Agapesis – Mistress of Blood (Review und Kritik)

Agapesis - Mistress of Blood Albumcover

Das belgische Electro-Fetish-Duo Agapesis, bestehend aus L. Mélanie (Gesang, Texte) und L. Jean Pierre (Gesang, Texte und Musik), brachte am 14.11. ein neues Album namens „Mistress of Blood“ heraus. Es bewegt sich im Spannungsfeld des avantgardistischen, aber dennoch tanzbaren Old-School-Electro, avantgardistischem Industrial und elektronischem Dark Wave. Welchen Electrohead wundert es also noch, dass das Album via Biohazzard veröffentlicht wird, einem Label, das mit interessanten Newcomern wie Inline Sex Terror oder Eisenfunk? Niemanden, richtig. Das Label bewies auch beim Signing der Belgier ein gutes Händchen.

Agapesis

Die Songs sind sehr tanzbar angelegt und erinnern an die Vorbilder Die Form, die mit einem ähnlichen Konzept schon seit knapp 30 Jahren sehr erfolgreich in der schwarzen Szene herumgeistern. Deren Ästhetik findet man sehr häufig wieder, was der Band die Bezeichung „die modernen Die Form“ einbrachte: Lack und Leder dominieren, die Live-Shows sind sehr performanceartig angelegt und spielt mit S/M-Phantasien. Die Musik ist, ebenfalls eine Parallele zu den Franzosen, sehr minimal angelegt und wird oft durch etwas fremdartig und in diesem Kontext deswegen interessante Instrumente wie Dudelsäcke oder Orgeln mit Melodie versehen. Dass sie aber auch beinahe industrialesk können (als Vergleich seien hier Suicide Commando genannt), zeigen sie ebenfalls, gut und hochklassig zu hören auf den Songs „Insgesamt Zerstörung“ und dem französischsprachigen „Enfants soldats“, die eigentlich keinen vernünftigen Club kaltlassen sollten.

Allerdings sind die beiden oben genannten Songs nur die Spitze des tanzbaren Eisbergs. Auch andere Granaten wie „Music is our Life“, das mit Future-Pop-Anleihen spielt, oder „Demence et Suicide“ sowie der Song mit den deutlichsten Das Ich-Einflüssen und das Highlight des Albums, „Humanité Decadente“, sind Kracher. Gerade bei diesen Songs zeigt sich, wo dieses Album am meisten Anklang finden wird: Bei den geschmackssicheren Szene-DJs der schwarzen Szene, die neben der aktuell schwer im Trend liegenden Techno Body Music auch gerne mal auf tanzbares, aber sehr sehr interessantes Electrofutter zurückgreifen- Eben wie es das legendäre Label Danse Macabre geprägt hat.

Dennoch, und das ist schade, hat das Album einige Längen und auch einen recht überflüssigen Song- Das kurze „Festish Moment“ zum Beispiel, das einen recht ratlos nach dem Sinn des Songs fragen lässt.

Fazit: Insgesamt ist das Album sehr gut gelungen und hat von meiner Seite aus 8,5 Punkte verdient. Das grottige Englisch (Und ihr dachtet, Chris Pohl sei schlimm? Denkste! Eine Zunge, die Französisch spricht, verdirbt jede Fremdsprache) ist als kleiner Schönheitsfehler zu sehen, hat aber einen gewissen Charme. Das teilweise gewöhnungsbedürftige Französisch ist ein klarer Pluspunkt für die Band, da der Kontrast aus der weichen Sprache und den harten Beats dem ganzen noch eine interessante Facette verleiht.

Eine unbedingte Empfehlung für alle Fans von avantgardistischen Elektronikern mit Tanzappeal.

8,5 / 10
( 8,5 / 10 )







Tracklist:

  1. Sexual Desire
  2. Humanité Decandete
  3. Similar Love
  4. Insgesamt Zerstörung
  5. Mistress of Blood
  6. Demence et Suicide
  7. Eyes Closed
  8. Festish Moment
  9. Music is our Life
  10. Agapesis
  11. Blood Rites and Sacrifice
  12. Enfants Soldats
  13. Apocalypse
  14. De la Haine a la Mort

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