Autodafeh – Re:Lectro (Review und Kritik)

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Autodafeh - Re:Lectro

Willkommen, willkommen beim fröhlichen Genreraten. Wer beim Band- und EP-Namen noch nicht darauf kam, was für Musik machen, dem geb ich noch ein paar Tipps. Schweden. Elektronisch. Minimal. Basslastig. 4/4-Beats. Munter grölender Sänger.

Habt ihrs? Klar. Mika (Vocals), Anders (Synths) und Jonas (Drums) machen zusammen als Autodafeh EBM, der alten Schule natürlich, garniert mit ein paar Ausflügen in den Minimal-Electro- und New Wave-Bereich mit sehr geschmackssicheren Vorbildern: Front 242 (die Autodafeh auch schon als Vorband auf Tour genommen haben), Absolute Body Control und Depeche Mode sind so klar-charmant raushörbar, dass es schon wieder Spaß macht.

Dass die im Promotext gerne zitierten „modernen“ Elemente dabei sehr kurz kommen bis gar nicht vorhanden sind, stört von daher wenig: Unter Electrofreaks sollte sich allmählich autodafeh-livepic1rumgesprochen haben, dass Oldschool die neue Newschool ist und die Kirmeshupen-Technofuzzis ganz langsam, aber allmählich aus den Clubplaylists verdrängt. Gerade Schweden, das neue gelobte Land der EBM-Heads, tut sich dort, wie bereits erwähnt, positiv hervor: Spetsnaz (die schon fast alte Säcke sind), Dupont und Kommando XY sind nur einige der neuen großen Namen, die man kennen sollte.

Autodafeh schicken sich an, dazuzugehören zu der Riege der jungen Wilden mit Kartoffeln auf dem Kopf: „Hunt for Glory“, das letztes Jahr veröffentlichte Debütalbum der Band ging noch als eine mittelmäßige, aber doch nette Front 242-Fanclub-CD durch. „Re:Lectro“ (was für ein lahmes Wortspiel für Retro-Electro) sollte, trotz bescheurten Titels und wegen etwas mehr Eigenständigkeit und weiterer Streuung diverser Einflüsse – und daraus resultierende Variabilität – höhere Wellen schlagen.

Fenriz
Fenriz

Fazit: Mit „Re:Lectro“ werden Autodafeh es zwar immer noch nicht schaffen, aus dem überlebensgroßen Schatten ihrer Vorbilder herauszutreten, doch die Richtung, die die EP einschlägt, ist schon mal sehr vielversprechend. Die Schweden schaffen es, gute Songs mit längerer Wirkung zu schreiben, die ein wenig länger in der Anlage kreisen werden. Klare Clubhits bietet die EP mit „Retro Electric“, das seinem Namen alle Ehre macht, das etwas nach modernen Absolute Body Control klingende „The Chase“ und das enorm unterkühlte „Whisper“. Das hohe Niveau, das diese Songs bieten, wird aber nicht auf der ganzen EP durchgehalten, aber daran kann ja noch gearbeitet werden.


Tracklist:

  1. Airborne
  2. Dark Sky
  3. Retro Electric
  4. Secret Ground
  5. The Chase
  6. Under the Surface
  7. Whisper

(7/10)
(7/10)



www.myspace.com/autodafehmusic

VÖ: 21.08.2009

Anspieltipps:

– Retro Electric
– The Chase
– Whisper

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