Björn Böttcher

Funker Vogt – Warzone K17 Interview

Björn Böttcher
Funker Vogt - Björn Böttcher

Wie wir bereits berichteten, haben Funker Vogt am 22.05.09 ihre Live DVD Warzone K17, mit unzähligen Extras, veröffentlicht. Wir von Schwarze News haben es uns nicht nehmen lassen, die Band ein paar Fragen zu der aktuellen DVD zu stellen.

Den Bericht zur der DVD können Sie hier nachlesen.

Clawwulf: Nach annähernd 15 Jahren Bandgeschichte ist „Warzone K17“ eure erste Veröffentlichung von Live-Material in der Form. Warum gerade jetzt?

Jens: Auch wenn es der Anfang ist, ich muss dich hier wohl ein paar Mal verbessern. Zum Ersten stimmt annähernd 15 Jahre nicht ganz, sagen wir einfach mal 13 Jahre und zum Zweiten gab es vor Jahren schon einmal eine VHS Veröffentlichung von Funker Vogt mit Live-Material. Und nun zu deiner eigentlichen Frage: Nach über einer Dekade Funker Vogt war die Zeit einfach reif. Selbstverständlich schwebte das Thema Live DVD schon länger in unseren Köpfen herum, aber wie es nun mal so ist, Gut Ding braucht Weile.

Clawwulf: Gab es Unterscheide zwischen dem K17-Konzert zu anderen?

Jens: Was den musikalischen Aspekt und die Bühnenpräsenz betrifft nicht, da war es ein Konzert wie so viele andere. Gott sei Dank würde ich sagen, denn sonst wäre es ja kein Funker-Vogt-Konzert, sondern ne schauspielerische Farce. Auf der anderen Seite waren natürlich die Vorbereitungen auf das Konzert schon ein wenig anders. Mehr Proben, mehr Technikfragen, Problemlösungen und all das, was anfällt, wenn man etwas besonders gut und authentisch machen will.

Clawwulf: Werden Fans neue Seiten an euch entdecken?

Gerrit: Uns selbst ist wohl eher unbekannt, was unsere Fans schon alles über uns wissen. Das kann man nur erahnen…;-)
Aber ich denke, dass das gesamte Bonusmaterial schon Einiges an Ungeahntem Preis gibt. Und genau dazu dient es ja auch. Da das gesamte Produkt in erster Linie für unsere treuen Fans und jene, die es werden wollen, bestimmt ist, haben wir auch Einblicke hinter die Kulissen zugelassen.

Clawwulf: Welche Gründe waren ausschlaggebend dafür, dass ihr den Berliner Club „K17“ [Konzerthalle & 4 Floors] für eure Aufnahmen ausgewählt habt?

Jens: Das kann ich dir kurz und knapp sagen: Für uns ist das K17 in all den Jahren fast zu einer zweiten Heimat geworden. Die Location, der Umgang miteinander und nicht zu letzt unsere Fans haben uns die Entscheidung pro K17 förmlich abgenommen.

Clawwulf: Studiert man euer Homepage-Gästebuch findet man Feedbacks zum aktuellen Release. Könnt ihr mehr dazu sagen? Wie nehmen die Fans „Warzone K17“ an?


Gerrit: Bisher kam da nur Positives. Ich denke, wir haben mit der Doppel-DVD genau das erzielt, was wir erreichen wollten.

Clawwulf: „Warzone K17“ besteht aus 2 DVDs, eine aus dem K17 (Berlin), und drei verschiedenen Gigs vom M’era Luna 2002, 2004 und 2006 sowie den Film Wrestling, Shotguns, Trailer Parks. Wird es in Zukunft weitere live Veröffentlichungen geben?


Gerrit: Sicherlich wird es zu gegebener Zeit auch weitere Live-Veröffentlichungen von uns geben, in welcher Form auch immer. Doch für den Moment ist das Thema erstmal abgehakt, und wir konzentrieren uns wieder auf die nächsten Studioreleases.

Clawwulf: Warum ausgerechnet diese M’era Luna Gigs?

Gerrit: Wir hatten während dieser Festival-Gigs jeweils immer die Möglichkeit, für einen gewissen Obolus diese Shows von einer Filmcrew mitschneiden zu lassen. Wir haben diese dann als Investition für spätere Veröffentlichungen betrachtet. Und siehe da, es fügt sich wunderbar in das gesamte Produkt ein, fast so, als wären sie dafür gemacht gewesen.


Nun kommen wir zu ein paar allgemeinen Fragen zur Band.


Gerreit Thomas
Gerrit Thomas

Clawwulf: Ihr seid ja nun schon sehr lange in der Elektro Szene. Habt ihr Veränderungen bemerkt?

Jens: Natürlich hat sich die Szene in den letzten Jahren verändert. Allerdings ist das für uns als Musiker gar nicht so einfach, dies zu bewerten. Da wir uns ja in dieser Szene tummeln, fällt uns der Veränderungsprozess eher unterbewusst auf. Man könnte auch sagen, schleichende Veränderung.
Gerrit: Richtig, da wir uns seit knapp zwanzig Jahren in dieser Szene bewegen, kann man eindeutig von Veränderung reden – egal ob das die Musik an sich oder das Styling bzw. das Outfit der Szenegänger und Bands betrifft. Es wäre ja auch recht langweilig, wenn es nicht so wäre.

Clawwulf: Könnt ihr uns einen Ausblick geben auf die Zukunft von Funker Vogt?

Jens: Nach ausgiebigen Touren durch die Staaten, Mexico und einige andere Länder und nach Fertigstellung der DVD, befinden wir uns seit einigen Wochen wieder im Studio und werkeln an neuem Material. Mal sehen, wie lange es dieses Mal dauert, bis wir mit dem Endergebnis zufrieden sind. Von daher wäre es sehr wage, hier mit Daten zu spielen, die im Endeffekt schneller Schall und Rauch sind, als man denken kann.

Clawwulf: Was hört ihr privat? Hört ihr bewusst eure eigenen Tracks?

Jens: So ziemlich Alles, außer Hip Hop und RnB.
Gerrit: Ich mag auch manchen Hip Hop…
Wenn man den ganzen Tag lang im Studio seine eigene Musik hört, schaltet man privat auch wieder ab. Ab und zu kommt dann wieder mal eine unserer eigenen Scheiben in den Player, wenn man wieder etwas Abstand gewonnen hat. Ich denke, wer seine eigene Musik selbst nicht hört oder gar mag, der ist im falschen Business – oder Kommerzhure.

Clawwulf: In 15 Jahren Bandgeschichte ging es sicher nicht immer bergauf. Wollt ihr uns darüber berichten? Wie habt ihr die Situation gemeistert?

Gerrit: Nein, sicher gab es auch gewisse Tiefs innerhalb der letzten 13 Jahre. Aber im Großen und Ganzen sind wir daraus immer wieder erhobenen Hauptes und mit gewachsenem Geiste hervorgegangen. Wir ziehen aus eigenen Fehlern stets unsere Lehren, und es wird auch immer schwieriger, uns ein Bein zu stellen!

Clawwulf: Was war für euch das größte Highlight, welches ihr mit Funker Vogt erlebt habt?

Jens: Das ist wirklich schwer zu sagen, wenn nicht sogar unbeantwortbar, weil es einfach zu viele Highlights in all den Jahren gab. Gehen wir mal chronologisch vor: Das erste offizielle Funker Vogt Konzert, die erste CD, das erste Mal in den Staaten, Mera Luna Hauptbühne, Veröffentlichung der DVD. Sicherlich könnte ich dir noch dutzende von Konzerten schildern, wo man sagen könnte „absolutes Highlight“, aber da würde ich einigen Anderen, die ich vielleicht jetzt vergessen habe Unrecht tun.

Clawwulf: Welche Ziele wollt ihr mit Funker Vogt noch erreichen?

Gerrit: Wir wollen in erster Linie so lange, wie es nur geht, die Möglichkeit haben, unsere Musik einem so großen Publikum, wie es uns unsere Plattenfirmen ermöglichen, anzubieten. Dasselbe gilt für unsere Konzertaktivitäten, wobei wir noch ein paar Länder und Kontinente beackern müssen und wollen. Also, fertig sind wir noch lange nicht…

Clawwulf: Woher nehmt ihr eure Inspirationen für eure Alben?

Gerrit: Ich kann das nur sehr schwer lokalisieren. Ich denke, dass es bei mir immer eine kreativere Phase gibt, wenn ich persönlich etwas mental verarbeiten muss. Selbst wenn ich einen Film, der mich bewegt, ansehe, muss ich mich oft sofort hinter meine Instrumente klemmen, um der Kreativität freien Lauf zu lassen. Aus diesem Grunde habe ich mir neben meinem Studio auch ein kleines Heimstudio eingerichtet, damit ich sofort alles festhalten kann, was da so spontan kommt…

Jens Kästel
Jens Kästel

Clawwulf: Habt ihr einen Lieblingssong von euch selbst?

Jens: Wechselt bei mir ständig, meist aber irgendetwas Neues, noch nicht Veröffentlichtes.
Gerrit: Geht mir genauso. Aber ein seit langem immer wieder sehr willkommener Song bei mir ist z.B. Traumatic Event.

Clawwulf: Wie war das noch gleich mit der Fan-Unterwäsche auf euren Konzerten? [siehe orkus 6/2009]

Jens: War da was? ;- )))

Clawwulf: Was gefällt euch am meisten auf euren Touren, was am wenigsten? Hat sich in 13 Jahren Bandgeschichte etwas verändert?

Gerrit: Wenn es rein um die Touren geht, gefällt mir persönlich das Heimkommen am meisten, da ich wohl doch zuhause am liebsten bin. Aber auch die Tatsache, dass man sehr viel überall auf der Welt herum kommt und eine Menge Leute kennen lernt, ist ein schöner Nebeneffekt – wenn dann noch die ein oder andere coole Party dabei ist, macht’s noch mehr Spaß. Sehr nervig sind hingegen die Fahrten oder Flüge zwischen den Konzerten, besonders wenn man dann mehrere Tage am Stück nicht auspennen kann, weil man den folgenden Tag morgens um 5 Uhr am Flughafen sein muss oder Ähnliches!
Aber prinzipiell hat sich bei uns nur insofern etwas verändert, als dass wir älter geworden sind und wohl körperlich bedingt nicht mehr ganz so viel feiern können wie zu früheren Zeiten. Es läuft jedenfalls mittlerweile alles disziplinierter und wohl eben professioneller ab.


Wir bedanken uns recht herzlich bei Funker Vogt für die Beantwortung unserer Fragen.


clawwulf Bernd
Clawwulf


Home page: www.funkervogt.de

MySpace: www.myspace.com/funkervogt

Interviewführung und Layout: Bernd “Clawwulf“ Meyer

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