Voll auf die Zwölf! Enfeeble mit zweitem Studioalbum „Encapsulate This Moment“ (Rezension)

Enfeeble - Encapsulate This Moment - Artwork„Enfeeble“ bedeutet „schwächen“, jedoch ist das melodiöse Geknüppel dieses Emser Quartetts alles Andere als schwach. Die Band besteht seit 2005 und bringt jetzt ihr zweites Studioalbum heraus. Die Scheibe trägt den schönen Titel „Encapsulate This Moment“ und kommt am 7.März 2014 in die Läden. Ich habe die Ehre, bereits jetzt schon in die 13 Songs mit insgesamt 53 Minuten Spiellänge reinzuhören und unseren Lesern ein wenig Appetit zu machen. Wer Thrash, Death oder Metalcore mag, sollte besonders aufmerksam sein, denn diese Band wartet mit einer gelungenen Mischung dieser Stile auf.

Nach einem epischen Intro, das eher auf Powermetal schließen lassen würde, geht es gleich mit einer geballten Ladung Thrash los. „Shock Me“ repräsentiert gleich zahlreiche Elemente, durch die sich diese Band auszeichnet: Thrashmetal-Geschrammel und rhythmische Core-Riffs wechseln sich ebenso ab wie brachiale gutturale Shouts bzw. etwas höhere Screams mit cleanem Gesang. Mit anspruchsvollen Lead-Gitarrenriffs und –soli wird auch nicht gespart, ohne dass die Musik dadurch jedoch überladen wirken würde.

Der nächste Song „Personage Collapse“ erinnert am Anfang stilistisch ein wenig an Children of Bodom und zeigt, warum auch die Bezeichnung „Deathmetal“ als Beschreibung des Stils dieser Band nicht falsch ist. Das langsame Interlude mit gefühlvollem, zweistimmigem Gesang, gefolgt von einem episch-melodiösen Gitarrenpart  runden diesen Song gelungen ab.

Der dritte Song „Fleshdever“ ist allgemein eine etwas langsamere Nummer aber deswegen noch lange nicht langweilig. Auch hier wechseln sich verschiedene Riffs und Stilmittel ab. Weiter geht es mit „Cavity Door“, einem kraftvollen Geknüppel, das uns mit voller Power wieder wach prügelt.

„Cries“ beginnt mit einem düsteren Gitarrenintro, in das sich bald ein sehr schnelles Schlagzeug und kraftvolle Gesangsparts einreihen. Trotz der aggressiven Strophen setzt sich eine gewisse Melancholie im Instrumentalteil in der Mitte des Stücks durch, wobei dennoch auch die Thrash-Elemente nicht zu kurz kommen. Das Gesamtpaket erinnert bis hierhin ein wenig an Bullet For My Valentine, besitzt allerdings zu viel Eigenständigkeit, um es als Abklatsch zu bezeichnen. Es ist schon beachtlich, wie gekonnt die vier Jungs hier fließende Übergänge und perfekte Ergänzungen der verschiedenen Stile herstellen.Enfeeble_Bandfoto

In der Mitte wird es dann etwas ungewöhnlich. Das kurze Instrumentalstück „The Last Night Before“ klingt, als wollte da gleich jemand zu rappen. Umso gelungener ist der Übergang zum nächsten Kracher „Reality Loss“.

Auch wenn die Musik an sich eine starke Eigenständigkeit aufweist, zeichnet sich schon recht bald ein gewisses Schema ab, das allerdings in fast jedem Song in einer anderen Aufmachung gefüllt wird. Trotz eines doch recht konsequenten Stils kann man nicht sagen, dass sich alle Songs gleich anhören.

„Agony Revenge“ ist ebenso ein sehr ausdrucksvoller Song mit geballter instrumentaler Kraft, in dem ein sehr melodisches Thema auf geschickte Weise in verschiedenen Stilen verpackt wird. Durch die zahlreichen Rhythmuswechsel wirkt das Stück, wie die meisten anderen auch, mal getragener, mal bewegter und mal einfach nur aggro.

Die nächsten beiden Songs weichen leider nicht allzu sehr von den vorherigen Nummern ab, sodass es dazu nichts weiter zu sagen gibt. Die letzten beiden Tracks fallen hingegen ziemlich aus der Reihe. „Flase Faith“ ist mit Abstand der „epischste“ Song des ganzen Werks: brachiales Schlagzeug, pompöse Gitarrenriffs, gefühlvolle cleane Gesangsparts und der Einsatz von Keyboards sowie die harmonische Komposition des Stücks sorgen für eine entsprechende Atmosphäre.

Der Abschlusssong „As We Were Like Shadows“ ist eine langsame Akustiknummer mit cleanem Gesang und cleanen Gitarren, der zeigt, dass diese Jungs auch ganz langsam können.

Weitere Infos zur Band findet ihr auf deren Facebook-Seite

Trackliste:

01. Opening
02. Shock Me
03. Personage Collapse
04. Flashedever
05. Cavity Door
06. Cries
07. The Last Night Before
08. Reality Loss
09. Agony Revenge
10. The Creation
11. A Million Voices
12. False Faith
13. As We Were Like Shadows

Anspieltipps: Cries, Agony Revenge, False Faith

Bandmitglieder:

Lucas B. (Luke) – Lead Vocals + Rhythm Guitar
Pascal S. (Baal) – Lead Guitar + Backing Vocals
Klaus B. (Colossus) – Bass Strings + Backing Vocals
Christopher G. – Drums’n’Heads

VÖ: 07.03.2014

 

 

About Mustaveri

Alter: 28 Beruf: Übersetzerin (freiberuflich) Lieblingmusik: Metal (Death, Dark, Black, Thrash, Symphonic, Gothic) Hobbys: Musik, Sport, Schreiben, Kunst, Kochen

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