Das Manifest einer „Nordischen Plage“ – Albumrezension

Albumcover
Albumcover

Nein, nein, keine Sorge, keine Volksgruppe wird hier als Plage bezeichnet – zumindest nicht von uns! Dies ist die Selbstbezeichnung oder vielmehr der Name einer polnischen Death Metal Band, die uns hier ihr erstes Studioalbum präsentiert. Die Band besteht seit 2009 und 2010 kam bereits die erste EP mit dem Titel „Blizzard oft he North“ heraus, die sowohl in Polen als auch international sehr gute Rezensionen hervorbrachte, und die Band tourte 2011 und 2012 durch ganz Polen. Ende 2012 standen Nothern Plague dann sogar zusammen mit der berühmten polnischen Band „Vader“ auf der Bühne. 2013 wurde dann intensiv am ersten Studioalbum gearbeitet, welches unter dem deutschen Label „Folter Records“ veröffentlicht wurde und Ende Januar 2014 erstmals über die Ladentische ging.

Hier mal ein kleiner Eindruck dieses Erstlings:

Acht Tracks mit insgesamt 40 Minuten Spielzeit sind recht kurz, aber in der Kürze liegt bekanntlich die Würze und die bringen Nothern Plague hier auf jeden Fall!

Nach einem psychedelischen Intro wirrer Geräusche leitet ein düster-brachiales Gitarrenriff den ersten Song „Century of Waste“ ein. Nach der Einleitung geht es gleich mit feinstem Death-Geknüppel los, die ruhigere Strophe, ein Interview mit vielen Breaks und ein darauf aufbauender Refrain wechseln sich ab, unterlegt von melodischen Riffs, vorgetragen in gutturalem Gesang, der allerdings gern noch etwas mehr variiert werden könnte. Die Stimme wirkt etwas monoton und wenig dynamisch. Zwischendurch wird ein hektisches Gitarrensolo im Stil von Slayer eingespielt, das irgendwie nicht so ganz in den Song passen will, aber im zweiten Teil durchaus sehr melodisch und gelungen klingt.

Der zweite Song, „Divide Et Impera“ wirkt im Allgemeinen etwas schwerer und getragener, folgt aber im Großen und Ganzen dem Schema des ersten Songs. Und trotz einer gewissen Schwere wird hier das Fell der Basstrommel nicht geschont – Doppelbassgetrommel und Blast Beats sorgen dafür, dass das Death Metal Feeling beibehalten wird. Die tiefgelegten Gitarren geben ihr Bestes, hier und da wird auch mal eine technische Feinheit eingebaut, Gesang ebenso monoton wie im Song davor.

Im dritten Song „Reign Mother War“ wird man von extremem Geknüppel von Anfang an überrannt. Wer extremes

Nothern Plague aus Polen
Nothern Plague aus Polen

Gesknüppel und Geschrammel steht, sollte hier unbedingt reinhören, allen anderen sei davon abgeraten.

Hey! Er kann es doch! In „Let The Worls Burn“ variiert Sänger Fenris ja doch mal ein wenig mit seiner Stimme. Da ist sicherlich noch mehr drin, also immer schön weiter üben. Potenzial ist definitiv vorhanden! Der Song ist wieder etwas ruhiger und sehr düster-atmosphärisch mit sauberen Gitarrenriffs.

Zu den restlichen Songs gibt es eigentlich auch nicht mehr allzu viel zu sagen, da sie sich doch im Aufbau und in der Stilistik sehr ähneln. Daran sollte die Band noch ein wenig arbeiten, denn so ist das Zuhören hier leider ein wenig langweilig. Die Songs sind an sich nicht schlecht, aber mit ein paar mehr Breaks und einem Ausbau der Stilmittel ließe sich da noch wesentlich mehr herausholen. Da sich alle Songs so stark ähneln, ist es hier auch nicht wirklich möglich, Anspieltipps zu geben.

Lediglich der letzte und mit dem Album gleichnamige Song „Manifesto“ ist noch ein wenig interessanter gestaltet. Hier ist mehr Abwechslung drin. Zwar werden weiterhin dieselben Stilmittel verwendet, aber sie werden deutlich variiert (alles Andere wäre in einem Song, der 7:40 lang ist, auch taktisch unklug). In diesen Song sollte man tatsächlich mal reinhören!

Trackliste:

1. Century of Waste
2. Divide et Impera
3. Reign Mother War
4. Let the World Burn
5. The Edge
6. Legion
7. Unclean Words
8. Manifesto

 

Offizielle Homepage der Band

 

Die Bilder stammen von der Band „Nothern Plague“ selbst und wurden uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

About Mustaveri

Alter: 28 Beruf: Übersetzerin (freiberuflich) Lieblingmusik: Metal (Death, Dark, Black, Thrash, Symphonic, Gothic) Hobbys: Musik, Sport, Schreiben, Kunst, Kochen

Check Also

Stone Sour besser denn je: Hydrograd

Vor 25 Jahren hat Slipknot Frontmann Corey Taylor Stone Sour gegründet. Auch wenn es eine …