Winterfylleth - The mercian sphere

Winterfylleth – The mercian sphere (Review und Kritik)

Winterfylleth - The mercian sphere

Willkommen zu Teil 1 der Serie „Atmosphärischer folkloristischer Black Metal, wie man es macht und wie nicht“. Beginnen wir mit Winterfylleth, welche leider eher zu zweiteren gehören, die zwar mit viel Atmosphäre und Folklore ordentlichen Black Metal machen können, es aber nicht schaffen mit Überraschungsmomenten, Ecken und Kanten, eben dem, was eigenständige Musik ausmacht, aufwarten zu können.

Das mag jetzt vielleicht vermessen klingen, denn die Engländer werden sowohl von Label als auch von anderen Schreiberdrohnen als das große Ding in dieser engen Nische angekündigt und tatsächlich, wenn man dem Opener so lauscht, mag sich dieser Eindruck sogar bestätigen, denn sowohl schön voran preschendes Drumming, als auch nett dahin plätschernde Riffs und guter Gesang lassen die Habensseite Winterfylleths zunächst auch anwachsen. Problem dabei ist, dass im Laufe der Platte die sich ähnelnden Songstrukturen und der immer gleichförmiger werdende Gesang mit ganz scheusslicher Riff-Langweile kreuzen. Was bei einem Song funktionieren mag, klappt eben nicht auf Dauer, schon gar nicht auf die übertriebenen fast 70 Minuten. Man wird von „aha, das war klar, dass das jetzt kommt“-Momenten irgendwann sowas von bombardiert, dass man mit der Zeit auch sämtliche Aufmerksamkeit verliert. O-Ton eines Kollegen: Mensch, welcher Depp hat das gleiche Lied denn so oft auf den Rohling gebrannt? Und leider ist es genau das, was mit der Zeit einfach nervt.

Winterfylleth

Klargesang und akustische Zwischenspiele haben ja echt was für sich, aber wenn die „normalen“ Songs mit dem immer gleichen Blast vorantreiben, wird es wirklich zu viel. Auch da könnte man variabler voran gehen, aber langweiliges Tonleiter rauf und runter schrubben und das als Melodie verkaufen, lässt oft auch gar nicht mehr zu. Eigentlich könnte man es ja, wie bei „To Find Solace… Where Security Stands„, welches zwischendurch mal richtig Atmosphäre aufbaut, nur was machen die Engländer dann? Den unsäglichen Knüppel auspacken und das halbwegs gefällige Riff bis zur Schmerzgrenze wiederholen. So ziehen sich die über zehn Minuten bis ins Unendliche und man ärgert sich, dass so viel Potenzial verschwendet wurde.

Nun, vielleicht gehe ich mit der Band auch zu hart ins Gericht, denn wie gesagt, gefällig ist „The mercian sphere“ durchaus, kann sogar richtig Spaß machen, doch je mehr man es hört, desto nichtssagender wird das gute Stück einfach. Vielleicht fehlt einfach noch die songwriterische Cleverness um mehr rauszuholen, die besagten Ecken und Kanten, die Winterfylleth wirklich besonders machen. Oder das Herausarbeiten konkreter Höhepunkte, welche einfach zu selten auftreten. Gerade der cleane Gesang ließe sich toll weiter ausbauen, denn wenn dieser einsetzt hat man tatsächlich mal ein Gefühl von Erhabenheit und Größe und manches Riff hat es wirklich in sich.


Fazit:

Ich sage es ungern, aber Winterfylleth ist zwar vordergründig eine anständige Scheibe gelungen, die sich anfangs lohnt zu hören, doch wenn man tiefer in „The mercian sphere“ eintaucht, verschwindet viel von der Magie der Platte, was wirklich schade ist. Der alte Leitspruch „weniger ist mehr“ scheint auch hier wieder zu gelten, denn ein Kürzen auf das wesentliche würde wahre Wunder wirken. So ist Winterfylleth sicher ein anständiges zweites Album gelungen, welches sich aber leider schnell abnutzt und dauerhaft nur schwer überzeugen kann.

lesen sie weiter in Teil 2 mit Árstíðir lífsins!


Trackliste:

  1. Gateway to the Dark Peak/The Solitary One Waits for Grace (The Wayfarer Pt I)
  2. Awakens He, Bereft of Kinsmen (The Wayfarer Pt II)
  3. The Fields of Reckoning
  4. Children of the Stones
  5. The Ruin
  6. The Honour of Good Men On the Path to Eternal Glory
  7. To Find Solace… Where Security Stands (The Wayfarer Pt III)
  8. When the Woods Were Young
  9. A Valley Thick With Oaks
  10. Defending the Realm


( 6 / 10 )

Erscheinungstermin:

19. Juli 2010

Winterfylleth Myspace

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