DevilDriver - Pray for Villains

DevilDriver – Pray for Villains (Review und Kritik)

DevilDriver - Pray for Villains
DevilDriver - Pray for Villains

DevilDriver – Pray for Villains (Review und Kritik)

Wenn man den Namen Dez Fafara hört, denken die Metaller die schön etwas länger im „Geschäft“ sind, mehr oder weniger begeistert, an den geschminkten Fronter der Nu-Metal Gruppe Coal Chamber. Doch wer die amerikanische Metalszene etwas mit verfolgt hat sollte auch wissen, dass Herr Fafara sich schon lange eines besseren besonnen hat, die Schminke und die Texte um eine schlimme Kindheit in der Versenkung verschwinden ließ und mit DevilDriver ganz andere Wege beschreitet als es unsereins von ihm erwartete hätte. Mit „Pray for Villains“ zaubern die Amerikaner um den charismatischen Fronter nun mehr ihr viertes Werk aus dem Hut und fahren weiter auf Erfolgskurs.

Die Groovende Stimme des ehemaligen Coal Chamber Sängers ist dabei noch immer das stärkste Aushängeschild des Los Angeles Fünfers. Schon im Opener und Titeltrack „Pray for Villains“ ist der prägnante Gesang das hervor stechenste Merkmal. Das ebenfalls sehr groovige Gitarrenriffs die Vocals dabei sehr gut ergänzen, wird da beinahe zur Nebensache. Ein Song wie „Fate Stepped In“ lebt von der Stimme des Sängers und wäre ohne sie, trotz bemerkswerter technischer Leistungen, sicher nicht einmal halb so interessant.

Wenn man das bisherige Album (auch wenn man erst bei „Pure Sincerity“ angekommen ist) mit den älteren Werken der Band vergleicht, merkt man schon, dass die Gruppe sich weiter zu entwickeln versucht. Ob dies Positiv zu bewerten ist, muss jeder für sich selbst wissen – Fans können

DevilDriver
DevilDriver

den rockigen Akzenten dieses Songs sicher einiges abgewinnen. Ein Mensch, der hier melodischen „Death Metal“ erwartet wird wohl eher nicht so begeistert sein.

Für so manchen (mich eingeschlossen) reicht es schon vollkommen wenn Ami-Metal nicht die „trendy -Core Schiene“ fährt. Und da ist man bei DevilDriver mit Titeln wie „Back with a Vegeance“ mehr als sicher. Melodisch, groovend und mit einer guten Portion Death Einflüssen fährt die Gruppe hier ein mal aufs neue ihr ganz eigenes Ding, das im krassen Gegenzug zum ruhigen Intro von „I´ve been Sober“ steht. Das man von den Kaliforniern keine Ballade zu hören bekommt, sollte aber zu erwarten sein. Nichts desto Trotz überzeugt das Stück mit wunderbar melodischen Gitarren und eingängigen Melodien die in einer kurzen Stille bis zum einsetzenden Drumgewitter zu „Ressurection Blvd“ enden.

„Forgiveness is a Six Gun“ klingt dann trotz ungewohnt apokalyptischer Töne im bisherigen Vergleich eher belanglos (sowohl textlich als auch musikalich) und macht sicher bei so manchem schnell Platz für den Folgesong „Waiting for November.“ Irgendwie ein recht Irreführender Titel, der einen an poppige Bands im Sinne von Linkin Park denken lässt. Das DevilDriver aber „so“ nicht klingen brauche ich wohl niemanden zu erzählen. Das Stück knüppelt und zieht Nackenmuskulatur in Mitleidenschafft – wie gewohnt also.

Das die Band auf rockige Anleihen abfährt, wird auch bei „It´s in the Card´s“ auf´s neue offensichtlich. Das Stück klingt bekannt und doch neu und anders als das bisher gehörte. Stellenweise sind sicher auch Querverweise zur Nu-Metal Vergangenheit des Sängers zu finden, aber bei den härteren Tracks wie „Another Night in London“ sei es ihm verziehen.

Und auch „Bitter Pill“ lässt den bitteren „Nu“ Beigeschmack schnell verschwinden und wird aufgrund der großartigen Gitarren- und Gesangsleistungen auch so manchem Menschen der die Band bisher nicht moche die Musik schmackhaft machen können. Mit dem Refrain hat man bei diesem Stück den wohl eingängigsten der gesamten Scheibe erwischt, der sich schnell als Ohrwurm entpuppt der einen bis zu den ersten Klängen von „Teach me to Whisper“ nicht mehr los lässt. Letztendlich ist man dann erstaunt, dass man mit dem Ende von „I See Belief“ tatsächlich schon ganze dreizehn Songs hinter sich gebracht haben soll. Die Scheibe lief in eins durch und überzeugt auf voller Linie.

Tobias "Zigeunerjunge" GeersFazit: Meine Musik ist das an sich nicht – und dennoch ertappe ich mich dabei das mein Kopf mit jedem Song auf´s neue mit wippt. Den Groove Sound hat die Band einfach drauf, das kann man ihr nicht nehmen. Und auch wenn ich Coal Chamber damals schon schrecklich fand, können DevilDriver nach wie vor einiges. Das Album ist schwächer als ihr Debüt und der Nachfolger „The Fury of our Maker´s Hand“ da auch die Death Metal Einflüsse stark nachgelassen haben, aber trotzdem ohne Frage eine starke Scheibe mit hohem mitbang- und Gröhlfaktor. Seit langem das für mich erste wirklich hörbare aus dem Amiland. Schön das es da noch Bands gibt die ihr Ding machen und nicht dem System „rumgeschrei/ weinerlicher Emo-Refrain/ rumgeschrei“ folgen.


Tracklist von „Pray for Villains“

  1. Pray for Villains
  2. Fate Stepped In
  3. Pure Sincerity
  4. Back with a Vegeance
  5. I´ve been Sober
  6. Ressurection Blvd
  7. Forgiveness is a Six Gun
  8. Waiting for November
  9. It´s in the Cards
  10. Another Night in London
  11. Bitter Pill
  12. Teach Me to whisper
  13. I See Belief

8/10
8/10

Anspieltips:
> Pray for Villains
> Back with a Vegeance
> Bitter Pill

Erscheinungstermin:
10.07.2009

www.devildriver.com
www.myspace.com/devildriver

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