Suffering Souls - Sadistic Goat Complex

Suffering Souls – Sadistic Goat Complex (Review und Kritik)

Suffering Souls - Sadistic Goat Complex
Suffering Souls - Sadistic Goat Complex

Misanthropie, Satanismus, Sadomasochismus. Den meisten unserer Leser sollten dabei diverse Bands einfallen, die diese Themen zum Mittelpunkt ihres kreativen Schaffens gemacht haben. Aber wie viele Soloprojekte fallen einem auf diesem Gebiet ein? Kein Zweifel, dass die ein oder anderen im CD Regal stehen, ein Projekt aus Bayern sollte man aber auf jeden Fall dazuzählen. Seit 1994 bringt Suffering Souls, nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Death Metal Band, schwarzmetallisches an den Mann. 10 Musiker hat die Band schon hinter sich. Ein stattlicher Verschleiss. Doch auch allein bringt mancher gut hörbare Musik zu Stande. Das neueste Werk, Sadistic Goat Complex, schafft trotz einiger Schwächen im Songwriting eine interessante Balance zwischen Wucht und Dynamik, Verzweiflung und Hoffnung.

Das Albumcover kommt in den vertrauten Farben des Albums Bondage Goat Zombie der Band Belphegor daher: Schwarz, Blau und Weiss. Auch beim Titel fällt eine Parallele auf. Was habe ich unter einem sadistischen Ziegenkomplex zu verstehen? Zoophilie in großem Maßstab? Das Trikolon war wahrscheinlich weniger als Stilmittel gedacht. Wohl eher drei sehr marketingstarke Wörter, nett arrangiert. Enigmatic Aeon. Auch um das zu verstehen, müsste man sich wohl in ein Lexikon einlesen. Doch spätestens, wenn man gemerkt hat, dass es sich nur um das Intro handelt, wird man den Schinken frustriert in das Regal zurückschieben. Der Titel hat Schlichtweg nichts mit den 1:27 min., die sich darunter verbergen, zu tun.

Tröstlicher ist das Musikalische, das man Lord Esgaroth eindeutig als seine Stärke zugestehen muss. Das Intro wirkt dabei wie ein Teaser. Kurz zusammengefasst hat man alles, was das spätere Album ausmacht. Symphonische Elemente, dynamische Gitarren und eine weibliche Roboterstimme. Nun gut, hierbei fehlt noch der Bass und um die Vocals kümmert sich her Micko natürlich auch selbst. Die Gitarren sind das ganze Stück über sehr untergeordnet und erfüllen oft nur rhythmische Zwecke. Das fällt weiter gar nicht auf, da man auch oft bewusst die sphärischen Melodien im Black Metal betont. Der Bass ist perfekt eingesetzt. Breakdowns da wo sie hingehören und die Drums gutes Mittelmaß. Hörbar und gegliedert, aber sehr maschinell. Im Rampenlicht steht ein ganz anderes Instrument, das es dem Mastermind anscheinend ganz besonders angetan hat. Die Violine wird nicht nur oft eingesetzt, sie hat meistens das leitende Motiv zu spielen und verleiht dem Album dadurch einen eigenen Charakter.

Die Growls sind sehr trocken und kratzig, was einen sehr schönen Kontrapunkt zu der gefühlvoll gespielten Violine darstellt. Einige cleane Parts fügen sich schön in das symphonische Konzept ein.

Messi
Messi

Fazit: Violinen und Metal sind ein Thema für sich. Einerseits zu unterstützen, wenn es ins Konzept passt, andererseits grauenvoll, wie manche Geigen vergewaltigt werden. Für mich als Violinist in Ausbildung immer wieder schön, gutgemachte Alben mit Violinen zu hören. Sadistic Goat Complex gehört eindeutig dazu. Musikalisch ist auch nicht viel auszusetzen an diesem Album. Es klingt nur unheimlich ideenlos für mich. Wie oft musste ich nachschauen, ob der neue Track schon angefangen hat, oder ob es noch der gleiche ist, wie vor 10 Minuten. Ansonsten stabiles Album mit einem Titel, der ebenso gut durch eine Kennziffer ersetzt werden könnte.


Tracklist:

  1. Enigmatic Aeon 1:06
  2. Cursed Gates of Heaven 5:34
  3. Resurrected Messiah 5:56
  4. Chaotic Prophecies 6:10
  5. The Art of Arrogance 5:09
  6. Elegance & Perversion 5:35
  7. Blessed in Blood 6:48
  8. Bloodstorm 5:48

Gesamt 42:08


7/10
7/10

Anspieltipps:

Resurrected Messiah, Elegance & Perversion

Veröffentlicht:

13.11.2009

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