In eigener Sache… Seltsames am Morgen

schriftzug marcel saint julien2

Unsere Lady Sonea hat es ja vorgemacht, Euch mal einen Blick in unser Leben zu werfen. Ich habe da einen seltsamen Vorfall, von dem ich Euch berichte und wünsche Euch viel Spaß.

Der Wecker meines Liebsten bimmelt wochentags immer um 07:00 Uhr und so auch an diesem Morgen. Da ich am Vorabend früher als sonst schlafen gegangen bin, war ich auch bei den ersten Tönen wach… wobei… nein, das stimmt auch nicht so ganz, denn die städtische Müllabfuhr hat bereits um 06:00 Uhr mit ihrem lustigen Spiel begonnen, das da heißt: „Mülltonen über die gesamte Straße kegeln“. Somit kann man auch nicht wirklich von „wach“ reden. Ich stand auf, um mein Stricherfrühstück einzunehmen und den Tag zu beginnen. Ohne Brille, die ich aber zum gucken brauche (um die Uhrzeit gehen die Kontaktlinsen nicht, die würde ich mir vermutlich auf die Zähne setzen…) schwang ich mich elegant wie eine zurücktaumelnde Champagnerflasche, die gerade ein Boot getauft hat, durch die Diele in die Küche.

Beim Durchschlappen der Diele zur  Küche, komme ich an dem Wohnzimmer vorbei, sowie an einem Ganzkörperspiegel.

Wie ich schon sagte: Ich war auf, aber irgendwie doch noch nicht wach. Ich darf Euch versichern, dass das zwei unterschiedliche Zustände bei mir sind. Auf zu sein, ist eher ein funktionieren; Wach zu sein hingegen heißt, dass ich voll und ganz bei der Sache bin. Als morgenmuffeliger Mensch kann das u.U. dauern. Aber zurück zu meinem Dielengang.

Irgendwie nahm ich im vorbeigehen etwas wahr, was da sonst nicht ist. Da ist doch jemand!! Vielleicht der Grund, warum mein Hund in der Nacht neben meinem Bett stand und knurrte?

Ich überlege… soll ich nochmal zurücktaumeln? Ach nee, erst mal die Aufwach-Zigarette (man kann sich jetzt überlegen, was mehr Asi ist, die erste Zigarette oder sich am Hintern kratzen; ich bevorzuge Ersteres).

Nachdem ich dann den Stummel in meinem blauen Aschenbecher ausgedrückt habe, gehe ich den Weg, den ich gekommen war, wieder zurück zu… ja was eigentlich? Sagen wir mal: Getaumel, jedoch nicht um dann rechts ins Schlafzimmer abzubiegen, sondern nach links ins Badezimmer. Greife nach meinem Elektro-Rasierer und spätestens jetzt sollte ich besser mal meine Brille aufsetzen.

Ich gehe davon aus, wieder mein verschlafenes Gesicht im Spiegel zu sehen und sehe stattdessen…

Einen verdammt geilen und nackten Typen im Spiegel! Steht der in der Badewanne, um sich zu duschen? In meiner Wohnung? In meiner Badewanne?!!!

Vollkommen paralysiert sehe ich den Typen an, der aber auch nichts sagt oder sich wundert… „Was macht der hier?“ schießt es mir durch den Kopf. Aber der sieht so unverschämt gut aus, dass auch ich kein Wort zustande bekomme…

Schwarze kurze Haare, stechende, blaue Augen, sinnlich geschwungene Lippen, umrandet von einem mittelstarkem Flaum um den Mund, der ihm in seinem jungen Gesicht eine männliche Note gibt… glatter, drahtiger Oberkörper….

Ich lasse den Blick vorsichtig im Spiegel langsam nach unten gleiten… wie weggeblasen ist meine Müdigkeit und Morgenmuffeligkeit und mein Körper wird durch eine sexuelle Aufladung durch ein Überschuss an Testosteron regelrecht überflutet… ein fremder Typ in meinem Badezimmer lässt mich all meine Treue über Bord werfen?

Ich drehe mich ruckartig um, um das Objekt der Begierde genau anzusehen…

Doch die Badewanne ist leer!

Ok, ich bin immer noch im Tiefschlaf und so wie die Ekstase gekommen ist, ist sie auch wieder verschwunden…

Enttäuscht und auch erleichtert schalte ich meinen Elektro-Rasierer an und dieser macht sein mir vertrautes, surrendes Geräusch. Ich drehe mich wieder zum Spiegel… und wie aus dem Nichts, schaut mich wieder der geile Kerl mit den kurzen Haaren an…

Ich habe mir am Vorabend, nach ganzen vier Jahren, die Haare von meiner Friseurin kurz schneiden lassen und finde… ich sehe verdammt gut mit kurzen Haaren aus  😛

Euer Redakteur Marcel

Im Zwielicht

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