
Betty Blitzkrieg – Voodookind (Review und Kritik)
Wie beschreibt man den Newcomer Betty Blitzkrieg am besten? Eigentlich gar nicht – man muss sich sein Album „Voodookind“ ganz einfach anhören und sich ein eigenes Bild von der Sache machen. Dennoch werde ich versuchen einen Einblick in die – zumindest textlich – teilweise schräge Scheibe zu vermitteln, der das Ganze ein wenig aufs virtuelle Papier zu bringen vermag. Sollte mir das nicht gelingen, steht am Ende des Artikels ein Link zur MySpace-Seite parat.
Die Musik von Betty Blitzkrieg sollte man als „gewöhnungsbedürftig“ einstufen, wobei ein paar der Songs auf „Voodookind“ – vor allem die Single-Auskopplung „Wir feiern anders“ – durchaus von Anfang begeistern können. Gerade letzterer dürfte die Tanzflächen der Clubs regelmäßig füllen und die Massen begeistern können.

Der Sound ist eine gesunde Mischung aus elektronischen Elementen (die teilweise an die C64-Sounds von Welle:Erdball erinnern), leicht punkigen, aber gefälligen, Gitarrenriffs und pseudo-gesellschaftskritischen Gesangslinien. Man ist zwar versucht – wie in dem Genre üblich – die gesellschaftliche Themen zu kommentieren, leider gelingt dieses aber nur bedingt, obwohl die Texte definitiv ihren Unterhaltungswert besitzen. Teilweise gibt es zwar grammatikalische (aber natürlich beabsichtigte) Ausrutscher, die sich schon an Song-Titeln, wie z.B. „Es macht mich aufstehen“ manifestieren. Immerhin mal etwas anderes, wenn es auch mit der Zeit ein wenig zu bemüht und aufgesetzt wirkt.
Nichtsdestotrotz sind die meisten Songs mehr als hörbar, der Sound „catchy“ genug und – wie bereits oben erwähnt – die Texte laden mitunter zumindest zum Schmunzeln ein. Definitiv sollte der geneigte Hörer dem Album auch eine zweite Chance einräumen, wenn das Hörerlebnis beim ersten Mal vielleicht nicht wie erwartet ausfallen sollte – zumindest bei mir hat es eine Weile gedauert. Ganz klare weitere Highlights von „Vodookind“ sind die Songs „Affengeschäft“ und „Küss mich„, welche auch sicherlich schon beim ersten Hören gefallen könnten.
Bei „Voodookind“ handelt es sich definitiv um ein recht erfrischendes Album, welches mit relativ eingängigen Tracks, unterhaltsamen Texten und guter Stimmung zum Hören, Tanzen oder genießen zu verleiten vermag. Zugegeben: das ganze Album am Stück kann mitunter anstrengend und langweilig werden, aber alles in allem eine gelungene Scheibe, die ihren Weg in die dunklen Clubs (und Herzen) finden wird.
Trackliste:
- Intro
- Wir feiern anders
- Ärsche und Titten
- Küss mich
- Es macht mich aufstehen
- Ze Glam vs. Westbam
- Affengeschäft
- Böse Sachen
- Der Sheriff
- Sie schreien Blitzkrieg
- Mutter
- Geblasen in den Wind

Anspieltipps:
Wir feiern anders, Es macht mich aufstehen, Affengeschäft
Erscheinungstermin:
26.06.2009
Betty Blitzkrieg MySpace Site