DoNotDream - Schattenwelten

DoNotDream – Schattenwelten (Review und Kritik)

DoNotDream - Schattenwelten
DoNotDream - Schattenwelten

„Die Tore zu den Schattenwelten öffnen sich“,  jedenfalls behaupten das 8 Oldenburger.
Mit dieser Phrase werben DoNotDream für ihr neustes Album Schattenwelten, welches seit dem 27. Juni im Shop der Band zu ergattern ist.
Und es lohnt sich! Mit ein wenig prominenter und professioneller Hilfe hat das Oktett ein neues faszinierendes Kunstwerk geschaffen. Neue Einflüsse aus dem HORUS Sound Studio mit dem u.a. für Subway to Sallys „Bastard“ verantwortlichen Benni Schäfer gemischt mit typischen DnD-Merkmalen hinterlassen auf der aktuellen Scheibe eine wunderbare Mixtur aus Metal und Dark Rock.
Epische Texten werden schon durch Titel, wie Prometheus und Dionysostraum, versprochen.

Mit dem 7 minütigen Prometheus wird auch begonnen. Typisch eingeleitet durch unmetallische Instrumente, beginnt der Text ebenso gewohnt durch Lars Stimme im gesprochenen. Erst nach über 2 Minuten beginnt Tinas Gesang sich einzumischen und rockigere Instrumente treten in den Vordergrund. Der Refrain bietet mit ein wenig Dissonanz durch ihre Stimme ein Spannung, erinnert anfangs jedoch auch stark an Nightwish. Dies hat wohl seine Begründung im professionellen Mastering durch Mika Jussila, welcher auch schon bei Children of Bodom und Nightwish mitmischte.

Mit diesem starken Opener machen die Oldenburger natürlich Lust auf mehr.
Spätestens beim zweiten Titel Der letzte Weg bemerkt der aufmerksame Hörer: So abgemischt, wie beim Vorgängeralbum ist hier nichts, hier sticht weder Gesang noch Instrument heraus, diesmal ergänzen sich die beiden Parts.
Die Gitarren leiten dieses Stück geschickt metal-lastig ein.
Ein Wechselspiel von klarer Männer- und Frauenstimme runden es perfekt ab. Violinenspiel und Keyboard spielen ebenso eine wichtige Rolle, wie das Drumming. Eben perfekt abgestimmt.

DoNotDream
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König der See hat den typischen DnD-Aufbau einer sanften Einleitung, welche plötzlich von härteren Tönen abgelöst wird. Dieses Lied hat mit seinem Duett, besonders im Refrain, großes Ohrwurm-Potential. Besonders hier ist der Einsatz von Gitarren und Schlagzeug vordergründig, was sehr interessant zum cleanen Werk der beiden Sänger steht. Auf epische Erzählungen Lars muss man auch hier nicht verzichten.

Phönix erfreut dann auch den Death Metaller. Der doch recht powermatellische Anfang wird durch tiefe Töne und Lars seinem Growling abgelöst.  Der Frauengesang wird mit höheren und weniger dumpfen Tönen eingesetzt und bietet somit eine interessante Abwechslung. Diesmal jedoch nicht nur stimmlich, da jeder Sänger durch eine passende Instrumentalisierung unterstützt wird. Abschließend werden beide Parts gemischt, und ein kraftvolles Duett rundet den Song ab.
Als nächstes beginnt ein schnelles Violinenspiel, welches kurz darauf von Gitarren & Schlagzeug unterstützt Ikarus einleitet. Wie bei „König der See“ ergänzen sich die beiden Sänger Satz für Satz und enden im Duett-Refrain. Hier findet sich ein sehr energie-geladenes Stück mit Tempo.

Im Gegenteil dazu beginnt Kein Zurück sehr melancholisch und leise. Frauengesang erzählt traurig, bis Growls eingreifen und auf vielseitige Art und Weise ergänzen. Dieses ruhig-traurige Stück ist wohl am ehesten mit den vergangenen Werken aus Withered Rose zu vergleichen.
Der Dionysustraum hat eine ebenso ruhige Einleitung, steigert sich aber bis zum Refrain immer mehr in die härteren Gefilde. Auch hier ist ein Ohrwurm nicht auszuschließen, die Gesänge ergänzen sich perfekt, und das großteils recht simple Gitarrenspiel und Drumming hebt diese in den Vordergrund.
Nun folgt, woran mich die Metalschwinge und der feurige Hintergrund vom „Schattenwelten“-Cover in musikalischer Hinsicht als erstes erinnerten. Lebhaft energiegeladene Gitarren leiten auf power-metallische Art den Pfad der Kreuzritter ein. Textlich ein kleines Drama, ergänzen sich hoher kräftiger Frauenpart und beruhigender Männergesang.

DoNotDream-Band
DoNotDream - Band

Doch schon fast typisch, folgt auf die Power nun eine Ballade, und zwar die vom Feuerkind. Nur von Gitarren begleitet singt Lars von der Begegnung mit einer schönen Maid. Zum Teil textlos begleitet Tina und ergänzt diesmal den männlichen Gesang im Refrain. Traumhaft begleiten diesmal wirklich nur zurückhaltend die Instrumente die beiden Stimmen, meist zurückhaltendes Gitarrenspiel und Drumming.

Zum Abschluss bieten die Oldenburger nochmal ein echtes Meisterwerk.
Anfänglich wird Tina von dumpfen Gitarrentönen begleitet, bis plötzlich auch Schlagzeug und lautere Saiteninstrumente eingreifen. Doch dies wechselt mit verschiedenen Gitarrentechniken, unterschiedlichen Tönen und Schlagzeugtempi.
Als Lars Stimme eingreift, wird klar, es handelt sich um Gottes Boten und Engel, als Stimme Gottes bittet er Raphael, Michael u.a. um Unterstützung auf Erden.
Darauf folgt wieder ein neues Gitarrenspiel und Tinas hohe Stimme.
Dieses Werk kann teils als geladen und spannend bezeichnet werden, und dann wieder als ruhig und leise, oder mal schwer und doomig.
Die Gitarre wird besonders in diesem Stück sehr facettenreich eingesetzt und verleiht jedem Part die passende Stimmung. Sobald noch Growling in das Geschehen einsetzt, fällt auf, dass nichtnur der Text seine mystische Geschichte erzählt.
Abrupt beendet Götterdämmerung – welches wohl auch bildgebend für das Schattenwelten Cover ist- das Album.

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Fazit:
Mit vielen mystischen (vielleicht auch etwas klischeehaften) Texten und fantastischen Gesängen haben DoNotDream auch diesmal sicher keinen Fan enttäuscht. Überraschend neue Töne führen durch die Sagenwelten. In den zweieinhalb Jahren von „Withered Rose“ zu „Schattenwelten“ hat sich eine ganze Menge getan. Nun komplett deutsche Texte und ein fast doppelt so langes Album überraschten mich aufs neue. Diese Scheibe ist für jeden Gothic-Metal Fan eine echte Empfehlung, und erhält daher auch verdiente 9 Punkte.



Trackliste:

  1. Prometheus
  2. Der letzte Weg
  3. Könige der See
  4. Phoenix
  5. Ikarus
  6. Kein Zurück
  7. Dyonisustraum
  8. Pfad der Kreuzritter
  9. Feuerkind
  10. Götterdämmerung


9/10
9/10

Anspieltipps:

– Prometheus
– Pfad der Kreuzritter
– Götterdämmerung

Veröffentlichung:

27.06.2009



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