Wolfchant - Call of the Black Winds
Wolfchant - Call of the Black Winds

Wolfchant – Call of the Black Winds (Review und Kritik)

Wolfchant - Call of the Black Winds
Wolfchant - Call of the Black Winds

Wotan hier, Wölfe da – der Pagantrend hat nach wie vor die Metalwelt im Griff. Für gewöhnlich befasse ich mich mit diesem Auswuchs schon gar nicht mehr wirklich, da einem der vor Kitsch triefende Pathos den einem die meisten Kapellen dieser Gattung tagtäglich servieren langsam aber sicher zu den Ohren raus kommt. Für Wolfchant allerdings mache ich mal eine Ausnahme. Die letzten beiden Scheiben der Bayern waren solche Dauerbrenner in meiner Anlage, dass man mit dem Kauf von „Call of the Black Winds“ theoretisch nichts verkehrt machen dürfte.

Dank ihrem Label Massacre-Records darf man sich dann zunächst einmal Sorgen um einen gewaltigen Stilbruch machen. Die Plattenfirma preist die sieben Heiden neuerdings als „Dark Metal“ an. Sieht man das dazugehörige, blutrote Cover der neuen Scheibe ist die Befürchtung berechtigt. Versucht man sich neuerdings auf Möchtegern-Black-Metal Pfaden? „Wotan“ sei dank nicht, denn der wohl-durchdachte Mix aus rauem Pagan-Black Metal und Power Metal

Wolfchant
Wolfchant

Einflüssen stand der Gruppe eigentlich immer recht gut zu Gesicht und weiß auch „Call of the Black Winds“ von den Vargs und Equilibriums Deutschlands ein wenig abzuheben.

Wobei das neue Album im Vergleich zu den Vorgängern mit eben jenen Einflüssen leider nicht gerade geizt. Kein Stück ihres vierten Silberlings kommt ohne den Klargesang ihres neuesten Mitglieds „Nortwin“ (alias Michael Seifert) aus. Bei Stücken wie den mächtigen „Naturgewalt“ oder auch „Eremit“ weiß das Duett im ständigen Wechsel zwischen krächzendem Keifgesang und der epischen Stimmgewalt des Rebellion-Frontmannes durchaus zu begeistern, aber dennoch fehlen mir hier rohe Stücke wie „Kein Engel hört dich flehen“ vom Vorgänger-Album.

Wer dabei seine eigentlichen Arbeitgeber von Rebellion kennt, kann sich vielleicht schon mal ein kleines Bild von dem massiven Power Metal Einfluss der neuen Scheibe machen. Folk-Elemente wie in „Heathen Rise“ fehlen dabei genau so wenig wie mächtige Riffs im Opener „Stormwolves“, und dennoch will dieses Album bei mir einfach nicht so zünden wie die Vorgänger. Zu austauschbar klingt das dargebotene und zu ähnlich die Stücke zu einander. Nichtsdestotrotz werden richtige Wolfchant-Fans wohl nicht enttäuscht sein, und mir macht die Scheibe immerhin Laune mal wieder die „Pagan Storm“ einzulegen.

Fazit: Mir persönlich ist dieses Album zu sehr „Power“ und viel zu wenig „Pagan“ Metal. Schön das man jemand neues für den Klargesang gefunden hat, aber übertreiben muss man es deswegen trotzdem nicht oder? Auf „A Pagan Storm“ waren die klaren Gesangsparts richtig epische Hymnen auf einer trotzdem harten Scheibe. „Determined Damnation“ ging dann zwar in eine noch melodischere Richtung, aber mit so einer Entwicklung hatte ich dann auch nicht gerechnet. Weniger ist manchmal mehr.  Ein paar echt starke Songs sind dennoch dabei und wer die Vorgänger mochte sollte trotzdem gefallen an dieser Scheibe finden können.

Titelliste von „Call of the Black Winds“

  1. Black Winds Rising (Prelude)
  2. Stormwolves
  3. Eremit
  4. Black Fire
  5. Naturgewalt
  6. Heathen Rise
  7. Never will fall
  8. Die Nacht der Wölfe
  9. The Last Farewell
  10. Der Stahl in meinem Feinde
  11. Call of the Black Winds

( 7,5 / 10 )

Anspieltips:
> Eremit
> Naturgewalt
> Heathen Rise

Erscheinungstermin:
25.03.2011

http://www.myspace.com/wolfchant

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  • McFire

    Ja, da hast leider recht – Pagan scheint ein bissel zu verkommen. Motto „Oh, steckt Volksmusik drin – da kriegen wir auch noch die dran, die kein Mutantenstadl schaun“ .
    Na ja, aber es gibt ja auch noch Arkona(russ), Alkonost, Finntroll u.a. Ist halt wie immer – man muß viel Mist durchwühlen, um Perlen zu finden.

  • Zigauner

    ^^ grade Finntroll finde ich richtig schlimm…

    Naja, zu Anfang haben einige Lieder hier sogar ziemlich Spaß gemacht (die Anspieltips), aber dieser unglaublich kitschige Klargesang geht einem einfach zu schnell auf die Nerven um es über nen längeren Zeitraum zu hören.

  • „Bloody Tales of Disgraced Lands“ war n geiles Album…naja das wars dann auch

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