Fliehende Stürme – Zimmer 12 (Review und Kritik)

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Fliehende Stürme - Zimmer 12

Wat? Punk? Jau, es setzt ne Runde Punkrock. Okay, die Fliehenden Stürme als Punkband abzuhaken, wird ihnen zwar ganz bestimmt nicht gerecht – Vor allem nicht auf ihren Studioalben, die so ziemlich das geilste sind, was je im Genre des Düsterpunk erschienen sind. Live – wie hier auf „Zimmer 12“ zu hören – jedoch, da ist bei den Stürmen nicht viel los mit Trauern. Da regiert vor allem die Keule, der Pogo und der Punkfaktor der Band, der trotz aller Emotionalität und Abgehobenheit von den Streetpunk-Klischees, die Bands wie Daily Terror oder Pöbel & Gesocks wirklich grauenhaft wiederkäuen, immer noch da und vor allem live verdammt hoch ist.

Doch die Fliehenden Stürme sind und waren immer die etwas andere Punkband – Zwar immer im Deutschpunk verwurzelt, doch hier ist die Wut gleichberechtigt mit der Melancholie.  Dazu muss man nur die ersten vier Songs hören. Dann wisst ihr ganz genau, was ich meine – „Systemstörung“, „Alles Falsch“, „Maschinentrauma“ und „Das Chaos brütet“. Andreas2Nennt mir bitte eine Band (außer EA80), die diesen schmalen Grat so wunderbar ausfüllt wie die Stürme. Doch die Band steht für soviel mehr als nur Geknüppel. „Umarmung“ ist ein Meisterstück der sogenannten Powerballade, „Himmel steht Still“ ist ein Dokument für das unglaubliche Gespür Andreas Löhrs für Melancholie…

… das sich (man verzeihe mir die Kunstpause, aber gerade läuft „Sattelit“, da muss ich immer fast heulen) wie ein Roter Faden durch die Geschichte der Stürme und Chaos Z, der Vorgängerband, zieht. An der Auswahl der Songs gibt es übrigens nix zu meckern, ebenso wenig wie an der Soundqualität: Intensiver ist nur ein Clubkonzert, so gut ausgewählt waren die Lieder einer Live-CD selten. Kritikpunkte gibt es keine, auch nach dem 5. Durchlauf macht das Teil noch riesig Spaß.

Fenriz
Fenriz

Fazit: Tolles Live-Album einer tollen Liveband. Ich durfte die Stürme bereits 2mal auf dem WGT erleben und jedes, wirklich jedes Mal war es toll – Auf dem Pagan Love Songs Festival wird die Band zusammen mit Charles De Goal und Bloody Dead and Sexy spielen, das wird ein Event, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Ansonsten gilt für „Zimmer 12 „: Wers nicht sein Eigen nennt, ist selber schuld. Geiles Werk!



Tracklist:

  1. Systemstörung
  2. Alles Falsch
  3. Maschinentrauma
  4. Das Chaos Brütet
  5. Umarmung
  6. Tag der Armut
  7. Zwischen Liebe
  8. Himmel steht Still
  9. Bakterien
  10. An den Ufern
  11. Springen
  12. Sattelit
  13. Killerblau
  14. Trümmergemüt
  15. Blauer Mond
  16. Höhlen sind Dunkel
( 8,5 / 10 )
8,5 / 10


VÖ: Bereits erschienen

http://shiveringjemmy.net/

Anspieltipps:

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