D. / Woods of Desolation
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Woods of Desolation / Grey Waters – Interview mit D.

D. / Woods of Desolation
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Aus Australien kam im Februar mit „Torn Beyond Reason“ ein sehr früher Anwärter für den Titel „Album des Jahres“ über den Ozean. Schwarzmetaller und Post-Rock Anhänger gleichermaßen feiern ein Album, dass vor Melancholie und Perfektion nur so glänzt. Schwarze-News.de freut es daher besonders, dass der Kopf hinter dem Ganzen – Gitarrist und Bassist „D.“ sich zu einem etwas umfangreicheren Interview bereiterklärt hat. In dem regen E-Mail Wechsel wird  zweifelsohne festgestellt, dass „Woods of Desolation“ wesentlich mehr ist als der bloße Austere-Ableger, für den sie manch einer zu halten scheint.

Schwarze-News: Hallo D., vielen Dank dass  du dir die Zeit genommen hast uns ein paar Fragen zu euch, eurem aktuellem Album „Torn Beyond Reason“ und anderem zu beantworten.

Es mag vielleicht einige Leser geben die euch noch nicht kennen. Beschreibe doch mal bitte kurz euch und eure Musik.

D.: Woods of Desolation existiert seit 2005 als Mittel zum ehrlichen Ausdruck meiner Gefühle in der Musik. Vieles hat sich weiterentwickelt und verändert über die Jahre in denen ich ein besserer Musiker und Songwriter geworden bin, aber Woods of Desolation wird immer für Musik direkt aus meinem Herzen und meinem Geist stehen.

Schwarze-News: Kommen wir als erstes zu eurem aktuellen Werk „Torn Beyond Reason“. Die Kritken zu diesem Album scheinen ja sehr gut gewesen zu sein und es wurde bei uns mit 9 von 10 möglichen Punkten euphorisierend gefeiert. Wie ist die Kritik bei euch angekommen und seid ihr mit diesem Werk zufrieden?

D.: Es ist schön zu sehen, dass die Presse genau so über das Album denkt wie ich. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis dieser Veröffentlichung (anders als bei eigentlich allen anderen Veröffentlichungen). War das vorherige Material noch sehr stark improvisiert, habe ich mir mit dieser Scheibe richtig Zeit genommen und das Geld in eine ordentliche Studioproduktion gesteckt um es für mich bestmöglich aufzunehmen. Ich fühle, dass ich etwas erschaffen habe das bestehen bleibt und mich in den kommenden Jahren an mich selbst erinnert. Wenn andere genau so fühlen ist das großartig.

Schwarze-News: „Torn Beyond Reason“ hat meiner Meinung nach eine große Entwicklung zu früheren Alben vernommen. So hat man dieses mal wesentlich mehr Wert auf klare Vocals und Melodie gelegt. Das Werk klingt im gesamten wesentlich zugänglicher und weniger depressiv und roh. Wie ist es zu dieser Entwicklung gekommen? Bei Austeres letztem Werk „To Lay Like old Ashes“ war eine ähnliche , wenn auch nicht so starke, Entwicklung zu vernehmen. Gab es dort Parallelen?

Woods of Desolation
Woods of Desolation

D.: Woods of Desolation hatten „Klargesang“ seit dem ersten Tag auf dem allerersten Demo. Es ist also nichts wirklich neues für WoD. Bei meiner Arbeit habe ich immer aufgenommen, was mir selbst eingefallen ist, ohne dabei wie ähnliche Bands klingen zu wollen. Natürlich haben sich mein Songwriting und meine Performance verbessert aber ich habe auch früher niemals wirklich versucht „depressiv oder roh“ zu klingen. Ich denke das sie aus verschiedenen Gründen damals so klang.

Schwarze-News: Die Hörerschaft von Woods of Desolation war ursprünglich sehr stark im Depressive Black Metal verteilt. Das neueste Werk scheint wesentlich zugänglicher zu sein. Glaubst du dass sich die Hörerschaft verändern wird? Alte Hörer eure neue Musik nicht mehr mögen und neue Fans zu euch finden werden?

D.: Wenn ich ehrlich bin mache ich mir darum keine Sorgen und ich habe auch niemals darüber nachgedacht als ich „Torn beyond reason“ eingespielt habe. Versteh das nicht falsch – ich bin den Menschen die ihr Geld für meine Musik oder Merch ausgeben extrem dankbar, aber mein einziges Ziel dabei Musik zu machen, war und wird immer sein, mich selbst zu verwirklichen. Alles andere was damit verbunden ist, ist höchstens ein Bonus. Egal ob sich nur eine Person für meine Musik interessiert oder eine Millionen – es würde meine Arbeit nicht beeinflussen.

Schwarze-News: Wenn man sich eure Seiten-Projekte anschaut, dann gibt es dort noch die relativ unbekannte Band „Grey Waters“ womit ihr 2010 die erste EP „Below the Ever Setting Sun“ veröffentlicht habt. Die Musik ist allerdings eine völlig andere wie die von Woods of Desolation und sehr melodisch. Welchen Stellenwert hat Grey Waters für euch und in wie weit hat es mit Woods of Desolation etwas gemeinsam? Falls dem überhaupt so ist.

D.: Zuerst muss ich sagen, dass Grey Waters nicht nur ein „Nebenprojekt“ ist, sondern eine für mich gleichwertige Band. Ich habe Grey Waters 2006 größtenteils aus dem Grund gegründet, einen anderen musikalischen Weg zu entdecken – einen der mehr im Rock verwurzelt ist, als im Metal. Leider ließ sich das Debut-Album erst ein paar Jahre später veröffentlichen – mit Tim (Vocals/ Drums) der mir gerade beim „Torn Beyond Reason“ Album geholfen hat. Da ist es auch schon wo die Verbindung zwischen den beiden Bands endet. Ich glaube nicht, dass es da viele musikalische Gemeinsamkeiten mit WoD gibt. WoD ist meine eigene Musik die ich nach meinen Wünschen erschaffe – wobei Tim seinen Input zu Grey Waters beisteuert.

Grey Waters
Grey Waters

Schwarze-News: Wenn man mal in die Musik von Grey Waters rein hört, dann hat man direkt das Gefühl das es sich um Woods of Desolation oder Austere in rein melodischer Form handelt. Wie stehst du dazu?

D.: Mir ist aufgefallen, dass viele deine Meinung teilen, aber ich persönlich muss dem widersprechen. Austeres Musik wurde größtenteils von Desolate/ Mitch geschrieben (welcher nicht zu Grey Water gehört), wogegen die Musik von WoD und Grey Waters überwiegend von mir ist. Und beide Bands existierten lange bevor Austere angefangen haben. Ich sehe da keine wirklichen Gemeinsamkeiten, außer das wir den selben Drummer sowie (zum Teil) den selben Sänger (Tim) teilen und die Veröffentlichungen im gleichen lokalen Studio produziert haben. Wie ich schon erwähnte ist Grey Waters eine Rockband. Das wird den Hörern mit dem folgenden Material, denke ich auch bewusster.

Schwarze-News: Wird man in Zukunft mehr von Grey Waters hören?

D.: Ja, im Moment nehmen wir ein komplettes Album auf. Es dauert länger als erwartet, aber wir werden nichts überstürzen nur um ein neues Album raus zu bringen. Wir werden uns Zeit nehmen um es für uns selbst so gut zu machen wie es uns möglich ist.

Schwarze-News: Wie seht ihr die bisherige Entwicklung von Woods of Desolation? Ist sie so verlaufen, wie du es dir immer vorgestellt hast? Wurden deine Ziele erfüllt?

D.: Ja, mit „Torn Beyond Reason“ glaube ich endlich das Album aufgenommen zu haben, dass ich mit WoD immer machen wollte, ich aber wegen meinem beschissenen Equipment und dem Mangel an Aufnahme- und Songwriting-Wissen bisher nie erreicht habe. Ich glaube wirklich, müsste ich morgen sterben, ich wäre froh, dass „Torn beyond Reason“ die letzte Musik gewesen ist, die ich aufgenommen habe.

Schwarze-News: Abgesehen von den persönlichen Erlebnissen, welche Bands haben dich am meisten geprägt?

D.: Um ehrlich zu sein haben gar keine Bands Einfluss auf mein Song-Writing. Natürlich sind da eine Menge großartiger Bands um mich herum, aber am Ende kommt meine Inspiration und der Einfluss von mir selbst. Ich denke es ist ein echtes Klischee das zu sagen, und ich habe es schon in so vielen Interviews zuvor gesagt, aber es ist 100% wahr. Ich kann gar nicht anfangen zu beschreiben wie viel von mir selbst in meiner Arbeit ist – besonders in „Torn beyond Reason.“

Schwarze-News: Welche Musik hörst du privat am meisten und was sind deine Lieblings-Bands?

D.: Ich höre eine Menge verschiedener Genres also habe ich auch eine Menge verschiedener Favoriten, die wahrscheinlich nicht jedem gefallen der das hier liest. Aber Bands die ständig laufen sind: Nirvana,
Misfits, Ignite/Zoli Band, City and Colour, Sigur Ros, Katatonia, Anathema, Discipline, AFI, Wolfpack/Wolfbrigade, Darkthrone, Burzum, Interpol, 30 Seconds to Mars, Kárpátia… und die Liste geht ewig weiter.

Woods of Desolation Logo
Woods of Desolation Logo

Schwarze-News: Besteht die Möglichkeit Woods of Desolation oder eines eurer anderen Projekte einmal live erleben zu dürfen?

D.: Ich bezweifle stark, dass WoD jemals Live auftreten wird – die Musik ist für solche Umstände nicht gemacht. Grey Waters wird vielleicht mal live auftreten, wenn die Zeit dazu reif ist und wir Session-Musiker gefunden haben um ein komplettes Line-Up aufzustellen. Wie bei den Veröffentlichungen – ich /wir werde(n) niemals etwas überstürzen nur um es gemacht zu haben. Alles muss einen Zweck erfüllen, und ich denke dass es Zeit erfordert um dies zu schaffen.

Schwarze-News: Wie sieht die Zukunft von Woods of Desolation aus? Ist schon neues Material geplant? Und falls ja – was kannst du uns darüber sagen?

D.: Bisher ist nichts geplant. Ich werde da nichts überstürzen – wenn es sich richtig anfühlt werde ich wieder mit dem Schreiben anfangen. Ob das jetzt dieses Jahr ist oder erst in 10 weiß ich nicht.

Schwarze-News: Die Thematik und Atmosphäre versprüht viel Fantasie und Lebensgefühl. Die Idee ein Musik-Video zu produzieren wäre dort der nächste Schritt dieses zu intensivieren. Werden wir vielleicht irgendwann einmal ein Video von euch zu sehen zu bekommen?

D.: Darüber habe ich wirklich nachgedacht, weil Fan-Videos meistens nicht wirklich gut sind. Aber ich bin mir nicht sicher. Eine starke visuelle Atmosphäre könnte die Musik natürlich perfekt abrunden, und das Ergebnis wäre vielleicht etwas besonderes, aber ich würde mein Geld lieber in ein neues Album stecken, als in ein Musik-Video.

Schwarze-News: Wie sieht es mit der Zukunft eurer anderen Projekte aus? Kann man dort etwas in der Zukunft erwarten?

D.: Grey Waters werden hoffentlich irgendwann dieses Jahr ein Album raus bringen. An irgendwas anderem bin ich im Moment nicht beteiligt.

Schwarze-News: Und zu guter letzt noch ein paar Fragen für Kurz-Antworten:
Bestes Album 2010?

D.: Ich kann mich an nichts erinnern dass mich in 2010 wirklich umgehauen hätte. Auch wenn es in einem anderen Jahr veröffentlicht wurde, ist Ignite’s Our Darkest Days wahrscheinlich das beste Album dass ich in 2010 gehört habe. Aus irgendeinem Grund bin ich wirklich mit diesem Album verbunden.

Schwarze-News: Bisher bestes Album 2011?

D.: Ich habe bisher nichts aus 2011 gehört, also kann ich das nicht wirklich beantworten.

Schwarze-News: Lieblings-Buch?

D.: Leider habe ich schon seit Jahren nicht mehr genug Freizeit um viel zu lesen.

Schwarze-News: Lieblings-Film?

D.: So ziemlich das selbe wie bei den Fragen zuvor. Ich bin eigentlich interessierter an Dokumentationen über verschiedene Dinge als an Filmen, die ich größtenteils langweilig finde. Aber ein paar Filme die ich öfter sehe sind Chopper und American History-X.

Schwarze-News: Vielen Dank für das aufschlussreiche Interview. Die letzten Worte sind die deinen:

D.: Danke für das Interview.

www.myspace.com/woodsofdesolation
http://www.facebook.com/pages/Woods-of-Desolation-Official/169396779759552

Interviewführung & Kontakt: Dennis „Bieberpelz“ Knoll
Übersetzung: Tobias „Zigeunerjunge“ Geers

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