Persephone - Letters to a Stranger

Persephone – Letters to a Stranger (Review und Kritik)

Persephone - Letters to a Stranger
Persephone - Letters to a Stranger

Hachja, der Herbst, mit seiner verträumten Melancholie und seiner dunklen Romantik. Der Verfall in schönster Form zeichnet die Blätter bunt, man sitzt in seinem Zimmer, schaut aus dem Fenster, genießt die Stürme und das vom Wind getriebene Laub zu gutem Rotwein und philosophiert… Ist das nicht die schönste Jahreszeit für einen jeden Liebhaber der Dunkelheit?

Für alle, die genauso denken, gibt es sogar ein wunderschönes Album, das euch diese Stunden definitiv versüßen wird. L’Âme Immortelle-Sängerin Sonja Kraushofer liefert mit ihrem Soloprojekt Persephone düsterromantische Kammermusik, unterstützt von ein paar klassischen Musikern, die nicht nur zum träumen, sondern auch zum nachdenken einlädt. Für 50 Minuten lädt sie in eine düstere, tragische Geschichte ein: Das Album handelt von zwei Fremden, die sich unsterblich ineinander verlieben und sich nie wieder sehen können. Die Frau verfasst Briefe, aber mit der Gewissheit, dass diese nie ankommen werden… Die Songs des Albums sind dementsprechend in Briefform verfasst.PersephonePersephone

PersephoneDabei ist die Darstellungsform des Inhalts der Briefe recht unterschiedlich: Dabei stechen das sehr märchenhafte, spartanische „Wishful“ heraus oder das beinahe tangoartige „Mean“, das aus Filmen wie Moulin Rouge entliehen sein könnte, manchmal auch mit Pomp, wie beim Albumhighlight „Fateful“. Sogar die für Persephone eher untypische E-Gitarre kommt bei „Merciless“ zum Einsatz, die den Song in die Nähe des rockigeren Hauptprojekts, L’Âme Immortelle, rückt.

Vorherrscheind sind allerdings die sehr ruhigen und spartanischen Songs, die Sonja Kraushofers Stimme sehr in den Vordergrund und sich sehr in den Dienst der Geschichte stellen. Diese Songs sind nicht so sehr auf die Eingängigkeit aus, sondern auf die Atmosphäre, was auf beat- und gitarrenverwöhnte Menschen vielleicht einschläfernd, aber für den anfangs angesprochenen Versinker und Herbstphilosophen die Krönung der musikalischen Evolution ist.

Fenriz
Fenriz

Fazit: Es ist Herbst und dieses Album ist der Soundtrack. Verfall und Melancholie in Reinform für alle, die noch träumen und zuhören können. Wer die ruhigen Songs von L’Âme Immortelle schon immer toll fand, kann blind zugreifen. Aber auch für Samsas Traum-Fans, denen das umstrittene a.Ura und das Schnecken.Haus immer noch am besten gefällt (wie mir), sollten ein Ohr riskieren. Insgesamt gibt das 8 Punkte für ein sehr gutes Neoklassik-Album mit diversen Ausflügen in andere Stilbereiche, die den Fluss des Albums nicht stören, sondern sehr gelungen auflockern. Kauftipp für die Goths unter euch, die es im Zeitalter der Beats noch nicht verlernt haben, sich von Melancholie in schöne Paralleluniversen tragen zu lassen. Für Klugscheißer, die jetzt anmerken, dass wir jetzt, am 6. Dezember, uns im Winter befinden, denen möchte ich noch eines auf den Weg geben: Fuck you, everyday is Halloween!

8 / 10
( 8 / 10 )










Tracklist

  1. Strange
  2. Stained
  3. Wishful
  4. Everlasting
  5. Fateful
  6. Mean
  7. Untitled
  8. Buried
  9. Blue
  10. Stranger
  11. Merciless

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