Wolfchant - Determined Damnation

Wolfchant – Determined Damnation (Review und Kritik)

Wolfchant - Determined Damnation
Wolfchant - Determined Damnation

Wolfchant – Determined Damnation (Review und Kritik)

Die bayrischen Pagan Metaller Wolfchant sind schon lange kein Geheimtip mehr unter den Headbangern Deutschlands. Spätestens seit dem gradiosen letzten Album „A Pagan Storm“, dass sich eindrucksvoll darauf verstand einen ganz eigenen Mix aus Pagan-, Black- und Power-Metal Elementen zu kreieren dürften die Heiden um Frontmann und Sänger Lokhi in aller Munde sein. Aber ein solches Hitalbum setzt die Messlatte an der sich „Determined Damnationzu richten hat natürlich gnadenlos hoch an und lässt keinen Spielraum für Füller und Aussetzer mehr.

Angesichts dieser Tatsache ist das auf das Intro „Determination Begins“ folgende Stück „World in Ice“ leider noch nicht sehr Hoffnung schürend. Wolfchant sind zweifellos wieder zu erkennen, aber eine Hymne wie es auf dem Vorgänger Album noch nahezu jeder Song war ist hier noch nicht gegeben. Dabei werden hier sowie beim folgenden „Until the End“ erneut ein wunderebares Riffing und starke Melodien geboten. Beim dritten Stück der neuen Scheibe hat man es dann allerdings endlich wieder mit einem der gewohnten Ohrwürmer im Stil von „The Path“ zu tun, der auch gesanglich überzeugen kann. Die Gitarrenarbeit erinnert an schwedische „Elchtod“ Bands wie man es von früheren In Flames gewohnt war und auch Drummer Norgahd hämmert gekonnt sich durch den ersten Anspieltip des paganen Epos.

Der harte Titeltrack „Determined Damnation“ überrascht dann mit einer Mischung aus cleanen und gutteralen Vocals im Refrain. Das dieses Rezept bei den Bayern aufgeht haben sie ja bereits mehr als einmal unter Beweis gestellt. Das Stück klingt düsterer und Unheilverkündend was es extrem von vorangegangenen abhebt. Da hier nicht auf die gewohnte Geschwindigkeit gesetzt wird, schafft das Titelstück sich eine komplett eigene Epik und Atmosphäre. Im Angesicht des etwas schwachen Starts hat sich die Scheibe innerhalb weniger Lieder zu einem kleinen Suchtmittel entwickelt. So viel Melodie ohne an härte zu verlieren, wie es auch „In War“ erneut eindrucksvoll zeigt hat man bisher bei den wenigsten Bands hören dürfen. Selbst wenn gesanglich mal keine Glanzleistung abgeliefert wird, stimmt das Riffing nahezu immer.

Aber wann kam das, angesichts der mächtigen Stimme Lokhi´s, schon vor? Besondere Highlights sind dabei natürlich immer die wenigen Stücke wie etwa „Fate of the fighting Man“ in denen er seinen nicht minder großartigen Cleangesang unter Beweis stellt. Eine der wenigen Bands, die es mit Power Metal Querverweisen nicht übertreiben und sich und ihre Musik damit nur interessanter machen statt sie in´s Lächerliche zu ziehen.

Wolfchant
Wolfchant

Eine weitere kleine Eigenheit der Gruppe ist außerdem das ihre Texte entweder auf deutsch oder englisch sind. Fans deutschem Schwarzmetalls dürften Lieder wie das mächtige „Kein Engel hört dich flehen“ auf jeden Fall durchweg überzeugen. Das erste deutsprachige Lied der CD punktet durch einen großartigen Text mit Mitkrächzfaktor. Da ist es beinahe schade, das mit dem epischen „A Raven’s Flight“ zurück ins englische gewechselt wird. Aber auch wenn die Texte für so manchen deutschen Anhänger evtl. etwas schwerer zu deuten sind, verliert die Musik der Band natürlich keinesfalls Faszination.

Was fehlt dieser CD nun eigentlich noch? Richtig – ein Sauflied. Immerhin ist es Pagan Metal. Da darf ein Song der „Never Too Drunk“ betitelt ist natürlich nicht fehlen. Immerhin soll der Heide auch zur neuen Scheibe das Horn heben könnnen. Wer jetzt abgeschreckt ist, kann aber beruhigt werden. Mit einem stumpfen Partysong im Sinne von Equilibriums „Met“ bekommt man es auch hier nicht zu tun. Außerdem geht es ja schon bei den beiden deutschen Folgeliedern „Schwerter der Erde“ und „Auf Blut gebaut“ wieder heftiger zur Sache. Bei beiden Stücken zeigt wieder einmal das grade die in ihrer Muttersprache vorgetragenen Texte besonders überzeugend von der Band umgesetzt werden können.

Wem dann die Standardversion von „Determined Damnation“ gehört, wird das Ende der CD mit „Under the Wolves Banner“ noch ein letztes Mal besonders Schmackhaft gemacht. Wer sich in die Unkosten der Limited Edition gestürzt hat hingegen, hat mit den beiden Bonussongs „Devour“ und „Warcry“ noch einige Minuten länger etwas vom einzigartigen Sound der bayrischen Heiden, die sich – wie könnte es anders sein? – mehr als lohnenswert erweisen.

Tobias "Zigeunerjunge" GeersFazit: Wow – das Album überzeugt. Es reicht zwar nicht ganz an „A Pagan Storm“ heran, aber wer hatte damit auch schon wirklich gerechnet? Eine Band die einmal ein nahezu perfektes Album geschaffen hat, wird sich ewig daran messen müssen, und so ist es eben auch bei den Bayern Wolfchant. Nichts desto trotz hat dieses Album alles, um die Anhänger unterschiedlichster Metalgenres zu bedienen und zufrieden zu stellen. Für mich persönlich sind dabei natürlich Stücke wie „Kein Engel hört dich flehen“ am interessantesten, aber auch so mancher Power Metal Fan wird gefallen an dem balladesken Cleangesang finden können, der einem in einigen Stücken geboten wird. Letztendlich lässt sich nur sagen das Wolfchant hier ein würdiger Nachfolger zu ihrem Erfolgsalbum gelungen ist.

Tracklist von „Determined Damnation“

  1. Determination Begins
  2. World in Ice
  3. Until the End
  4. Determined Damnation
  5. In War
  6. Fate of the fighting Man
  7. Kein Engel hört dich flehen
  8. A Raven´s Flight
  9. Never too drunk
  10. Schwerter der Erde
  11. Auf Blut gebaut
  12. Under the Wolfe´s Banner
  13. Devour (Bonus)
  14. Warcry (Bonus)

( 8,5 / 10 )
( 8,5 / 10 )

Anspieltips:
> Until the End
> Determined Damnation
> Kein Engel hört dich flehen

Erscheinungstermin:
24.04.2009

http://www.wolfchant-metal.com/
http://www.myspace.com/wolfchant

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