Wumpscut – Fuckit (Review und Kritik)

Wumpscut - Fuckit
Wumpscut - Fuckit

Es gibt Sachen, die sind einfach immer da und werden jedes Jahr auch wiederkommen. Nicht nur der Osterhase oder der Weihnachtsmann begrüßen uns regelmäßig, nein, auch Rudy Ratzinger beehrt uns jedes Jahr mit einem neuen Wumpscut-Album. Die vor allem eines sind: Feine Industrialkost und Provokation. Die Skandale um Wumpscut, die durch den Amokläufer Matti Juhani Saari oder das Satanspärchen von Witten ausgelöst wurden und die Band ein wenig in die Öffentlichkeit rückten, verschafften ihnen Berühmtheit- Was die einen abstößt, die einen aber magisch anzieht.

Und Matti Juhani Saari ist auch Thema das Intros „Schlechter Mensch“. Eine Aneinanderreihung von Samples aus Nachrichten, welche die Verbindung von der Band zum Amokläufer zieht- Mit der abschließenden Frage, ob jemand, der diese Musik hört wirklich krank sein kann. Eine Band, die mit ihrem zweifelhaften Status spielt, ist entweder arschcool oder peinlich. Und Wumpscut sind definitiv cool, denn Rudy lässt großen und provokanten Worten auch Taten folgen!

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Wumpscut

Diese hören wir in Form von hochklassigem, atmosphärischem Industrial, der, wenig überraschend, an Weggefährten wie Suicide Commando erinnert, aber statt auf unbedingte Tanzbarkeit auf mehr Atmosphäre setzt, ohne aber an Clubtauglichkeit zu verlieren. Als Highlights habe ich „Bloodbath Tub“, den Titelsong „Fuckit“ und „Cut to see how much I bleed“ herausgepickt, die mir (bisher) am positivsten aufgefallen sind. Die Songs stampfen harsh durch die Gegend und haben alle eine gewisse Tanzbarkeit, werden aber nicht langweilig, da es einige sehr interessante Details zu hören gibt- Auf der mir vorliegenden Prelistening-Seite klingt der Sound über die Computerboxen etwas dürftig, was sich aber mit Veröffentlichung der Platte ändern dürfte, also verzeiht mir, dass ich kein definitives Highlight herauspicken kann.

Fenriz
Fenriz

Fazit: Rudy Ratzingers Aufwärtstrend geht weiter. Nachdem es mit dem Vorgänger „Body Census“ schon weg vom Stagnationskurs ging, geht es mit „Fuckit“ noch besser. Zwar reicht auch dieses Album nicht an den Debütklassiker „Music for a Slaughtering Tribe“ heran, ackert sich aber in die Nähe des Überalbums. Das Album hat einen recht guten Sound, der, eigentlich wie immer, voll Wumpscut ist und soweit auch überzeugt. Als Manko stelle ich eigentlich nur fest, dass sich die Songs ein wenig gleichen, da anscheinend immer wieder die selben Sounds genutzt wurden. Ich erst mal vorsichtig und gebe 7,5 Punkte, da ich denke, dass das Album erst mit der Zeit seine Wirkung entfalten wird.



Tracklist

  1. Schlechter Mensch
  2. The Boo
  3. Fuckit
  4. Cut to see how much I bleed
  5. Achtung, Menschen
  6. Autophagy Day
  7. Pooch
  8. Leichenteilchen
  9. Broken
  10. Bloodbathing Tub
  11. Rumpelkammer
  12. Gulag
(7,5 / 10)
(7,5 / 10)

Release: 03.04.2009

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