Vreid – Milorg (Review & Kritik)

Vreid – Milorg (Review & Kritik)

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Vreid - Milorg

Knapp 2 Jahre nach I Krig führen uns Vreid mit Milorg auf das nächste Schlachtfeld. Die pechschwarze Brigade um Hváll, Steingrim, Sture und Ese beschäftigt sich wieder mal mit der Thematik des zweiten Weltkrieges und führt die Weiterentwicklung, welche schon auf I Krig zu hören war konsequent fort. Waren auf Kraft & Pitch Black Brigade noch starke Rock ’n‘ Roll Einflüsse zu hören, wandte man sich auf I Krig mehr oder weniger davon ab. Milorg klingt melodiöser & atmophärischer als alle bisherigen Veröffentlichungen. Ob es dadurch auch das beste Album geworden ist?


Der Opener Alarm beginnt ruhig und eine Alarmsirene leitet schleppende Gitarren ein. Danach geht der Song erst richtig los und geht in rasantes Geknüppel über. Da der Song knapp 9 Minuten lang ist, wurde er äußerst abwechslungsreich gestaltet. Melancholischer Cleangesang, zorniges Gekeife, Black Metal-typische Riffsalven und stellenweise überraschende, fast schon „Göteburg“-mäßige, Leadgitarren. Guter Opener, der aber nicht so straight daherkommt wie z.B. Jarnbyrd von der I Krig.

Disciplined ist ein flotter und melodischer Song in dem Vreid noch am ehesten die Rock ’n‘ Roll Roots der frühen Tage aufgreifen. Besonders das mitreißende Riffing und der Solopart wissen zu überzeugen, der Song hat Hitqualitäten. Mit Speak Goddamnit folgt ein Song der nochmal in eine ähnliche Kerbe schlägt und mit lässigem Bass-Spiel sowie prägnanten Lyrics überzeugt. Jedoch im Mittelteil einen ziemlich elegischen Zwischenstop einlegt, der zwar wirklich gelungen ist, aber den Song leider etwas bremmst.

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Ese, Steingrimm, Sture & Hváll

Blücher ist eine flotte Nummer die besonders abwechslungsreiches Riffing und Schlagzeugspiel zu bieten hat. Auch hier klingen die Lead-Gitarren stellenweise wieder sehr „schwedisch“, was dem Sound jedoch gut zu Gesicht steht. Schön zu sehen, dass die Band nicht in ihrer Entwicklung stagniert und offen für neue Einflüsse ist. Beim instrumentalen Blücher Pt. II fühl ich mich dann schon ziemlich an In Flames und andere melodische Todesbleigrößen aus Schweden Mitte der 90er erinnert. Parallelen zu „The Jester’s Dance“ sind gar nicht mal so abwegig, das schmälert den Song jedoch in keinster Weise, denn der ist sehr gut gelungen!

Heroes & Villians ist ein solider Nackenbrecher, der keine großen Höhepunkte zu bieten hat, aber alle wichtige Trademarks der Band nochmal unter einen Hut bringt. Mit Argumento Ex Silentio hat es ein zweiter Instrumentaltrack auf die Scheibe geschafft, der eine schöne und bedrückende Stimmung verbreitet und einen wunderbar auf den letzten Song vorbereitet.

Der letzte Song Milorg beschäftigt sich, wie der Name schon sagt, mit der größten norwegischen Widerstandsgruppe im zweiten Weltkrieg und bewegt sich ausschließlich im Midtempo. Auch dieser Song besitzt prägnante Textzeilen („Some men fight for freedom, some men fight for you…“) und besticht neben gut getimte Bridges auch durch feine Gitarrenmelodien. Ein gemäßigter, aber wirklich guter Ausklang des Albums.

Fazit: Das erhofftes Überalbum ist die neue Vreid nicht geworden, trotzdem wird man sehr gut bedient. Vielleicht haben 2-3 Songs mal kleine Hänger und wissen nicht über die gesamte Spieldauer zu überzeugen, aber dem Gesamtbild schadet das weniger. Zudem rechne ich es Vreid hoch an, dass sie versuchen ihren Stil weiterzuentwickeln (Stichwort: „Göteborg“-Melodien“) und nicht auf der Stelle zu treten. Vielleicht ist Milorg nicht das beste Album, aber musikalisch das mutigste und originellste.


Tracklist von „Milorg“:

  1. Alarm
  2. Disciplined
  3. Speak Goddamnit
  4. Blücher
  5. Blücher Pt. II
  6. Heroes & Villians
  7. Argumento Ex Silentio
  8. Milorg
8
8/10


Anspieltipps:

Disciplined, Blücher Pt. I/II, Milorg

Erscheinungsdatum:

19. Januar 2009

Homepage/Myspace:

http://www.myspace.com/thepitchblackbrigade

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