Weidenbaum - Raue Winde und blasse Schwingen
Weidenbaum - Raue Winde und blasse Schwingen

Weidenbaum – Raue Winde und blasse Schwingen (Review und Kritik)

Weidenbaum - Raue Winde und blasse Schwingen
Weidenbaum - Raue Winde und blasse Erinnerungen

„Raue Winde und blasse Schwingen“ – besser hätten die Baden Württembergischen Schwarzmetaller von Weidenbaum ihr zweites Werk nicht betiteln können. Irgendwo zwischen Wut, Ohnmacht, Melancholie und einer wirren Verträumtheit, wie man sie sonst nur von den Österreichern Dornenreich gewohnt ist, liefern die beiden Mannen ein düsteres Meisterwerk ab, dass seinesgleichen sucht und den Hörer in einen verstörenden Strudel aus Emotionen wirft, der einen nicht so schnell wieder freizugeben vermag.

Die Paralellen zu den großen Vorbildern Dornenreich sind dabei zwar schon in den erste Tönen mehr als deutlich rauszuhören und auch textlich schlägt man ähnliche Wege ein, doch klingt das Album in keinem Fall wie eine billige Kopie der Österreicher. Bandkopf Lirtes tönt stimmlich nie gleich oder gar langweilig und wechselt stetig zwischen einem klar verständlichen Krächzen und unwarscheinlich schönen Cleanvocals. Dieser Wechsel aus schwarzmetallender Härte und verletzlich wirkender Melancholie verfehlt besonders bei Stücken wie dem harten „Hinfort“ seine

Weidenbaum
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Wirkung nicht. Lassen einem Flüsterpassagen gerne wieder an Alben wie Hexenwind zurück denken wird die Scheibe immer wieder durch harte Riffs und Drumattacken wie in „Letztlich fallen alle“ zurück in „stürmischere“ Gefilde geführt. Insbesondere textlich zählt dieses Album zum Besten, was ich seit langem hören durfte.

Besonders Stücke wie „Vom Winde besessen“ und „Der Ruf der Schwingen“ verfügen über so eine unglaublich großartige Lyrik, dass der Text einem noch Stunden nach dem Hören im Kopf herumspuken dürfte. Und das musikalisch nahezu perfekt untermalt und mit einer Schlüssigkeit, die eine andere in diesem Review schon erwähnte Band mir leider nie bieten konnte.

Nach den neun Stücken dieses Albums dürfte man sich in einem trance-ähnlichen Zustand befinden und sich fühlen als sei man grade aus einem Traum aufgewacht. Zwar ist das letzte Instrumental „Raue Winde und blasse Schwingen“ etwas in die Länge gezogen, aber dennoch ergänzt es die Platte als Abschluss genau so großartig wie die schön erwähnten Schwarzmetall-Passagen. Einzigartig, perfekt – ein wunderschönes Stück Avantgarde Black Metal.

Fazit: Ich finde es bemerkenswert, dass ich grade zu Alben, die das Potential haben Dauerbewohner in meiner Anlage zu werden, nie besonders viel schreiben kann. Dafür kann es eigentlich nur einen Grund geben: Es gibt nichts zu bemängeln. Dieses Werk läuft auf dem schmalen Grad von Perfektion und Genie und schließt direkt an alte Werke von Dornenreich an (um noch einmal auf den naheliegendsten Vergleich zurück zu kommen), die auch mir noch gefiehlen. Beide Daumen hoch – diese Platte ist ein Pflichtkauf für jeden Freund melancholischem Schwarzmetalls.

Titelliste von „Raue Winde und blasse Schwingen“:

  1. Ins Fremde
  2. Hinfort
  3. Letztlich fallen alle
  4. Im Herzen des Sturms
  5. Auf blassen Schwingen
  6. Vom Winde besessen
  7. Sternlose Wege
  8. Der Ruf der Schwingen
  9. Raue Winde und blasse Schwingen

( 9,5 / 10 )

Anspieltips:
Nahezu jedes der Lieder auf dem Album könnte hier als Anspieltip fungieren. Besonders erwähnt seien jedoch „Hinfort“, „Auf blassen Schwingen“ und „Vom Winde besessen.“

Erscheinungstermin:
18.09.2009

http://www.weidenbaum-metal.de/

http://www.myspace.com/weidenbaummetal

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