Eclectika - Dazzling Dawn

Eclectika – Dazzling Dawn (Review und Kritik)

Eclectika - Dazzling Dawn

Heiliger Kugelblitz, was ist denn da merkwürdiges in meiner Anlage gelandet? Ambient Black Metal schimpft sich wohl die Mischpoke, die einem hier in hübsch spacig anmutender Verpackung erst einmal falsche Tatsachen vorspiegelt, denn wirklich spacig ist „Dazzling Dawn“ nur bedingt. Wenn man die heterogene Masse an mehr schlechten als rechten Ideen so anhört und das Booklet zur Platte betrachtet, wird einem auch klar, warum das Ganze nicht funktionieren kann. Eclectika wollen viel, können eigentlich kaum etwas davon wirklich halten.

Pädagogisch unrichtig möchte ich hier einzig die Unzulänglichkeiten der Platte vor Augen führen, denn diese überwiegen so stark, dass das Positive kaum noch auffällt:

  • Hoher Anspruch an sich selbst, der nicht gehalten werden kann

Wahrscheinlich denkt die Band, sie habe wirklich großes geschaffen, nennt ihre Musik auch noch Post Black Metal, dabei ist „Dazzling Dawn“ rückständiger als es die Franzosen wahr haben wollen, denn eigentlich ist Musik dieser Prägung schon Ende der 90er meist sang- und klanglos untergegangen. Keyboardteppiche mit gruseligen Casio-Sounds, aus denen mehrere Instrumentals gemacht wurden, die wohl Atmosphäre aufbauen sollen, aber eher an Melodien aus so manchem Kinderhörspiel erinnern. Nein, Darkspace ist Ambient Black Metal mit Atmosphäre, Eclectika bereichern uns eher mit weiterer halbgarer Musik, die kein Mensch wirklich braucht.

  • Musikalische Annehmbarkeit wird durch soundtechnische Mängel im Keim erstickt
Eclectika

Programmierte Drums können gar nicht mal schlecht sein. Die maschinelle Kälte richtig eingesetzt, weiß durchaus das Weltraum-Ambiente zu unterstützen. Was Limbonic Art und meine Referenz Darkspace perfekt beherrschen geht bei Eclectika total in die Hose, denn der Drumcomputer nervt nicht nur dank scheußlig unechter Sounds, nein, es fehlen an allen Ecken und Enden füllende Patterns. Ein Schlagzeug besteht ja nicht nur aus Bassdrum und Snare. Der Gitarrensound ist dumpf, die abgehackten Soli verderben jeglichen Hörgenuss. Selbst gute Ansätze, wie im (echten) Opener, werden im Keim erstickt. Völlig deplaziert wirken so manche Ausbrüche der werten Dame im Dreigespann, welche zwischendurch kraftlos ins Mikrophon trällert und dabei keine gute Figur macht. Einzig „Les démons Obsédants du Regret“ weiß zu gefallen, denn hier kann Alex auch einmal voll aufdrehen und den ganzen Song mit ihrer Stimme tragen. Das schreckliche Solo zum Schluss vernichtet aber auch hier den Hörgenuss spürbar.

  • Du sollst bei Ambient Metal den Metal nicht vergessen

Und das ist wirklich schade, denn einerseits mögen die Ambientparts gar nicht mal so schlecht anmuten, werden aber durch die verwendeten billigen Soundeffekte nicht wirklich effektiv eingesetzt. Noch dazu verringern die teilweise einfach zu langen Abschnitte den Hörfluss deutlich. Leider bleibt im Endeffekt vom Metal nicht viel übrig und dieser ist kaum der Rede wert. Etwa so wie bei Hrossharsgrani, welche durch Ambient (dank bombastischer Soundeffekte) Stimmung machen aber mit dem Metal die Atmosphäre zerstören.

Fazit:

Es fehlt hier irgendwie an allen Ecken und Enden, die wenigen positiven Merkmale sind schnell herausgefieselt. Stimmlich gut, Ambient ist nett, Ideen sind vorhanden. Leider krankt es an der Atmosphäre und der Umsetzung des Ganzen. Ein bisschen mehr Homogenität würde dem Material nicht schaden, begeistern kann es kaum. Schade, denn vor allem das Cover der Platte hat mir zunächst wirklich Lust auf Eclectika gemacht.

Trackliste:

  1. The End
  2. Dazzling Dawn
  3. Sophist revenge
  4. Les démons Obsédants du Regret
  5. There is no daylight in the darkest paradise
  6. Experience 835
  7. The next blue exoplanet
  8. Marble altar
  9. Stockholm syndrome
  10. 11 Corps décharnés

(3/10)

Erscheinungstermin:

25. Februar 2010

Eclectika Myspace

Eclectika Homepage

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