sagen was ich sagen möchte. Ich denke die Menschen sind intelligent genug und die Musik hat sich so geändert, dass wir heutzutage so unterschiedliche Musik hören wie noch nie. Ich denke es gibt tausende von Bands die andere Musik machen. VNV Nation wird immer das machen, wofür sie bekannt sind. Die Kraft, die Emotionen und die Leidenschaft haben sich nie geändert. Es gibt Menschen, die zu mir kommen und fragen warum wir nicht wieder so ein Album machen wie „Praise the Fallen“? Ich sage ihnen dann, weil es die Zeit war. Du hörst dir verschiedene Bands an? Dann mach das. Viele Dinge ändern sich, aber was wirklich wichtig ist, ist das Wesentliche, ist der Stil und wir erfüllen keine Klischees.

Ralle: Wodurch erklärt ihr euch denn die Vielschichtigkeit bei den Fans von VNV Nation? Die Einen lieben eure Musik und andere wiederum achten verstärkt auf die Texte.
Dann passt es fast, dass „Sentinel“ für die Fans der eindeutige Favorit ist und „From my hands“ leider ein wenig untergeht.

Ronan: Es ist im Moment sehr lustig, einer der favorisierten Songs ist „The great Divide“, es überrascht mich, dass es in vielen Clubs in Deutschland ein Hit ist. „From my hands“ war der schwierigste Song, den ich je gemacht habe. Jemand fragte mich in einem Interview warum ich so etwas Ruhiges und Poppiges mache und ich sagte, dass es weit entfernt von ruhig und poppig ist, der Song ist etwas sehr Schmerzhaftes. Es ist die Art Songs, wo du dich selbst ins Studio zerrst und ihn immer wieder singst, denn du kannst ihn nicht korrekt singen, da deine Stimme bricht, die Emotionen überfluten dich. „Sentinal“ ist für mich ein Außenseiter, wie wir sagen eine Art Erinnerung an unsere Vergangenheit. Ich wollte, dass der Verlauf des Albums eine Geschichte erzählt. Eine historische Geschichte. „Sentinal“ ist einer der Songs, der vom Beat her sehr emotionslos ist und wenn du das Album weiter verfolgst, bricht die Emotion durch, die Kontrolle bricht. Und das ist der Grund warum „From  my hands“ das ist, was es ist. Es ist ein Prozess des Erkennens, des spirituellen und geistigen Wachstums. Es ist seltsam, dass Fans sagen, dass „Sentinal“ ihr favorisierter Song ist, ich denke es erinnert die „harten“ Fans an die alten Zeiten, aber es gibt neue Tage und viele von den neueren Fans, die nicht dabei waren, als „Empire“ veröffentlicht wurde liebten „Judgement“. Dann spielten wir „Matter and Form“-Songs, die nie populär waren und selbst die harten Fans liebten es. In der Zeit um 2005 waren die harten Fans verärgert über „Empires“, aber auch das war ein Abschnitt des Lebens und irgendwann liebten sie das Album und akzeptierten, dass auch das zu VNV Nation gehört. Es hängt davon ab, wie du mit VNV startest, du startest mit einem Album und das ist deine erste Erfahrung. Es ist seltsam welche Songs sie mögen, aber „Sentinal“ und „The great Divide“ sind die beiden und natürlich „From my hands“. Es scheint als ob die Leute es mögen, wenn ich über meinen Schmerz singe, die Balladen singe, sie lieben dieses Gefühl sehr.

Ralle: Obwohl „Sentinel“ ebenfalls so emotional ist, dass einem das Blut in den Adern gefriert.

Ronan: Warte bis du siehst, wie ich ihn singe, ich hüpfe nicht herum, ich stehe dabei.

Ralle: Ein Song, der fast so garnicht musikalisch ins Bild passt bei eurem Album ist „Art of Conflict“. Ist es evtl. von der Musik her eine Homage an eure neu gewonnenen Freunde Rotersand oder war Krischan sogar beteiligt?

Ronan: Ich bin sehr überrascht über diese Frage, denn wir machen Tracks wie „Art of Conflict“ von Anfang an. Es ist wirklich eine Homage an uns selbst. Es ist wie „Entropy“, „Fragments“ oder wie „Momentum“ vom Album „Judgement“. Nein, das ist die Art von alter VNV-Stil, den ich für euch mache. Kein Angriff auf Rotersand, Krischan ist ein sehr guter Freund, wir arbeiten zusammen. Ich wollte etwas mit mehr strukturierter Aggression und es gibt den DJ’s die Möglichkeit etwas Flottes auf den Tanzflächen zu spielen, die Leute glücklich zu machen, damit sie dazu tanzen können. Manche fragen mich auch wo die Lyrics sind, ich sage dann: „Sie sind da, wenn du sie möchtest“. Geh und kauf dir ein Buch über den aktiven Krieg und du wirst deine Einstellung ändern.

Ralle: Im nächsten Jahr heißt es ja „20 Jahre VNV Nation“. Was bedeutet ein solches Jubiläum für euch? Gund zum Feiern oder eher doch weiter machen?

Ronan: Eine Redewendung: Ich ruhe mich nicht auf meinen Lorbeeren aus. Für mich ist es kein Fest. Es kommt mir nicht vor wie 20 Jahre. Ich zähle nicht. Ich sage nicht, hey, es sind 10 Jahre und drei Tage „Empires“ oder so, es spielt keine Rolle. Wir haben einen Job zu machen und wir machen weiter. Es ist nett, weil es ein Moment ist, der dir zeigt wo du warst und wo du bist, aber nächstes Jahr wird ein sehr, sehr anstrengendes Jahr für uns. Aber kein Jahr an dem ich aufhören werde und jubeln „Oh was für wundervolle 20 Jahre“. Wir werden immer weiter machen, bis es einen weiteren Jahrestag für irgendetwas gibt.

Ralle: Was möchtest du abschließend den ganzen Fans von VNV Nation da draußen noch mitteilen?

Ronan: Egal welches Album sie mögen, ich weiß es nicht und es spielt keine Rolle, ist alles was ich sagen kann: Sie sind der Grund für die Stärke, die wir haben. Sie sind der Support, sie sind das Engagement, wir sind sehr stolz auf sie. Wir wissen von vielen von ihnen die Namen und wir sind unendlich dankbar, weil ich nicht viele Bands kenne, die Fans mit solcher Hingabe haben, die immer für sie da sind. Sogar für die emotionale Unterstützung. Es ist eine wundervolle Sache, es ist immer interessant was sie über ein neues Album denken, aber wir sind keine Jukebox, die Bestellungen annimmt wie in einem Restaurant. Wir machen keine kundenspezifische Musik. Wir hoffen, dass sie uns auf unserer Reise folgen und mit uns gehen, wie sie es bereits getan haben. Es ist wunderschön sie immer noch da zu sehen, nach all den Jahren, all den Shows und das macht uns glücklich. Was sonst können wir erwarten? DANKE, das ist eines der größten Komplimente!

Ralle: Und ich glaube ich darf im Namen aller Fans da draußen sprechen, und einfach sagen: Vielen, vielen Dank für die tollen Alben, für die fantastischen Konzerte von VNV Nation!

Ronan: (grinst) Wir haben noch eines zu machen, warte bitte bis das beendet ist, nicht sagen „Die wundervollen Konzerte“, sonst haben wir heute Abend eine Katastrophe und wir haben Probleme (Ronan lacht laut)

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