Dies Ater - Odium's Spring

Dies Ater – Odium’s Spring (Review und Kritik)

Dies Ater - Odium's Spring
Dies Ater - Odium's Spring

Hail old times!“ Ein Krachen, ein sägendes Riff und los gehts mit Double Bass und hirnzersägendem Black’n Roll knallhart in den zuckenden Schädel. Die Augen werden glasig, Blutungen im inneren des Kopfes zerfetzen das weit verzweigte Synapsengewebe, der Blick wird hohl, unendliche Glückseligkeit zerstört die letzten kleinen Aufflackerungen von Leben. Blut läuft schaumig aus der Nase, während Blast-Salven langsam die inneren Organe zerschneiden. Und wenn man dachte, mehr kann einem nicht widerfahren, zerstückelt ein noch schnellerer Blast die restlichen zuckenden Gliedmaßen und Fontänen ergießen sich über den klebrig roten Boden…

…was für eine kranke Phantasie. Nun, so schlimm wirkt „Odium’s Spring“ zwar nicht auf den Hörer, aber man darf durchaus einen absoluten Kracher deutschen melodischen Black Metals mit gehöriger Rock’n Rolliger Breitseite erwarten. Diese Dreistigkeit, mit der ich hier mit allerlei Ekelhaftigkeiten versucht habe die Aufmerksamkeit des Lesers zu erregen, benötigen die Berliner Dies Ater überhaupt nicht, denn nach der experimentellen „Out of the dark“ EP (mit dem wirklich genialen Falco-Cover) aus dem Jahre 2004, hatte die Band nach drei Jahren Wartezeit wieder Hummeln im Hintern und zeigte mit „Odium’s Spring„, dass man nach wie vor, mit einer von Andy Classen fett produzierten Sound-Wand versehen, beieindruckend coolen Black Metal spielen kann. Nun, die Aussage stimmt auch nur bedingt, denn wirklich reiner Black Metal wir in den knapp 40 Minuten nicht gezockt, denn es tummeln sich genügend Einflüsse aus Death und Thrash Metal, um mit dem Album nicht nur dem Schwarzwurzler Gefallen zu bereiten.

Dies Ater
Dies Ater

Großer musikalischer Tiefgang darf zwar nicht wirklich erwartet werden, diese Ambition besitzen Dies Ater auch nicht, doch die neun Stücke rocken extrem und gerade zitiertes „Hail old times!“ bringt den Nacken zum Glühen. Nicht weniger stark ist „Die Gier nach eurem Untergang„, welches mit ausgedehnten Blast Passagen zeigt, dass melodischer Black Metal keineswegs seicht sondern auch mit nötiger Härte nicht zu geizen braucht. Die teils deutschen, teils englischen Texte sind ganz nett zu lesen, gehen aber kaum über das leider für Viele übliche Black Metal Niveau hinaus, dafür ist die Verpackung umso schöner geraten. Zwar bieten die Corpse-Paint Bilder sicherlich für Manchen Grund zum schmunzeln, doch stillistisch hat man diese gut in das Konzept eingeflochten. Immerhin versuchen Dies Ater alte Zeiten aufleben zu lassen, ohne sich der Modernität zu verschließen und das ist in dieser oftmals engstirnigen Szene schon einmal ein großes Lob wert!


iskharian3Fazit:

Eine der wirklich besseren melodischen Black Metal Platten aus Deutschland. Die knapp 40 Minuten vergehen wie im Fluge und mit echten Krachern haben Dies Ater auch den nötigen Hit-Charakter. Macht Spaß!




Trackliste:

  1. Crimson blood
  2. Dark strike
  3. Hail old times!
  4. Die Gier nach eurem Untergang
  5. Odium’s spring
  6. The arrival
  7. Created to persist
  8. Die Gewissheit zu siegen
  9. Still rising
( 7 / 10 )
( 7 / 10 )

Anspieltipps:

Hail old times!, Die Gier nach eurem Untergang, Created to persist

Erscheinungstermin:

19. Oktober 2007

Dies Ater Myspace

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