Weltfremd - Monologues

Weltfremd – Monologues (Review und Kritik)

Weltfremd - Monologues
Weltfremd - Monologues

Hinter Weltfremd stecken niemand anderes als Dave Scrag und Robin Tale, zwei Veteranen der deutschen Gothic-Musik. Seit 1992 sind sie mit der Gothic-Rock Band Soul in Isolation musikalisch aktiv. Nach einigen Jahren Pause melden sie sich 2009 mit dem Sideproject Weltfremd zurück. Die Gitarren wurden für das neue Album in die Ecke verstaut und stattdessen gibt es ruhige, sphärische und tanzbare Synthpop-Melodien serviert. Ob der Genrewechsel geglückt ist, lest Ihr in der folgenden CD-Besprechung…

Weltfremd
Weltfremd


Schon im Opener, „As Helpless As A Child”, wird dem geneigten Hörer klar: bei Weltfremd geht es nicht darum mit einer Vielzahl von Samples zu spielen und mit völliger Ignoranz für Kreativität und Harmonieverständnis ein paar ausgefranste Melodien aneinanderzureihen. Im Gegenteil: man merkt den Beiden ihre große musikalische Erfahrung an. Wie für ein gutes Synthie-Pop Album üblich geht es mit dem Opener und den nachfolgenden Song „Mono“ eher tanzbar los. Mit „Idiots“ und „Saraphina“ wird es dann eher sphärischer und ruhiger. Und so zieht sich das wechselreiche Klangbild durch die unaufgeregten 14 Songs ohne am Gesamtbild zu rütteln. Dave und Robin beweisen, dass man verschiedene elektronische Klangmuster zusammenbringen kann, ohne das Grundkonzept und die Harmonie zu beschädigen. Wie eine Wolkendecke schwebt eine träumerische Atmosphäre über die einzelnen Songs und sorgt ebenso für das wohlige Hörgefühl wie die wunderschönen und glasklaren Stimmen von Dave und Robin. Diese stehen zu recht im Vordergrund und dies nicht ohne Grund. Wenn ich mir so manche Veröffentlichungen der Elektromusik in letzter Zeit anhöre, dann frage ich mich schon wo da der inhaltliche Inhalt und der sinnvolle Kontext zur Musik bleibt. Den dargebotenen Songs auf „Monologues“ merkt man dagegen an, dass sich die beiden Musiker Gedanken über diese Welt machen. So bieten die gesellschaftskritischen und manchmal philosophischen Texte nachvollziehbare Gedankengänge und regen zum Nachdenken an. Und nicht nur das: hier passen auch die Songstrukturen zu den Texten wie zwei vereinte Puzzleteile.

Fazit:

Manchmal sind wenige Worte inhaltsreicher als lange Studien. Daran möchte ich mich in dieser Rezension halten: weitere Wörter sind an dieser Stelle destruktiv. Es bleibt nur noch zu sagen, dass mir das Album richtig gut gefällt. Tolle Melodien, ein Gespür für Songübergreifende Harmonien und tiefgehende Texte fernab jeglicher Klischees machen das Album zu einem wirklichen Wohlgenuss.

Tracklist:

  1. As Helpless As A Child
  2. Mono
  3. Idiots
  4. Saraphina
  5. Trip 44
  6. Greed
  7. The Omega Point
  8. Cathedral
  9. Mad World
  10. The Finalist
  11. Trees In Red
  12. Care-Worn
  13. Illuminating Signs
  14. Faith


8,5/10
8,5/10


VÖ: bereits erhältlich
Label: Darkmusix

Anspieltipps:
– Mono
– Saraphina
– Mad World

Weltfremd – Homepage

About Anchantia

Check Also

Videorelease: Agonoize – The Fall

Depressionen – Dämonentanz in der eigenen Seele. Lautlose Schreie…. verstecktes Weinen… verstummte  Emotionen… Mittlerweile eine …