Rezension: SCANNER – the judgement

SCANNER – „The Judgement“ ein Lebenszeichen 13 Jahre nach der letzten Veröffentlichung.

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Jahrelang war nichts um die deutsche Heavy-/Power-Metal-Band SCANNER zu hören. Am 23.01.2015 sind sie schließlich wieder aus den Untiefen der Heavy-/Power-Metal-Hölle empor gestiegen um mit „The Judgement“ ihr sechstes Album auf den Markt zu bringen. Euch erwarten 11 Songs geballte Power!

Sanftes Piano-Geklimper begleitet atmosphärische Gitarrentöne im Intro. Die Ruhe vor dem Sturm hält genau 50 Sekunden, dann bricht ein Gewitter aus schnellen Riffs gepaart mit Trash-Drums und einem Gesang der regelrecht zum Mitgrölen einlädt über den Hörer her. „Fuck the Bastards“ wartet mit kraftvollen Gitarrenpassagen und ideenreichen Soloeinlagen auf, die einfach Lust auf mehr machen. Ein Weckruf an alle Scanner-Fans da draußen!

Mit „Nevermore“ startet der dritte Track, der zugleich eine Adaption des bekannten Werks von E. A. Poe darstellt und den Hörer in apokalyptische Nachwelten führt. Heavy Metal mit Speed-Passagen – allerdings etwas blass im Abklang des zweiten Songs.

Mit „Warlord“ führt uns Scanner zu den Kriegsherren des Todes. Gewohnt kraftvolle Gitarrenriffs treffen auf einen sehr ausdrucksstarken Gesang, der hier und da vom Power-Chor vollendet wird. In jedem Fall eine hörenswerte Komposition mit ungewöhnlichen Akzenten.

Im fünften Track werden die Hörer auf eine Reise mit der Zeitmaschine nach „Eutopia“ geschickt. Der Song ist stark getragen von instrumentalen und choralen Passagen. Das Power-lastige Thema wird durch einen sehr facettenreichen Gesang ergänzt und gewinnt dadurch eine unverkennbare Epik.

Mit einem Glockenintro startet „the Judgement“. Eindringliche Gitarrenriffs und sehr präsente Drums bilden einen treibenden Kern, der die bevorstehende Apokalypse der Gesellschaft nur allzu deutlich abzeichnet.

Der siebte Song heißt „Battle of Poseidon“ und begeistert schon nach wenigen Sekunden. Auf dem Weg in die Seeschlacht werden die Hörer begleitet durch fesselnde Tappings, kraftvolle Schlachthaus-Trash-Drums und einen Kriegs-Power-Chor im Refrain. „Battle of Poseidon“ ist eine Hymne, die ihresgleichen sucht!

In gleicher Manier geht es bei „Pirates“ weiter. Abwechslungsreiche Soli, treibende Heavy-Metal-Passagen und ein Chor begleiten uns auf der Kaperfahrt mit der Legion der blutenden Sonne.

„Known better“ ist zugleich der neunte Track und erinnert im Aufbau stark an alte Heavy-Metal-Klassiker. Der Song ist trotz markanter Assoziationen eigenwillig umgesetzt und überzeugt mit vielseitig ausdrucksstarken Gitarrenparts ohne großes Tempo.

Der vorletzte Song „the Race“ birgt rasante Riffs, eindringliche Tappings und choralen Gesang. Der Piano-Part im Outro klingt schon nach dem Ende des Albums, da kommt mit „Legionary“ noch ein Zuschlag. Doch nach all den epischen Minuten wirkt der letzte Track ein wenig schlapp. Kann auch an den untypischen Gesangseffekten im Refrain und dem eher langsamen Drum-Takt liegen.

Fazit:

SCANNER sind zurück und haben mit „the judgement“ ein Album geschaffen, was definitiv in jedes Heavy-Metal-Regal gehört. Hymnen wie „Battle of Poseidon“ muss man einfach gehört haben!

 

Tracklist:

01. Intro
02. F.T.B.
03. Nevermore
04. Warlord
05. Eutopia
06. The Judgement
07. Batlle Of Poseidon
08. Pirates
09. Known Better
10.The Race
11. The Legionary

 

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Musik ist eine der schöpferischten Dinge die es gibt. Sie kann verborgene Kräfte freisetzen und ungeahnte Tiefen aufdecken. Ein und derselbe Moment kann durch die "richtige" Musik unvergleichlich werden. Musik ist der Versuch ein Gefühl in wenigen Minuten Spielzeit einzufangen. So viele unterschiedliche Facetten es von menschlichen Emotionen gibt, so unterschiedlich kann auch die Musik sein. Und so erschlossen auch schon das Feld der Interpretationen von musikalischen Themen scheint, so überraschter ist man doch, wenn hier und da neue Werke entstehen, die noch tiefer unter die Haut gehen als jemals für möglich gehalten. Lasst uns schwache Momente haben in Sphären voller Traurigkeit, lasst uns von Zerstörung träumen in Zeiten der Wut und lasst uns mit einem Lächeln die Augen schließen wenn der Klang der Melodien die Hoffnung nährt. Musik ist lebendig. Also lasst uns gemeinsam die richtige Musik suchen für den richtigen Augenblick.

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