Zonaria - The Cancer Empire

Zonaria – The Cancer Empire (Review und Kritik)

Zonaria - The Cancer Empire
Zonaria - The Cancer Empire

Zonaria – The Cancer Empire (Review und Kritik)

Der Titel des „Krebs Königreiches“ lässt auch Hörern, welche die Schweden bisher nicht kannten, erahnen mit was für einer Band sie es hier zu tun haben. Tod, Krankheiten und Seuchen werden hier Stilecht groß geschrieben. Auch auf ihrem zweiten Studio-Album wird wieder geknüppelt und gegrunzt was das Zeug hält und dennoch nie die eingängigen Melodien vergessen.

Schon der Opener „Slaughter is Passion“, welcher eher unerwartet mit einem sehr ruhigen Intro die CD eröffnet, wandelt sich nach kurzer Zeit zu einem Ohrwurm im Stil von Melodeath-Aufsteigern wie Scar Symmetry. Auch der Nachfolger „Praise The Eradication“ lässt zunächst eine ruhig düstere Atmosphäre entstehen, bevor in gewohnt schneller Manier ein weiterer Nackenbrecher raus gehauen wird der besonders Gesanglich hervor sticht. Denn im Gegenzug zum vorangegangenen Stück wird hier auf cleanen Passagen vollständig verzichtet, was dem Song jedoch keinesfalls weniger melodisch wirken lässt.

 

Zonaria - The Cancer Empire
Zonaria

Im nächsten Stück wird nun der Krebskönig gekrönt – „Crowning King Cancer“ klingt nicht nur vom Titel her sehr makaber, sondern auch direkt zu Anfang schon vollends anders als die bisher gehörten Lieder der Scheibe. Im Midtempo gehalten wirkt dieser Song nun zunächst beinahe episch, bevor dann der bisher brutalste Gesang einsetzt. Dennoch wird auch diesmal nicht auf einen melodischen Refrain verzichtet. Was sich auch bei „Contra Mundum“ nicht ändert. Ein etwas „böse“ klingendes Lachen leitet den Song ein, bevor mit einem eher Black-Metal lastigen Schrei der Gesang einsetzt. Tatsächlich wird man bei diesem relativ „ruhigeren“ Song stark an Bands wie Old Man´s Child erinnert. Stimmlich bietet Sänger Simon Berglund erneut einen guten Einblick in das Klabgspektrum seiner gesanglichen Fähigkeiten. Einziges Manko ist dann das eher unerwartete Ende eines wirklich schönen Stückes, über das „Termination Progress“ allerdings schnell hinweg trösten kann. Ein schön brutales Stück Todes-Metall wird dem Höhrer hier geboten, welches mit Double-Bass Attacken, melodischen Gitarren und einem grunzenden Frontmann ohne weiteres Punkten kann. So sollte Death Metal klingen.

At War With The Inferior“ hingegen lässt wieder dieses Gefühl von den schon erwähnten Old Man´s Child aufkommen. Atmosphärisch hat es einfach weniger mit Death Metal zu tun, obwohl auch hier drauf los gegrunzt wird was das Zeug hält. Das bisher langweiligste Stück der Platte schafft es nicht lange den Hörer zu bannen, so das man getrost ein Lied weiter zu „The Icon And The Faceless“ schalten kann. Enttäuscht wird man hierbei dann sicherlich nicht, den hier hier wird wieder brutaler zu Werke gegangen und gänzliche auf melodiöse Eingängigkeit verzichtet. Um so erfreulicher das dieser Weg auch bei „Damnation dressed in Flesh“ beibehalten wird – einem Song mit erhöhtem „Mit-grunz-Potential“, da besonders der Refrain schnell im Kopf hängen bleibt und dazu verleitet das Haupthaar kreisen zu lassen.

Der Einstieg in „Humanity vs. Sanity“ klingt nun zum ersten mal seit dem das Album läuft beinahe freundlich bevor die Double-Bass einsetzt und es zu einem erneuten Growl-Inferno übergeht, das besonders durch den Refrain überzeugen kann. Lediglich auf die etwas unpassend wirkenden ruhigeren Passagen hätte hier verzichtet werden können.

Das Ende des Albums wird nun mit „The Icon And The Faceless“ eingeläutet. Episch und melodiös wird hier gestartet bevor nun ein letztes mal die letzten verbleibenden Nackenwirbel des Hörers ausgerenkt werden. Schade das hierbei weiterhin versucht wird eine düstere und epische Atmosphäre zu schaffen die der Band nicht wirklich gelingen will so das der Ausklang kaum hängen bleibt.

Tobias "Zigeunerjunge" Geers

Fazit: Eine Band die alleine schon dadurch überzeugen kann, dass sie nicht versucht durch unnötig viel Cleangesang und andere Massentauglichkeiten einen Weg wie In Flames einzuschlagen. Das Potential großartige Death-Metal-Hymnen zu schreiben ist definitiv gegeben, doch sollten sie nicht versuchen durch düstere oder episch wirkende Übergänge zwischen den Stücken eine Atmosphäre zu schaffen die nicht zu ihnen passt. Stellenweise war ich wirklich sehr an andere Bands erinnert die in keiner Weise das verkörpern, was die Band darstellen möchte. Bleibt zu hoffen, dass dies noch Überbleibsel aus den Power Metal Anfängen der Gruppe sind die sich bis zu ihrem nächsten Werk gelegt haben. Denn grade die harten Songs im Stil von „Termination Progress“ lassen darauf hoffen das man noch viel von dieser aufstrebenden Band hören wird.

Zigeunerjunge für www.dark-news.de

Tracklist von The Cancer Empire

  1. Slaughter is Passion
  2. Praise the Eradication
  3. Crowning King Cancer
  4. Contra Mundum
  5. Termination Process
  6. At War with the Inferior
  7. From the Abysmal Womb
  8. Damnation Dressed in Flesh
  9. Humanity Vs Sanity
  10. The Icon and the Faceless
( 7,5 / 10 )
( 7,5 / 10 )
Release: 17.10.2008
Anpieltips:
– Termination Progress
– Damnation dressed in Flesh
Website:
www.zonoria.com

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  • Sehr schönes Review 🙂

    Ich höre auch gerade rein und es hört sich echt nicht schlecht an. Hätte ich nicht gedacht. Wie du bereits sagtest sind die Dark/Black Metal Elemente wesentlich vorteilhafter als die Deathmetal Elemente.

    Ich habe mir gerade mal das Cover angeschaut in dem ich drauf geklickt habe, ist ja Hochauflösend. WOAH sieht das geil aus.