A Nordic Symphony 2018 – Tarja und Stratovarius live

Mit Co-Headliner-Touren ist es immer so eine Sache. Passen die Musikstile zusammen, wie reagiert das Publikum auf ein solches Package? An der Qualität kann es jedenfalls nicht gelegen haben, dass es sogar noch Karten an der Abendkasse gegeben hat.

Die Location, der „Festsaal Kreuzberg“, erinnert entfernt an den Club, den man aus den „Wayne’s World Filmen kennt. Natürlich viel kleiner, aber die verschiedenen Ebenen erzeugen ein Gefühl von Weitläufigkeit. Eine gute Wahl, um hier dieses Konzert zu spielen. Den Auftakt übernahmen „Stratovarius“. Die Herren können auf einen umfangreichen Back-Katalog zurückgreifen und so fiel der Start mit „Eagleheart“ gewohnt heavy und melodisch aus. Keine Experimente, sondern klarer, purer Power-Metal, wie man es aus Skandinavien kennt. Im Anschluss folgte das unsterbliche „Forever free“, das auch direkt zündete und die Massen in seinen Bann zog. Es folgten sowohl neuere Tracks, wie „Shine in the dark“ und unsterbliche Songs, wie „4000 rainy nights“. Diese Ballade begeisterte schon Generationen von Konzertgängern. „Unbreakable“ eröffnete schließlich den Zugabenblock und stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass der Weg von „Stratovarius“ noch lange nicht am Ziel angekommen ist. Ein kraftvoller Beitrag, der aus den letzten Jahren stammt und eindrucksvoll die Entwicklung dieser Band aufzeigt. Mit „Hunting high and low“ in der Extended-Live-Version verabschiedeten sich di Musiker von einem begeisterten Auditorium.

Mit „Tarja“ ist es nicht immer ganz einfach. Die Alben sind zu einem gewissen Teil langatmig und es fehlt etwas an der Raffinesse, wie man sie aus den „Nightwish“-Zeiten kennt. Natürlich geht die Sopranistin schon einige Zeit ihren eigenen Weg und konnte mit einigen Tracks auch durchaus überzeugen. „Demons in you“ gab den Startschuss, der auch freudig vom Publikum aufgenommen wurde. Etwas tempo wurde mit „500 letters“ herausgenommen, ehe sich in Form von „Falling awake“ der erste Höhepunkt des Abends ankündigte. Tarjas Sangesleistung war wirklich gut und auch die Stimmung passte, allerdings konnte „Deliverance“ nicht ganz überzeugen. Es folgten „Calling from the wild“, „Diva“ und „Love to hate”. Ein hörenswerter Block, den man in Ruhe genießen sollte. Das echte Konzertfeeling kam hier jedenfalls nicht rüber. Vom ersten Solo-Album stammt „I walk alone“ und dieser Song schafft es bis heute restlos zu überzeugen. Kräftiger Gesang, eine eingängige Melodie und ordentlich Härte, bitte mehr davon. „Until my last breath“ beendete dann gefühlvoll in gemischtes Konzert.

Fazit: „Stratovarius“ überzeugen allein schon wegen ihrer Erfahrung bei fast jedem Gig. Mit Power-Metal-Hymnen gesegnet, werden uns diese Herren noch einige Jahre erhalten bleiben und auch stets ihre Leistung abrufen können.

Tarja lieferte ein wirklich gutes Konzert ab, dem es aber etwas an Schwung fehlte. Ebenso hätten sich die versammelten Zuschauer über die ein oder andere „Nightwish“-Coverversion gefreut, denn kein Name, wie eben Tarjas, ist derart eng mit der Band verknüpft. Für Tarja-Puristen sollte dieses Konzert hingegen ein echtes Highlight in diesem Herbst gewesen sein.

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