Dark Solitary: Fotografin Mandy Privenau

Dark Solitary steht für jeden einzelnen Menschen, der mit der Band, der Musik zu tun hat. Sei es Bühnenhilfen, Promoter, Manager oder eben auch die Fotografen. Heute möchten wir euch einen kleinen Einblick in das Handeln und Streben von Mandy Privenau geben.

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Die aus Halle stammende Fotografin gehört schon länger zur Riege der größeren Konzertfotografen. Sowie auch zu meinen persönlichen Top Ten Fotografen. Ihr Engagement, ihre Arbeit stehen bei ihr immer im Vordergrund. Mandy hat schon oft bewiesen, dass sie das Know How und das Feingefühl dafür hat, besondere Momente festzuhalten, den Bildern Leben einzuhauchen.

Sie selber steht auch hin und wieder vor der Kamera und verblüfft uns mit ideal in Szene gesetzten Bildern.

Seit einiger Zeit gehört sie zur Lord of the Lost Familie und zeigt ihr Können auf jedem einzelnen Konzert.

Natürlich haben wir auch Mandy ein paar Fragen gestellt, die sie uns gerne beantwortet hat:

Wann hast du deine Vorliebe fürs Fotografieren entdeckt?

Das war bereits im Jahre 2000. Es gab ein einschneidendes Erlebnis, welches mich nachhaltig prägte. Ich hatte nur wenige Fotos vergangener Tage und man erinnert sich mehr an das Schlechte als an das Gute. Und das wollte ich unbedingt ändern und begann, jeden Tag festzuhalten. Es könnte der Letzte sein, oder einfach nur so das letzte Mal, dass man Dinge tut oder Menschen sieht… ich wollte um jeden Preis die Erinnerungen konservieren. So fing alles an….

Hast du das als Beruf erlernt oder dir alles selber beigebracht?

Nein, ich habe mir Schritt für Schritt alles selbst angeeignet. Ich hätte zwar nach dem Abitur eine Ausbildung in einem Fotostudio bekommen können, aber für den Hungerlohn der IHK Förderung musste ich mich dagegen entscheiden. Aber wenn man etwas wirklich will und den Anspruch hat es gut zu machen und besser zu werden, fällt es leicht Dinge zu erlernen und technische Herausforderungen zu meistern. Am Ende war es also gut, dass ich nicht im Fotostudio zwischen Passbildern und Hochzeiten gelandet bin. Sonst hätte ich wohl kaum diesen Weg, den ich jetzt gehe, gefunden. Ich würde sagen, dass ich noch immer nicht ausgelernt habe, denn der Anspruch andere Techniken zu verwenden, besser zu werden und DAS eine Bild zu schießen, ist stets in meinem Kopf.
Man kann sagen ich bin Jäger und will Beute machen. Am besten jeden Tag! (lacht)

Was war zuerst da? Die Liebe zur Musik oder zur Fotografie?10893894_10202152651376152_210666307_n

Das waren mal 2 getrennte paar Schuhe aber stets beide präsent. Ich habe schon früh Instrumente spielen gelernt und immer einen engen Bezug zur Musik gehabt. Egal wann und wo, Musik war mein 24×7 Begleiter.
Irgendwann wurde die Herausforderung beim Fotografieren von Portraits oder Industrieruinen, womit ich damals anfing, weniger und so suchte ich nach einem neuen Feld, um auch mit der vorhandenen Kameratechnik mehr spielen zu können. Da kamen die Konzerte gerade recht. Annie Bertram schliff mich August 2005 irgendwo in der Schweiz mit auf ein Konzert von THE BIRTHDAY MASSACRE und METALLSPÜRHUNDE. Die Bilder waren grässlich aber weckten meinen Ehrgeiz.
Jede Show ist anders, man muss immer achtsam bleiben und vor allem schnell sein. Es sind keine arrangierten Momente. Wenn das Licht weiterläuft und die Künstler sich notgedrungen bewegen ist der Moment vorbei. Das ist es wohl, was mich seit fast 10 Jahren immer wieder reizt Konzertbilder zumachen. Wer mich schon einmal erlebt hat während der Arbeit weiß, wie sehr ich von links nach rechts springe, überall gleichzeitig meine Augen hab und am Ende eines kompletten Sets wirklich auch geschafft bin. Das ist schon so eine Art Hochleistungssport.

Was sind die für dich kreativsten Motive?

Motive? Hm… Es sind vielmehr Momente und ungewöhnliche Möglichkeiten die ich versuche zu erkennen und auf sie zu reagieren. Sei es andere Perspektiven zu nutzen, wie Bilder von der Traverse von oben herab auf die Bühne, Detailsaufnahmen von Makeup, Handhaltung, Instrumenten oder Emotionen in den Gesichtern der Fans und Bands. All das muss blitzschnell geschehen, denn man hat exakt eine Chance diese Sekunden in Bilder zu bannen.

Du bist feste Fotografin bei Lord of the Lost. Wie kam es dazu?

Ich hatte LOTL mal als Vorband bei Mono Inc. gesehen im April 2011 aber sie nicht weiter verfolgt. Etwas später waren sie im Februar 2012 in Berlin auch als Vorband bei Eisbrecher und liefen mir so erneut vor die Linse. Die dort entstandenen Bilder weckten Chris´ Interesse. Auf dem darauffolgenden Konzert in Magdeburg 2012 sprach er mich direkt an und bedankte sich für die tollen Bilder. Eines blieb ihm wohl gezielt im Kopf und er sagte: „Das ist das beste LOTL Live Foto dass ich jemals gesehen habe! Danke!“. Er fragte, ob ich öfter für sie arbeiten möchte und seitdem wurde ich in die Familie aufgenommen.
10921856_10202152651016143_460659073_nDu agierst auch selbst als Modell, wo bist du lieber? Vor oder hinter der Kamera?

Definitiv hinter der Kamera. Das ist der Grund warum man Fotograf wird. Um eine Ausrede zu haben, nicht vor der Linse zu stehen 😉 Scherz bei Seite. Ich bin kein Model. Hier und da gefallen mir Projektideen anderer Fotografen und wenn ich dann Teil dieser Idee werden darf bin ich natürlich gern dabei. Aber ich suche mir gezielt aus mit wem ich arbeiten möchte und welche Szenerie ich umsetzen mag. Zudem kann ich von anderen Kollegen nur lernen, womit wir wieder bei Punkt 2 sind. Man lernt nie aus und kann von Kooperationen nur profitieren.

Gibt es für dich einen besonderen Moment bei deiner Arbeit, den du nie vergessen wirst?

Oh so einige! Immer wieder speziell ist es, wenn Musiker sich selbst für meine Arbeit bedanken. Oder Fans der Bands, welche ich fotografiere, auch zu meinen Fans werden. Noch relativ frisch ist die Erinnerung an einen mehr als 2m großen Muskelmann Security, der mich ohne Vorwarnung hoch stemmte, damit ich ein gutes Bild vom Publikum machen kann. Mein Geburtstagsständchen der Fan Schar in Stuttgart dieses Jahr wird ebenso unvergessen bleiben. Ein 11h Roadtrip um Manson und Rob Zombie nach einem Schneesturm in München zusehen…. Es sind zu viele. It’s all worth it!
Definitiv unvergessen ist der Blick in 110.000 Gesichter auf dem Hockenheimring. Ein totaler Gänsehautmoment. Diese Endorphine halten sehr, sehr lange an und das Gute, ich hab von jedem Moment Fotos und kann sie so immer wieder reaktivieren.

Wen oder was würdest du gerne mal ablichten?

Durch ihre unfassbar aufwendige Bühnenshow und natürlich, weil sie auch einfach tolle Künstler sind, stehen PINK und Lady Gaga auf meiner Liste. Die würde ich echt gern mal ablichten. Es gibt noch so viele, beispielsweise Alice Cooper! Wer weiß, wann die Gelegenheit vorbei ist ihn in Bild zu bannen… Mit Manson hat sich so ein kleiner Traum schon erfüllt, aber hier und da kommen immer wieder neue Wünsche auf. Es gibt einfach zu viele gute Musiker auf dieser Erde!

Gibt es auch einen schrecklichsten, peinlichsten Moment?10904684_10202152651216148_1123390484_n

Schrecklich ist die Vorstellung zu versagen. Dass Bilder, für die man beauftragt wurde, nichts werden oder die Erwartungen (die eigenen oder die des Auftraggebers) nicht erfüllen. Aber wenn man was verkackt hat ist das der beste Weg um zu lernen und diese Fehler nicht wieder zu machen. Selbstkritik und Eingeständnis von Fehlern wenn was schief lief sind schrecklich, aber zwingend notwendig. Einen speziellen Moment kann ich da nicht benennen. Es ist ein Prozess.

Wo möchtest du selbst hin mit deiner Fotografie? Hast du ein besonderes Ziel?

Klar würde ich gern davon leben können. Das ambitionierte Ziel eines jeden Künstlers der seine Arbeit liebt. Aber ich bin Realist und die Budgets für Luxusgüter wie eben Kunst sind gering. Ich hätte gern ein festes Printmagazin für das ich tätig sein kann. Neben meinem Beruf. Aber eben kontinuierlich bezahlt werde für das, was ich leiste.

Wir danken Mandy für die Offenheit und den kleinen Einblick in ihr Leben.

 

Hier könnt ihr weitere Werke begutachten:
Pictures of Life – Photography

About >puregatory<

Ich bin ein Mensch für den Musik eine wichtige Rolle im Leben spielt.... wie heisst es so schön ... da wo Worte nicht mehr weiter wissen, setzt die Musik ein .. da ist was wahres dran. Ich schreibe gerne , lese, fotographiere. Schreibe selber Gedichte und Songtexte für diverse Künstler. Sich weiter zu entwickeln finde ich sehr wichtig , denn ich bin der Meinung still zu stehen macht einen auf Dauer krank. Wer irgendwelche Fragen an mich hat, kann mich gerne kontaktieren.

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