The Last Hour erscheint Anfang Dezember

The Last Hour- The Last Hour (Review und Kritik)

The Last Hour erscheint Anfang Dezember
The Last Hour - The Last Hour

The Last Hour ist ein Solo-Projekt von Roberto Del Vecchio, das nach seiner Trennung von der Band Gothica 2004 entstand. Mit ihr hatte er im Jahr 2000 Night Thoughts und 2003 Cliffs of Suicide produziert. Bereits im Gründungsjahr von The Last Hour erschien auf der Compilation Flowers Made of Snow, einem Cold Meat Industry Sampler, der Song Into Empty Depth, der auf Anhieb Appetit auf mehr machte. Bis zum Release des ersten Albums sollten allerdings noch ganze vier Jahre vergehen …

Am 10. Dezember 2008, passend zur dunklen Jahreszeit und gerade rechtzeitig für alle schwarzen Weihnachtsbäume, unter denen noch ein paar Geschenke fehlen, ist es nun endlich so weit: Del Vecchio präsentiert uns sein erstes Album unter dem Projekt-Namen The Last Hour. Es beginnt ruhig und düster-romantisch mit dem bereits von Flowers made of Snow bekannten Stück Into Empty Depth:

I create my small universe
Enlightened by the red moon
Decorated by planets and stars
Sublime music delights it
Myriads of essences float
Searching for the absolute
Inconceivable immensity
Into empty depth
Great and divine nature
Indifferent you observe my shipwreck
Distant are the love shores
I drown under the relentless wave

Text und Musik dürfen ruhig als Programm für das gesamte Album verstanden werden. Wer auf harte Klänge, fetzige, tanzbare Musik oder Balladen zum Mitsingen wartet, ist hier an der falschen Adresse. Schon die Songtitel wie Waiting for the Rain to Fall, Death in Venice oder The Cold Embrace of the Universe lassen ahnen, dass es inhaltlich immer wieder um die Suche nach dem großen Ganzen, um tragische Liebe, tiefe Verzweiflung und den Sinn des Lebens geht.

Scheinbar schwere Kost also, die von Del Vecchio (Programming, Gesang, Synthie, Gitarre) allerdings musikalisch sehr ansprechend verpackt wird.

Die Musikrichtung wird vom Label als „Neofolk“ angegeben, eine Einschätzung, die für mich nicht nachvollziehbar ist. Dark Wave – auf alle Fälle, Gothic Rock – auch, Neoclassical – ebenfalls. Das Folk-Element habe ich jedoch vergebens gesucht.

Stattdessen sind die Songs sehr atmosphärisch, fast meditativ, und lassen, auch ohne dass man den Texten folgt, Bilder vor dem inneren Auge entstehen von finsteren Gruften oder mittelalterlichen Gewölben in flackerndem Kerzenschein. Es ist Weltschmerz-Musik vom Feinsten, die zum romantischen Träumen und Leiden einlädt, ein Meisterstück der art sombre, das man sich auch gut als Filmmusik vorstellen könnte.

Bei Interesse sollte man sich mit dem Bestellen übrigens beeilen, denn die ersten 500 Exemplare von The Last Hour erscheinen in elegantem Black ’n Silver Digipack! Aber auch wer keines davon ergattert, wird sich an dem liebevoll gestalteten Booklet erfreuen können, für das Del Vecchio den Photographen und Künstler Aimaproject gewinnen konnte, dessen Werke kongenial zur Musik passen.

Fazit: Nichts für die nächste Party. Aber wer es romantisch, schaurig, tiefgründig, hintersinnig liebt und auf ruhigere Töne steht, wird von The Last Hour begeistert sein!

Roberto Del Vecchio
Roberto Del Vecchio



Tracklist:

  1. Into Empty Depth
  2. Waiting for the Rain to Fall
  3. Death in Venice
  4. Feelings
  5. In Search of the Infinite
  6. New Dawn Fades (Joy Division
  7. cover)
  8. Chanson D’Automne
  9. The Cold Embrace of the Universe
  10. The Unknown
  11. It is the Hour


( 9 / 10)
( 9 / 10)


Release-Date: 10.12.2008

Links:

The Last Hour auf MySpace (Hier gibt es auch drei Titel des aktuellen Albums zum Reinhören)
Homepage

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